Wie früh ist "zu früh"?

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Wenn die Zeit gemessen wurde, stellte er sich immer etwas an

Im Bett zu früh zu kommen verdirbt manchem Mann den Spaß am Sex. Aber wie früh ist "zu früh"? Eine Studie brachte verblüffende Ergebnisse.

Wie lange darf sie dauern, die Zeit zwischen dem ersten Eindringen und dem Samenerguss – damit sie nicht als vorzeitige Ejakulation verstanden wird? Die Schätzung der Koitus-Zeitspanne ist ein normaler Parameter zur Bestimmung der sogenannten Ejaculatio Praecox eines Patienten. Aber viele verschätzen sich bei der angeblichen Dauer ihres Liebesspiels. Was in Wirklichkeit in nicht mal drei Minuten rum ist, wird von vielen Männern als eineinhalb mal so lang, und von Frauen sogar als doppelt so lang empfunden.

Weil es bislang kein objektives Zeitmaß für das Phänomen Ejaculatio präcox gibt, wollte Doktor Frank Sommer von der Uniklinik in Köln mit einer Studie dem Phänomen des zu frühen Kommens auf die Spur kommen.

Sex mit der Uhr
Dafür teilte Sommer 45 Männer zwischen 25 und 40 Jahren in drei Gruppen ein. In der ersten Gruppe waren 15 sexuell unzufriedene Männer, die wegen Ejaculatio praecox behandelt werden sollten. Die zweite Gruppe bestand aus 15 gesunden Probanden und die dritte wurde von 15 Urologen aus ganz Europa gestellt. Alle Männer lebten in festen Beziehungen und deren Partnerinnen sollten mehrmals die Zeit für einen Koitus bei ihren Liebsten mit der Stoppuhr messen.

Dabei kam heraus, dass die Früh-Kommer im Durchschnitt zweieinhalb Minuten brauchten, die gesunden aber nur drei Minuten – kein großer Unterschied also. Nur die Urologen, die sich beruflich mit Sex und dessen Problemen beschäftigten, benötigten im Schnitt doppelt so lange, nämlich sechs Minuten.

"Die reine Dauer des Geschlechtsverkehrs ist sicher nicht das eigentliche Leiden der Betroffenen," schließt Doktor Sommer daraus, "Faktoren wie die Erwartungshaltung der Partnerin und fehlende Körperkontrolle haben eine wichtigere Bedeutung."

Wenn physische Ursachen ausgeschlossen werden können, wäre auch Paartherapie ein möglicher Therapieansatz, meint Sommer. Aber auch Penisdrücken, Beckenbodentraining, Medikamente oder Psychotherapie können helfen.

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