Kicks, Tricks und Co: Fußball-Freesytler Florian im Interview

Guter Umgang mit dem Ball: Fußball-Freestyle
Florian Halimi beim Freestylen: "Man braucht extrem viel Geduld!"

Florian Halimi macht seit acht Jahren Fußball-Freestyle. Im Interview verrät er uns, was sich hinter der trickreichen Sportart versteckt

Was ist Fußball-Freestyle?
Fußball-Freestyle ist eine Mischung aus Fußballtricks und Akrobatik. Das ging damals los, als Diego Maradona vor seinen Spielen das Publikum mit seinen Jonglagekünsten verzaubert hat. Dies wird als Ursprung der Sportart Fußball-Freestyle bezeichnet. In den letzten Jahren haben sich die Fußballtricks immer mehr mit den Elementen der Akrobatik oder des Breakdance vermischt. Daraus ist dann eigene Sportart entstanden bei der es um Ballgefühl, Style und Rhythmus geht.

Was muss man mitbringen, um Fußball-Freestyle zu lernen?

Die Sportart ist im Prinzip für alle geeignet, die sich für Fußballtricks interessieren. Dennoch sollte man etwas Ballgefühl und Technik mitbringen. Sowas merkt man schon früh auf dem Platz, ob einem das Dribbling und die geschmeidige Ballannahme liegt.

Wie sieht mein Training aus?

Das Besondere an Fußball-Freestyle ist, dass es praktisch überall geübt werden kann. Ich selber habe auch im Garten eines Kumpels angefangen zu trainieren. Selbstverständlich sollte man sich auch vor dem Freestyle-Training etwas dehnen. Besonders die Leiste ist beim Freestyle durch die ständigen Beinrotationen ein verletzungsanfälliger Bereich. Nachdem das Dehnen vorüber ist, teile ich mein Training in 4 Kategorien ein: Sits (Tricks, die im Sitzen/Liegen absolviert werden), Uppers (Tricks im Stehen mit Kopf und Schultern), Lowers (die eigentlichen Jonglierelemente) und Breakdance/Akrobatiktricks.

Ist es für jeden geeignet?
Im Prinzip schon! Man sollte aber extrem viel Geduld mitbringen. Ich beherrsche Tricks, die ich erst nach 7 bis 8 Monaten Training das erste Mal überhaupt in meiner Show angewandt habe.

Fußball-Freestyle schult den Umgang mit dem Ball
Florian sitzt nicht nur der Schalk im Nacken

Wie lange brauche ich, bis ich die Grundbewegungen kann?
Die meisten Grundbewegungen sollten innerhalb von einem halben Jahr drin sein. Man muss hierbei aber klar unterscheiden: Manche Tricks sind sehr typabhängig. Während es mir leicht fällt Tricks im Sitzen schnell zu erlernen, tue ich mir bei dem ein oder anderen Jonglagetrick im Stehen sehr schwer.

Was gehört zum Fußball-Freestyle alles dazu?
Es finden relativ regelmäßig Wettkämpfe in der Freestyle-Szene statt. Dabei treten 2 Freestyler gegeneinander an. 3 Minuten lang geht das Battle und nach 30 Sekunden wird der Ball jeweils wieder abgegeben, sodass jeder Freestyler jeweils 90 Sekunden hat, um sein Können unter Beweis zu stellen. Eine meist 3-köpfige Jury bewertet anschließend die Performance der Darsteller. Zu den Battles wird in den meisten Fällen Hip-Hop Musik gespielt. Das passt vom Beat her einfach am besten und die Besten Freestyler schaffen es häufig sogar die Tricks zum Beat vorzuführen.

Was lerne ich dadurch?
Wenn ich heutzutage auf Spielfeld gehe, dann merke ich selbstverständlich mein verbessertes Ballgefühl. Besonders Dribblings, Flanken und Ballannahmen werden durch Freestyle gefördert. Man erlernt generell einfach ein viel besseres Körpergefühl. Außerdem ist die Sportart eine tolle Variante für diejenigen, die sich gerade von einer schweren Verletzung erholen wollen, den Ball aber ungerne ablegen. Trotzdem sollte man nicht vernachlässigen, dass durch Freestyle einiges an Kondition, was man sich beim Fußball erarbeitet hat, wieder nachlässt.

Wie oft macht man das in der Woche?
Richtige Profis trainieren zirka 4 bis 5 Mal die Woche. Wenn man als Anfänger richtige Fortschritte sehen will, dann sollte 2 Mal die Woche schon drin sein.

Welche Ziele hast du noch?
Momentan konzentriere ich mich eher auf meine Shows. Mein Ziel für die Zukunft ist also noch viel mehr mit Freestyle zu reisen, um meine Show der ganzen Welt zu zeigen. Ich bin jetzt schon extrem viel Unterwegs mit diversen Agenturen und natürlich der HSV-Fußballschule, für die ich allein über 90 Auftritte pro Jahr absolviere. Außerdem hatte ich schon Auftritte in Holland, Frankreich, England, Tschechien, Schweiz, Österreich, Dänemark und USA gemacht. Das Ziel heißt also: Neue Länder und Kontinente mit Freestyle erkunden!

Hast du ein Vorbild?

Auch wenn diese Person kein richtiger Freestyler ist: Ronaldinho! Er ist und bleibt ein großes Vorbild für mich. Zwar habe ich ihn mittlerweile freestyletechnisch wohl überholt, aber er war meine große Inspiration mit dieser Sportart anzufangen. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so viel Spaß und Freude an der Kugel hat wie er. Leider ist er (im Fußball) ja schon etwas älter, aber ich hoffe er hängt noch eine Karriere als Freestyler hinten ran!

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