Fitness-Wearables: Gear Fit 2 von Samsung im Sporttest

Die "Gear Fit 2" von Samsung
Bei Samsungs "Gear Fit 2" mit integriertem GPS-Sensor und MP3-Player kann das Smartphone beim Sport zu Hause bleiben

Samsung will mit der „Gear Fit 2“ vieles noch besser machen als beim Vorgänger. Wir haben das smarte Fitness-Armband gründlich getestet und verraten, wie nützlich es beim Sport wirklich ist

Als Anfang 2014 die erste „Gear Fit“ vorgestellt wurde, punktete sie vor allem mit ihrem sportlichen Design und einem hohen Tragekomfort. Der Funktionsumfang reichte für die einfache Aufzeichnung und Kontrolle der eigenen Fitness. Doch dem Sportarmband fehlte ein eigener GPS-Empfänger – und obendrein war es auch noch fest an ein Galaxy-Smartphone gegeißelt. Bei der neuen „Gear Fit 2“ (Preis: 199 Euro) ist ein GPS-Modul nun endlich integriert. Auch kann sie als MP3-Player mit knapp zwei Gigabyte Speicherplatz eingesetzt werden. So können Sie ganz ohne klotziges Smartphone in der Hosentasche Ihr Sportprogramm durchziehen und dabei im Verbund mit einem Bluetooth-Kopfhörer Ihren Lieblingssongs frönen. Auch ist die Gear Fit 2 nicht mehr nur an Galaxy-Geräte gebunden: Ab Android 4.4 und 1,5 GB Arbeitsspeicher funktioniert das Sportarmband auch mit anderen Android-Smartphones. Apples iOS und Windows-Phones werden hingegen nicht unterstützt. Schade!

Optisch hat sich beim neuen Modell nur wenig verändert: Der glänzende, ziemlich kratzeranfällige Display-Metallring des Vorgängers wich einem robusten Plastikrahmen. Auch der ergonomischen Form ist Samsung treu geblieben: Die Gear Fit 2 schmiegt sich mit ihrem gebogenen 1,5 Zoll Super-AMOLED-Display (216x432 Pixel Auflösung) angenehm ums Handgelenk, ist mit nur 28 Gramm sehr leicht zu tragen und so beim Sport kaum auffällig. Als Betriebssystem kommt Tizen zum Einsatz, das per Vibration neben den üblichen Smartwatch-Benachrichtigungen wie neue E-Mails oder eingehende Anrufe auch darauf hinweist, nach langem Sitzen mal wieder aufzustehen – oder dass beim Spazierengehen gerade ein gesundes Tempo erreicht wurde. Der Akku hält etwa 3-4 Tage. Das Armband gibt’s in zwei unterschiedlichen Längen – für Männer und Frauen. Außerdem stehen drei Farben zur Auswahl: dunkelgrau, pink und blau.

Die
Die Gear Fit 2 in dunkelgrau, pink oder blau kostet 199 Euro und ist mit zwei unterschiedlichen Armband-Längen erhältlich

Die Gear Fit 2 im Praxistest
Nachdem das Sportarmband per Bluetooth 4.2 mit dem Smartphone gekoppelt und die wichtigsten Eckdaten (Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht) eingetragen sind, geht das Tracking auch schon los. Durch das Zusammenspiel der verbauten Sensoren (Barometer, Beschleunigungs-, Lage- und Pulssensor) und dem GPS-Modul registriert die Gear Fit 2 selbstständig Aktivitäten. Sie prüft auf Wunsch regelmäßig den Puls, zählt die Schritte, die erklommenen Stockwerke und überwacht den Schlaf, sofern die Smartwatch in der Nacht nicht abgenommen wird. Im Grunde müssen Sie sich um nichts kümmern, wenn Ihnen das einfache, überraschend präzise Tracking genügt. Ob Sie gehen, joggen, Treppen steigen, schlafen oder gar rudern, erkennt und protokoliert die Gear Fit 2 in der Regel von alleine.

