Pulsuhr mit Smartwatch-Funktionen: Fitbit Surge im Sporttest

Die Fitbit Surge will 3 Uhren in einer sein: GPS-Sportuhr mit Pulssensor am Handgelenk, Activity-Tracker im Alltag und Smartwatch
Die Fitbit Surge misst die Herzfrequenz am Handgelenk

Die Fitbit Surge will 3 Uhren in einer sein: GPS-Sportuhr mit Pulssensor am Handgelenk, Activity-Tracker im Alltag und Smartwatch. Wir haben den Fitness-Allrounder getestet

Das Smartphone ist für viele Sportler der ideale Begleiter. Um sich einerseits mit Musik zu pushen, oder auch um das Training per App zu protokollieren. Wer zusätzlich auf Trainingskontrolle am Handgelenk setzt, kann jetzt seine Sportuhr auch mit dem Smartphone koppeln. Smartwatches von Apple, Samsung und Sony können dies schon lange. Allerdings sind deren Sporttracking-Funktionen für eine richtige Trainingskontrolle noch zu ungenau. Der kalifornische Activity-Tracker-Hersteller Fitbit bietet jetzt eine Uhr an, die alles können soll. Die Fitbit Surge ist eine GPS-Sportuhr mit optischem Pulssensor. Die Herzfrequenz wird also am Handgelenk gemessen, einen Pulsgurt brauchen Sie nicht. Zusätzlich ist die Uhr ein Aktivitätstracker für den Alltag. Das Neue: Die Surge hat auch so genannte Smartwatch-Funktionen, sie lässt sich mit einigen Smartphones koppeln und kann diese sogar bedienen. Wir haben den Alleskönner umgelegt und getestet.

Vor dem Sport: Die Fitbit Surge ist schnell startklar
Mit 8 Sensoren ausgestattet, kann die Fitbit Surge…

  • Aktivitäten tracken: Pro Tag werden Etagen, Schritte, verbrauchte Kalorien, zurückgelegte Strecke gemessen. Das wird allerdings nur geschätzt. Es sind also wie bei allen Activity-Trackern keine exakten Messungen. Für alle Werte kann man persönliche Ziele festlegen.
  • Schlaf aufzeichnen: Vollautomatisch speichert die dazugehörige App Einschlaf-und Aufwachzeitpunkt, Schlaf- und Wachphasen sowie Schlafdauer.
  • Lauftraining mit GPS und Herzfrequenz aufzeichnen: Gemessen werden zurückgelegte Strecke, Dauer, Kalorien, Herzfrequenz, Tempo. Statt einem freien Lauf können Sie auch Laufband, Radfahren, Wandern, Yoga oder ein beliebiges Workout tracken.
  • Meldungen vom Smartphone empfangen und Musik steuern. Die Uhr zeigt eingehende Telefonate (mit Caller ID) und Textnachrichten an (leider keine von WhatsApp!). Dabei vibriert die Surge leicht. Zusätzlich sieht man den gerade laufende Song auf dem Display, kann diesen stoppen und überspringen.

Die Fitbit Surge ist schnell eingerichtet. Entweder über die dazugehörige Fitbit-App oder notfalls auch per mitgeliefertem USB-Dongle über einen Rechner. Fitbit preist seine Uhr als Fitness-Superwatch an. Der Look ist allerdings nicht gerade super. Armband und Uhr sind einfach, unspektakulär und leicht unsymmetrisch (Das Display ist oben dicker als unten und sitzt nicht mittig am Handgelenk). Nichts für Styler und Fashionistas. Immerhin: die Smart-Funktionen laufen problemlos. Voraussetzung: Das Smartphone unterstützt Bluetooth 4.0. Die Surge zeigt eingehende Anrufe und SMS. Andere Push-Nachrichten (etwa Termine) gibt es nicht. Antworten oder aufs Smartphone zugreifen kann man mit der Uhr. Einzige Ausnahme: die Musikwiedergabe. Die Uhr wird übrigens mit Wischgesten auf dem Touchscreen und 3 Buttons bedient.

