Gedächtnistraining: Denk-Power für Ihr Gehirn

Das biologische Alter Ihres Gehirn ist um so höher, je kürzer Sie auf einem Bein stehen können
1 / 7 | Das biologische Alter Ihres Gehirn ist um so höher, je kürzer Sie auf einem Bein stehen können

Ihr Gehirn kann viel mehr, als Sie denken. Mit Gedächtnistraining und der richtigen Ernährung stählen Sie Ihren Geist für Prüfungen und Stress. Plus: Ein simpler Test verrät Ihnen in wenigen Sekunden das biologische Alter Ihres Gehirns.

Gehirn-Test: Biologisches Alter: Wie alt ist Ihr Gehirn wirklich?

Sie sind 25, aber Ihr Oberstübchen vielleicht schon 50 – oder umgekehrt? So testen Sie das biologische Alter Ihres Kopfes

Je länger Sie auf nur einem Bein stehen können, desto fitter ist Ihr Hirn. Der Gleichgewichtssinn koordiniert das Kleinhirn, das auch Bewegung feinabstimmt.

A. Augen zu, ein Bein heben.
B. Starten Sie eine Stoppuhr.
C. Halten Sie die Zeit an, sobald Sie die Balance verlieren und mit Ihrem anderen Fuß den Boden
berühren.

Das sagt Ihr Ergebnis:              

ZeitHirnalter
28 Sekunden25 Jahre
23 Sekunden35 Jahre
15 Sekunden50 Jahre

Verjüngungskur für Ihr Hirn: Befolgen Sie die Tipps in dieser Geschichte, machen Sie zudem regelmäßig Übungen auf einem Wackelbrett und fahren Sie öfter mit dem Fahrrad. Nach 3 Wochen erneut testen – und staunen!

Brainfood: Karotten zögern die geistige Alterung hinaus
2 / 7 | Brainfood: Karotten zögern die geistige Alterung hinaus

Richtig ernähren: Brainfood für Ihre Denk-Power

Nervenzellen wollen perfekt mit Nährstoffen versorgt sein, genau wie Ihre Muskeln. Diese 6 Lebensmittel sind Brainfood für maximale Denk-Power

Grüntee: Volle Kanne Brainfood: Im japanischen Shimane haben Forscher ermittelt, dass schon eine Tasse grüner Tee pro Tag das Risiko altersbedingten geistigen Verfalls um sage und schreibe 37 Prozent senkt. Sie mögen grünen Tee nicht? Nun, es gibt da Alternativen, denn die diesen Effekt erzeugenden Polyphenole finden sich zum Glück auch in Schokolade, Bier, Wein und Olivenöl (wenngleich in niedrigerer Konzentration).

Curry: Turbo für Ihre kleinen grauen Zellen: Der Gewürzmix hält die Funktionen des Hypothalamus aufrecht, der für grundlegende Abläufe wie Stoffwechsel und sexuelle Erregung zuständig ist. Forscher an der University of California konnten dies bestätigen, indem sie defekte Gehirnzellen erfolgreich mit Curcumin behandelten, dem Farbstoff der Gelbwurzel, der in Curry enthalten ist. Also, essen Sie mal wieder indisch!

Äpfel: Gut für die Birne: Koreanische Mediziner der Universität Gyeongsang konnten zeigen, dass Polyphenole aus Obst und Gemüse Hirnzellen vor stressbedingten, oxidativen Schäden schützen können. 5 Äpfel in der Woche liefern eine ausreichende Menge der Pflanzenstoffe. Angenehmer Nebeneffekt für Ausdauersportler: Die Lungenkapazität der Testpersonen erhöhte sich gleichzeitig um 3 Prozent.

Rosmarin: Gegen Vergesslichkeit ist ein Kraut gewachsen: Japanische Forscher haben entdeckt, dass die mediterrane Pflanze auch Hirnschädigungen verhindern kann. Verantwortlich dafür sind enthaltene Substanzen, die antioxidativ wirken und so die Entstehung degenerativer Erkrankungen (zum Beispiel Alzheimer) verhindern können.

Karotten: Möhren für die Rübe: Männer, die sich täglich 25 Milligramm Betacarotin zuführen, zögern ihre geistige Alterung hinaus, belegt eine US-Studie der Bostoner Harvard University. 100 Gramm Karotten decken bereits mehr als ein Viertel des Tagesbedarfs. Außerdem sinkt Ihr Schlaganfall-Risiko dadurch um bis zu 68 Prozent.

Rotwein: Dicker Kopf mal anders: Bei Hirntests schneiden Menschen mit moderatem Weinkonsum besser ab als Personen, die keinen Tropfen trinken. Eine Studie der Columbia University in New York ergab, dass 1 Glas Rotwein am Tag die Sinneswahrnehmungen verbessern kann. Aber Vorsicht, mehr tut den Nervenzellen nicht gut!

Aufbau: Das Gehirn unterteilt sich in Großhirn, Zwischenhirn, Mittelhirn, Hinterhirn und Nachhirn
3 / 7 | Aufbau: Das Gehirn unterteilt sich in Großhirn, Zwischenhirn, Mittelhirn, Hinterhirn und Nachhirn

Anatomie unseres Denkapparats: Das Gehirn und sein Aufbau

Wissenschaftler unterteilen die graue Masse in 5 Hauptbereiche, nämlich:

Großhirn: Viel größer als bei Tieren, macht den Intelligenzunterschied zwischen Mensch und Hund aus.
Zwischenhirn: Hier sitzt die Seele, zudem Standort für Hormonproduktion, Oberhoheit übers Sexualverhalten.
Mittelhirn: Wichtige Schaltzentrale für Motorik und Sensorik, steuert darüber hinaus die Augenmuskeln.
Hinterhirn: Besteht aus Kleinhirn und Pons, durch die viele wichtige Nervenbahnen laufen.
Nachhirn: Hier geht das Gehirn ins Rückenmark über, mit Mittelhirn und Pons bildet es den Hirnstamm.