Bei allen anderen Aktivitäten muss dem Fitness-Tracker hingegen erst angegeben werden, welcher Sport ansteht, damit die Aufzeichnung über das Aktivitätsprofil umfangreicher und aussagekräftiger wird. Generell ist das sehr zu empfehlen: Beim Radfahren bekommen wir beispielsweise am Ende unter anderem die gefahrene Strecke auf einer Karte angezeigt, wie schnell wir in unterschiedlichen Abschnitten waren und in welchem Intensitätsbereich jeweils der Puls lag. Auch lässt sich auf Wunsch die erbrachte Leistung direkt bei Facebook veröffentlichen. Hätte die Gear Fit 2 vorher nicht gewusst, dass eine Runde mit dem Rad ansteht, hätte sie einfach nur eine erhöhte Aktivität registriert und allgemein abgespeichert. Kurz um: Je mehr Sie dem smarten Armband verraten, was Sie vorhaben, desto besser und vor allem aussagekräftiger wird später die Auswertung.

Mit Workout-Unterstützung
Die Gear Fit 2 bietet eine kleine Auswahl an Aktivitätsprofilen zur detaillierteren Aufzeichnung. Neben den Klassikern (Gehen, Laufen, Wandern und Radfahren) sind auch Profile für Ausfallschritte, Sit-ups und Kniebeugen mit dabei. Hier wird nach der Aktivierung des Profils kurz die korrekte Ausführung der Übung gezeigt. Nur wenn sie technisch sauber ist, wird auch gezählt. Für Schummeleien ist also kein Platz! Bei den restlichen Aktivitätsprofilen wie etwa „Pilates“, „Heimtrainer“ oder „Rudermaschine“ war für uns im Test ein Mehrwert nicht ersichtlich. Zumindest die Auswertung war am Ende nicht detaillierter. Laut Samsung gibt es einen Unterschied, worin dieser liegt, konnte uns das Unternehmen auf Nachfrage bis dato allerdings nicht genauer sagen.

Übrigens: Fürs Schwimmen ist die Gear Fit 2 nicht geeignet, da sie zwar wasserresistent (bei Regen oder unter der Dusche), aber nicht wasserdicht ist.

Die Gear Fit 2 synchronisiert sich mit jedem aktuellen Android-Smartphone
Per App "S Health" können die gesammelten Fitness-Daten der Gear Fit 2 auf dem Smartphone umfangreich ausgewertet und beispielsweise mit einem Freund verglichen werden

Auswertung per „S Health“-App
Zwar können die gesammelten Daten der Gear Fit 2 auch mit vielen anderen Fitness-Apps wie etwa „Nike+ Running“ oder „Your Health Assistant“ ausgewertet werden, jedoch greifen die Partner-Apps meist nur einen Teil der Informationen ab. Wer eine möglichst umfangreiche Auswertung will, wählt am besten Samsungs hauseigene App „S Health“. Nur leider gehen die Flut an aufgezeichneten Fitness-Daten und die dadurch verschachtelten Menüs auch schnell auf Kosten der Übersicht. Nach ein paar Tagen Eingewöhnung ging es dann aber halbwegs. Neben der sportlichen Auswertung fanden wir vor allem die automatische Analyse des Schlafs interessant, welche unter anderem auch dessen Effizienz berechnet. Toll zur Motivation: Neben dem Abstecken von sportlichen Zielen liefert die App auch einen Community-Vergleich mit anderen S Health-Nutzer auf ähnlichem Niveau. Herausforderungen können auch im Verbund mit einem Freund gestartet werden.

Fazit: Leicht, schlankes und ergonomisches Design, GPS-Empfänger, MP3-Player sowie die wichtigsten Sensoren zum Fitness-Tracking: Die wesentlichen Kriterien für ein gutes Sportarmband erfüllt Samsungs Gear Fit 2 mit Bravur. Auch, weil die großen Schwächen des Vorgängers überwiegend ausgemerzt und dessen Stärken beibehalten wurden. Zwar gibt es Fitness-Tracker in ähnlichem Preissegment mit etwas besserer Ausstattung, Kompatibilität und erweitertem Funktionsumfang, etwa von Garmin, die sehen aber bei weitem nicht so schick aus wie die Gear Fit 2. Unterm Strich bleibt eine klare Empfehlung für Besitzer eines aktuellen Android-Smartphones.

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