Fußball-Training: Fit auf dem Platz mit Mario Gomez

Auf dem Rasen hält Mario Gomez keiner auf
Nur der Stärkere bleibt am Ball und gewinnt – so wie Mario Gomez

Auf dem Rasen hält Mario Gomez keiner auf. Wir haben ihn trotzdem gekriegt. Hier verrät der Nationalspieler seine besten Übungen, damit auch Sie alle Ihre Gegner hinter sich lassen können

Fußball – das ist ein Kampf über 90 Minuten. Da, wo das Leder hinrollt, steht nicht nur einer aus dem eigenen Team, sondern immer auch mindestens ein Gegner. Nur der Stärkere bleibt am Ball und gewinnt. Die Physis des Fußballers – das ist das Metier von Oliver Bartlett. Der Athletik-Trainer hat die deutsche Nationalmannschaft durch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 begleitet. Für den Diplom-Sportlehrer, der sich bis Ende der Saison 2012 auf das Training beim Bundesligisten Borussia Dortmund konzentrierte, ist klar: "Fußball wird zwar von Ballfertigkeiten bestimmt, trotzdem gilt: Bei zwei Spielern mit der gleichen spielerischen Veranlagung setzt sich der mit der besseren Physis durch." So wie Mario Gomez.

Hier präsentiert der Nationalspieler von Bartlett zusammengestellte Kraftübungen. Kreieren Sie aus diesen Ihr persönliches Workout. Sie können dies auf ganz bestimmte Spielsituationen abstimmen, sämtliche Übungen in einem Block absolvieren oder einzelne einsetzen, um so gezielt Ihre persönliche Schwachstellen zu bekämpfen. Zur besseren Orientierung haben wir bei jeder Übung dazugeschrieben, welche Fähigkeiten Sie damit in erster Linie verbessern. In jedem Fall gilt: Wärmen Sie sich zunächst gut auf, legen Sie zwischen den Trainingseinheiten einen Regenerationstag ein und halten Sie sich an die beiden folgenden Grundsätze.

Je besser ein Fußballspieler im neuromuskulären Bereich geschult ist, desto mehr kann er seinen Körper gewinnbringend einsetzen
Wenn Gomez springt, überwindet er jedes Abwehrbollwerk

Grundsatz 1: Gezielt und ausgewogen trainieren
"Die speziellen situativen Gegebenheiten und Bewegungsabläufe in einer Sportart prägen die Trainingsinhalte", sagt der Experte. Sportwissenschaftler sprechen in diesem Fall von einem funktionsorientierten Training. Beispiele dafür sind die drei in unserem Übungsteil herausgestellten Fußball-Situationen Sprinten, Springen und Schießen. Bei aller Spezialisierung gilt jedoch: Das Gesamtpaket muss stimmen. Es besteht aus den fünf Konditionsfaktoren Schnelligkeit, Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Koordination. Sie alle hängen eng miteinander zusammen. Coach Bartlett: "Ein Fußballer mag einen noch so explosiven Antritt haben: Wenn er diesen Schnelligkeits-Trumpf nur einige wenige Male innerhalb einer Begegnung ausspielen kann, weil ihm die Ausdauer für ein Spiel über 90 Minuten fehlt, dann bringt ihm das herzlich wenig." Auch Beweglichkeit und Koordinationsvermögen beeinflussen die Durchsetzungsstärke maßgebend. "Ob Sprint, Zweikampf oder der Sprung zum Kopfball: Je besser ein Fußballspieler im neuromuskulären Bereich geschult ist, desto mehr kann er seinen Körper gewinnbringend einsetzen", so der Trainer.

Grundsatz 2: der Rumpf steht immer Im Zentrum
"Jede sportliche Leistung beginnt damit, dass die Körpermitte stabil und stark ist. Das ist grundlegende Biomechanik – daran kommt keiner vorbei", sagt Bartlett. Die Körpermitte sorgt nicht nur für Stabilität, sondern auch für Mobilität. "Das eine geht nicht ohne das andere: kein Schuss, keine Finte, kein Antritt, ohne dass etwas da ist, das den Körper stabilisiert", sagt der Trainer. Dabei ist es extrem wichtig, dass beide Seiten des Körpers gleich trainiert sind. Hier geht es nicht darum, mit links und rechts gleich gut schießen zu können. Bartlett: "Linke und rechte Körperseite müssen gleich stark, gleich beweglich sein. Schon bei minimalen Dysbalancen können Sie nicht mehr 100 Prozent von Ihrer Leistung abrufen, und das Verletzungsrisiko steigt."

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