Unverblümter Traumjob: Florist aus Überzeugung

Malte ist ausgelernter Florist
Florist aus Leidenschaft: "Ich kümmere mich nicht um die Meinung der anderen"

Männer sehen Blumen gewöhnlich als Mitbringsel – Leidenschaft entwickeln sie normalerweise eher für die Empfängerin

Wer den Blumenladen Reimers betritt, kann seit drei Wochen sehen, wie sehr Schnittblumen auch einen jungen Mann glücklich machen können. Mit großer Leidenschaft bindet Malte Puls dort Sträuße. Diese Leidenschaft war bei ihm schon immer vorhanden, erklärt Maulte. Deswegen hätte seine Familie auch nicht überrascht reagiert, als er ihr seinen Ausbildungswunsch gestand. "Alle waren froh, dass ich meinen Traum verwirklichen konnte", sagt Malte. Und seine Mutter hole sich nun sogar oft einen Tipp für ihren Garten von ihm ein.

"Das ist doch ein Beruf für Frauen!"
Maltes Freunde fragten trotzdem nach, warum er das mache, das sei doch ein Beruf für Frauen. Sie verpassten ihm prompt den Spitznamen Blumenpflücker-Malte. Doch Malte lässt sich davon nicht stören, zieht unbeirrt seine floristischen Kreise: "Ich verschenke gerne Blumen, vor allem ausgefallene", sagt Malte.

Malte (fast) allein unter Fraun
In seiner Klasse war er mit zwei Jungs alleine unter 27 Frauen. Auch das Lehrerkollegium bestand nur aus Frauen. War das kein komisches Gefühl? "Das war mir total egal, schließlich war es schon immer mein Traum Florist zu werden", sagt 21-jährige mit strahlenden Augen.

Kein Spaß im Büro
Trotzdem hat Malte vor seiner Ausbildung ein Praktikum bei einer Versicherung gemacht, nur um sich etwas anderes anzusehen. "Aber dabei habe ich nur festgestellt, das es mir keinen Spaß macht, in einem Büro zu arbeiten", erzählt er. Und so hat Malte noch eine weitere Bestätigung dafür bekommen, dass er die richtige Wahl getroffen hat.

Malte ist ausgelernter Florist
Malte ist seit zwei Jahren ausgelernter Florist

"Viel mehr als nur Blumen binden"

"Frauen sind am Anfang etwas verdutzt, wenn ich von meinem Job erzähle", sagt Malte. "Bis ich erkläre, dass er mehr ist als nur Blumenbinden." Er zählt auf: Zusammenstellen von Sträußen, Blumendekoration für Veranstaltungen, Hotels, Praxen und Messen. "Zudem kann ich auch bei Kunden zu Hause einen Raum neu gestalten, ähnlich wie ein Innendesigner." Bei sich zu Hause dekoriert er selbst auch gerne mit Pflanzen.

Malte ist noch nicht am Ende seiner Floristen-Karriere. Das nächste Ziel des 21-jährigen ist der Meister. Ohnehin sieht er die Geschlechter-Verteilung bei den Floristen im Wechsel begriffen. Denn seiner Meinung nach gibt es immer mehr Männer, die sich zum Floristen ausbilden lassen. Wie auch immer, ob sein Job eine typische Frauenarbeit ist oder nicht, "mir ist es egal, ob mein Beruf vorwiegend von Frauen ausgeübt wird. Für mich ist es ein Traumberuf und ich kümmere mich nicht um die Meinung der anderen."

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