Beim Laufen (und auch sonst) misst die Surge ununterbrochen die Herzfrequenz
Beim Laufen (und auch sonst) misst die Surge ununterbrochen die Herzfrequenz

Beim Sport: Laufen ohne Brustgurt und Smartphone
Das wichtigste Feature der Sport-Uhr ist der GPS-Empfänger. Heißt: Sie können auch ohne Smartphone laufen gehen. Die Surge misst durchgehend Streckenlänge, Tempo und Höhenunterschiede. Zum Glück dauert die GPS-Suche vor dem ersten Lauf nicht allzu lange. Los geht’s. Beim Laufen (und auch sonst) misst die Surge ununterbrochen die Herzfrequenz. Dafür sollte die Uhr etwa einen Finger breit neben dem Handgelenk getragen werden. Aber: Das Armband rutscht beim Laufen schon mal tiefer, selbst wenn man es fester stellt. Unterwegs zeigt das Touchscreen-Display alle wichtigen Daten an – auf 3 Datenfeldern. Durch Wischen kann ich beim untersten zwischen Tempo, Herzfrequenz, Kalorien und Uhrzeit wechseln. Allerdings kann ich die Datenfelder nicht individuell anpassen, auch nicht die Anzahl pro Seite. Meine Herzfrequenz-Trainingszone habe ich mit einem Herzsymbol (gefüllt oder nicht gefüllt) im Blick. Besser als diese optische Kontrolle wäre allerdings, wenn die Uhr beim Verlassen der Zone vibrieren würde. Das LCD-Display lässt sich auch bei Sonne gut ablesen. Sehr gut: Höre ich Musik beim Sport, kann ich mit der Musiksteuerung der Uhr Tracks überspringen, ohne das Smartphone herauszukramen.

Pulsmessung mit Aussetzern
Für mehrere 6-Km-Läufe trage ich zum Vergleich zusätzlich eine Pulsuhr mit Brustgurt (Polar V800). Das Ergebnis: Der Durchschnittspuls weicht rund 3-4 Schläge von der Pulsgurtmessung ab. Was für Breitensportler völlig im Rahmen ist. Tatsächlich bemerke ich beim Laufen den einen oder anderen Messaussetzer auf der Uhr. Im Protokoll sind diese aber später nicht zu sehen. Die Surge rechnet also hoch, was die Abweichungen erklären könnte. Insbesondere bei Steigerungsläufen und Fahrtspielen waren die Differenzen am größten.

Die Fitbit Surge ist eine gelungene Multisport-GPS-Uhr mit guten Motivationsfeatures
Die Fitbit Surge ist eine gelungene Multisport-GPS-Uhr mit guten Motivationsfeatures

Nach dem Sport: schnelle übersichtliche Auswertung
Da die Uhr sich automatisch mit der App synchronisiert, kann ichnach dem Sport sofort eine detaillierte Trainingsauswertung abrufen. Dort finde ich auch eine Nahrungsmitteldatenbank mit Protokollfunktion. Alles ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Für die Motivation gibt’s eine Community und Wettkämpfe. Einige Features laufen allerdings (noch) nicht: wie etwa die akustischen Ansagen beim Training über Zeit, Strecke und Tempo. Auch ist der Radfahr-Modus nicht zu gebrauchen. Dort wird nur die Durchschnittsgeschwindigkeit, nicht aber das aktuelle Tempo angezeigt. Laut Hersteller hält der Akku 1 Woche. Bei mir waren’s im Schnitt nicht mehr als 4 Tage (auch ohne GPS-Funktion). Kleiner Nachteil: Laden ist nur mit einem speziellen Fitbit-Kabel möglich. Rätselhaft. Da der Anschluss nicht mal wasserdicht ist.

Fazit: Eine Fitness-Superwatch ist Fitbits Surge sicherlich nicht. Dafür ist die Messung einen Tick zu ungenau und es fehlen wichtige Features wie Intervalltraining oder eine Schwimmfunktion. Eine echte Smartwatch ist sie auch nicht. Denn ein Smartphone lässt sich damit (bis auf die Playlist) nicht bedienen. Aber: Die Fitbit Surge ist eine gelungene Multisport-GPS-Uhr mit guten Motivationsfeatures, besonders geeignet für gelegentliche Läufer, die sich mit Pulstraining vertraut machen wollen. Zudem sparen Sie sich den Brustgurt, den einige Sportler als hinderlich empfinden. Wer also 250 Euro ausgeben möchte, bekommt eine solide Sportwatch mit kleinen, sinnvollen Spielereien, die auch als Alltagsuhr taugt.

Die Fitbit Surge gibt’s für etwa 250 Euro in 3 Größen: S, L und XL (je nach Armumfang)

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