Im Rausch des Geldes: Unser Filmtipp „The Wolf Of Wall Street“

Trailer zum Film
Trailer zum Film "The Wolf of Wall Street"

In „The Wolf Of Wall Street“ spielt Leonardo DiCaprio einen windigen Finanzhai, der sich Millionen ergaunert. Selten hat Kapitalismuskritik so viel Spaß gemacht

Geld, Geld, Geld! Haben, haben, haben! Ich, ich, ich! So kann man die Lebensgeschichte von Raffzahn und Börsenbetrüger Jordan Belfort kurz zusammenfassen. Ende der 80er feiert dieser die Feste wie sie fallen – meistens (be)rauschend und am laufenden Band. Regisseur Martin Scorsese hat Belforts Autobiografie und Brokerkarriere jetzt mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle verfilmt. Und der spielt den verurteilten Spekulanten mit zu großem Ego und noch größeren Drogenproblemen herrlich verkommen. The Wolf Of Wall Street zeigt Belforts Leben und Betrügereien als niemals enden wollendes Drogen- und Partyfeuerwerk. Und auch wenn alles an ihm verdorben und unmoralisch ist, sind wir gleichzeitig fasziniert, lachen über seine Ausraster, Koksberge und Sexabenteuer. Insgeheim werden ihn sogar viele bewundern. Ganz schnell reich werden – wer will das nicht? Neuer Ferrari wie Don Johnson in Miami Vice? Leider geil! The Wolf Of Wall Street strotzt nur so vor Testosteron, schwarzem Humor und bitterböser Kapitalismuskritik.

Jordan Belfort (DiCaprio) ergaunert sich mit dem Verkauf von Ramschanleihen Millionen
Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) ergaunert sich mit dem Verkauf von Ramschanleihen Millionen

Darum geht’s in The Wolf Of Wall Street: Jordan Belfort (DiCaprio) will Broker an der Wall Street werden. Doch seine Karriere endet bereits am ersten Arbeitstag mit dem Börsencrash des Schwarzen Montags 1987. Darauf vertickt er in einem schäbigen Vorstadtbüro quasi wertlose Anteilspapiere an ahnungslose Kunden – und macht damit in kurzer Zeit ein Vermögen. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Donnie Azoff (Jonah Hill) und weiteren windigen Verkäufern gründet Belfort die Maklerfirma Stratton Oakmont. Mit dem Verkauf von Ramschanleihen und Kursmanipulationen an der Börse ergaunert er sich Millionen, wird zum Meister seines Fachs, bis ihn FBI-Agent Patrick Denham (Kyle Chandler) ins Visier nimmt.

Jordan Belfort (DiCaprio) und sein Partner Donnie Azoff (Jonah Hill) feiern ihren Erfolg mit endlosen Partyexzessen
Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) und sein Partner Donnie Azoff (Jonah Hill) bringen unzählige Anleger um ihr Erspartes

Gier ist geil
Regisseur Scorsese erzählt seinen Film aus der Perspektive Belforts. Folge: Leben, Karriere und Machenschaften des selbsternannten Wolfs der Wall Street bleiben ohne kritische Distanz. Denn der bereut bis heute nichts von seinen krummen Deals. So ist The Wolf Of Wall Street eine niemals enden wollende Orgie von Partys und peinlichen Drogenausschweifungen, die allerdings so absurd und überzogen sind, dass keine Minute des 3-Stunden-Werks langweilt. Auf den Betriebsfeiern der Finanzhaie gibt’s Alkohol, Drogen, nackte Frauen und Weitwurfwettbewerbe mit Kleinwüchsigen. Einziges Problem: Das System, das Belforts großflächigen Betrug ermöglichte und größtenteils heute noch zulässt, wird kaum kritisiert und bleibt so undurchsichtig wie zu Beginn des Films. Ein erschreckend authentischer Blick in die Welt der Gier und Maßlosigkeit von Brokern ist mit The Wolf Of Wall Street allemal gelungen.

Fazit: Kapitalismuskritik hat selten so viel Spaß gemacht. The Wolf Of Wall Street ist eine bitterböse und herrlich überdrehte Satire auf den American Dream.

The Wolf Of Wall Street (USA 2013)
Regie:
Martin Scorsese
Drehbuch: Terence Winter, Jordan Belfort (Buchvorlage)
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Matthew McConaughey, Kyle Chandler
Länge: 180 Minuten
Start: 16. Januar 2014

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