Smartwatches: Gear S von Samsung im Test

Telefonieren und Emailen: Smartwatch Gear S von Samsung
Eine Uhr, ein Computer, ein Telefon: die Gear S von Samsung

Mit der Gear S können Sie Sport tracken, telefonieren und E-Mails versenden, ganz ohne Smartphone. Wir haben die Smartwatch von Samsung getestet

Samsung preist vor allem das "schmückende" Design seiner Uhr. Die Gear S liegt mit ihrem gewölbten Display zwar schön am Arm, aber mit den Maßen 4 x 6 Zentimeter schmückt sie nur wirklich ausgeprägte Handgelenke. Dafür ist das 2 Zoll Curved Super AMOLED-Display (360x 480 Pixel, 300 ppi) hell und deutlich. Gelungen sind auch Samsungs Wallpaper-Designs für die Gear S, von sportlich bis klassisch. Dafür hinterlässt das Kunststoff-Armband der rund 400-Euro-Uhr weder auf der Haut noch optisch einen guten Eindruck. Beim Anlegen klemmte häufig der Verschluss.

Eigene SIM-Karte, aber Smartphone-gebunden
Samsung sagt, dass die Gear S ohne Smartphone funktioniert. Denn in die Uhr passt eine eigene Nano-SIM-Karte, mit der Sie auch ohne gekoppeltes Handy unterwegs ins Netz kommen. Aber: Sie benötigen zur Ersteinrichtung ein Smartphone vom Hersteller, ansonsten geht gar nichts. Dafür läuft die Inbetriebnahme auch für einen Smartwatch-Anfänger nahezu selbsterklärend. Für jede neue App, die Sie mit der Gear S nutzen möchten, brauchen Sie zunächst immer das Smartphone, um die App aus dem Samsung-Store herunterzuladen.

Das kann die Samsung Gear S
E-MailMit SIM-Karte in der Uhr können Sie das Handy endlich zu Hause lassen. Eingehende Nachrichten werden von Samsung-Geräten an die Uhr weitergeleitet. E-Mails schreiben und verschicken ist über die kleine QWERTZ-Tastatur machbar. Längere Aufsätze werden aber zur frustierenden Fummel-Arbeit. In dem Fall sollten Sie eher die Spracheingabe nutzen.

News Mit dem News-Widget der Gear S können Sie die globale Nachrichtenlage über knackige Headlines immer im Auge behalten. Wer mehr Infos will, wird zur Quelle verlinkt. Minuspunkt: Die News-Bilder sind stark pixelig. Schlecht für News-Junkies: Das Widget aktualisiert sich nicht selbstständig. Auf dem Laufenden bleiben Sie also nur, wenn Sie jedesmal auf den Refresh-Button drücken.

Musik und Bilder Sie können mit der Gear S von Samsung auch Bilder vom Smartphone herunterladen, oder Musik hören. Bei nur 2 GB Speicher ist die Menge an Titeln jedoch beschränkt. Nachrüsten lässt die Gear S nicht zu.

Telefon und Navi Das Beste zum Schluss: Über die Gear S können Sie auch telefonieren. Die Lautstärke ist regelbar und der Ton absolut in Ordnung. Ein bisschen ungewohnt ist es dennoch: Hält man das Handgelenk vor den Mund und spricht in die Gear S hinein, wirkt es, als wäre man Dick Tracy oder ruft K.I.T.T. aus der TV-Serie Knight Rider. Ein Bluetooth-Headset ist bei längeren Gesprächen empfehlenswert. Kommt K.I.T.T. nicht um die Ecke, können Sie übrigens den GPS- Kartendienst HERE nach dem Weg fragen und sich zum Ziel navigieren lassen.

Fitness-TrackerDie Gear S können Sie auch als Fitness-Armband nutzen. Dafür hat Samsung seine App S-Health vorinstalliert. Die App protokolliert Ihren Kalorienverbrauch, Distanz und die Übungsdauer. Ihre Herzfrequenz misst die Gear S über einen Lichtsensor. Dazu gibt’s einen Pulszähler und eine Schlaf-Überwachungsfunktion sowie eine UV-Messung für sonnige Tage. Den Schrittzähler (inklusive Inaktivitätsbenachrichtigung) können Sie so einstellen, dass er als Anzeige auf dem Display immer sichtbar ist.

Wie bei den meisten Fitness-Trackern sind die Messungen allerdings ungenau: Heftiges Armweldeln wird zur Schrittaktivität. Den Kalorienverbrauch während des Trainings schätzt die Gear S nur grob anhand Gewicht, Geschlecht, Größe und Alter. Die beliebte Runtastic-App bekommen Sie auf der Gear S nur bedingt zum Laufen: Die Herzfrequenz-Messung der Gear S über ein Lichtsignal unterstützt die App nicht. Für aussagekräftige Fitnessdaten sei dieser Weg zu ungenau, so das Runtastic-Entwicklerteam. Für richtiges Sporttracking brauchen Sie also weiterhin eine Pulsuhr mit Brustgurt oder Ähnliches.

Fazit: Die Gear S von Samsung ist smarter als die Konkurrenz und trotzdem noch nicht smart genug. Dafür müsste die Smartwatch wirklich völlig unabhängig von einem Samsung-Smartphone funktioneren. 

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