4 / 7 | Jede Gehirnregion hat eine spezifische Funktion

Aufbau: Die Gehirnregionen und ihre Funktionen

Das Gehirn ist keine Maschine, aber dennoch ein ziemlich perfekter Apparat. Ein Blick in die Schaltzentralen

Großhirn: Der größte der 5 Hirnabschnitte beherbergt unter anderem den Scheitellappen, das Frontalhirn und das Hörzentrum.

Scheitellappen: Das ist kein Putzutensil, sondern ein Teil der Großhirnrinde. Analysiert sensorische Informationen und kümmert sich zum Beispiel um das räumliche Denken. Kann darüber hinaus weitere komplizierte Jobs wie Rechnen und Lesen erledigen.

Frontalhirn: Ist essenziell für Sportler. In diesem Teil des Großhirns, direkt hinter der Stirnplatte, sitzt der Motorcortex. Er entscheidet über bewusste Bewegungen. Dort vorne im Gehirn sitzt zudem ein Bereich, der für soziales Verhalten verantwortlich ist, aber auch fürs Abschätzen von Konsequenzen.

Hörzentrum: In dem seitlichen Teil der Großhirnrinde landen alle Nachrichten aus den Ohren. Das Hörzentrum erkennt bekannte Signalmuster, wie etwa gesprochene Worte. Außerdem registriert es die Richtung, aus der ein Ton kommt, anhand von Millisekunden-Unterschieden zwischen dem Eintreffen auf dem linken oder auf dem rechten Trommelfell.

Nachhirn: Das untere Ende des Gehirns wird auch das verlängerte Mark (Medulla oblongata) genannt. Reagiert fix in Notlagen, reguliert Reflexe wie Erbrechen und lebenswichtige Vorgänge (Atmung). Sie könnten ohne Großhirn leben, nicht aber ohne Nachhirn.

Limbisches System: Das Emotionszentrum sitzt zwischen Groß- und Zwischenhirn tief in Ihrer Schaltzentrale. Fluch und Segen zugleich: Mit der Macht der Gefühle treibt es Fresslust und anderes Triebverhalten an, schüttet aber auch Glückshormone aus.

Hypophyse: Die Chef-Drüse des Körpers produziert im Zwischenhirn Hormone, welche die Ausschüttung vieler anderer Botenstoffe steuern. Das luteinisierende Hormon etwa kurbelt die Produktion des Muskel- und Potenz-Hormons Testosteron an.

Kleinhirn: Wichtige Hirnregion für Sportler, denn sie sorgt für die Feinabstimmung von Bewegungen. Außerdem prägt sich Ihr Kleinhirn unbewusste, automatisierte Bewegungsabläufe ein.
Darum verlernen Sie nie das Radfahren, das Skifahren oder das Schlittschuhlaufen.

5 / 7 | Machen Sie sich Musik und ihre Wirkung auf das Gehirn zunutze

Von Training bis Einschlafen: Die richtige Musik für Ihr Gehirn

Musik übt eine starke Wirkung auf das Gehirn aus. Forscher haben entdeckt, welche Klänge den Kopf wobei beflügeln

Beim Training: Laute Musikstücke, die sich dem Bewegungsmuster oder Lauftempo anpassen – etwa rhythmische Pop-Hits – wirken aktivierend. „Techno ist nicht geeignet“, warnt Professor  Eckart Altenmüller, Musikphysiologe an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Grund: „Die häufig wechselnden Rhythmen stören Ihren Bewegungsfluss.“

Vor dem Wettkampf: Lassen Sie Ihr Gefühl entscheiden. „Befinden Sie sich in angespannter, aufgeregter Stimmung, ist von Musik, die diesen Zustand noch verstärkt, abzuraten“, sagt Altenmüller. Stimmen Sie sich dann lieber mit ruhigerer Musik auf ein Rennen oder Match ein. Fehlt es eher an Motivation und Energie, wählen Sie ein Lieblingslied, das Ihre Stimmung hebt.

Vor der Prüfung: „Ruhigere Musik bei geringer Lautstärke kurbelt die Durchblutung des Gehirns an und unterstützt den Lernprozess“, so der Experte. „Gegen Prüfungsangst hilft ruhige klassische Musik, wie der Kanon von Johann Pachelbel.“ Aber auch Musiktitel, mit denen Sie positive Erinnerungen (etwa an Ihren letzten Urlaub) verbinden, können Sie erden. Das hilft auch anderswo – etwa vor einem Zahnarztbesuch.

Beim Date: Wie möchten Sie sich präsentieren? Gefühlvoll? Wählen Sie softe Klänge. Oder kräftig und männlich? Dann sind Titel mit rauen Stimmen bestens geeignet. Wenn aus dem Date Liebe werden soll, ist Vorsicht ratsam. „Wenn Sie den Geschmack einer Frau nicht kennen, sollten Sie mit Musik zurückhaltend sein“, rät Altenmüller. „Aber manche Beziehungen wachsen gerade dann, wenn es etwas Neues gibt.“ Tipp: der 2. Satz aus Ravels Klavierkonzert in G-Dur.

Zum Einschlafen: Verzichten Sie auf dramatische Musik. „Geeignet ist Minimal Music“, sagt der Musik-wissenschaftler. Das sind gleichförmige und harmonische Melodien, bei denen in der Regel ein Spannungsaufbau vermieden wird. Gute Beispiele dafür: „Una Mattina“ von Ludovico Einaudi, aber auch Stücke von Yann Tiersen.

6 / 7 | Doping für Ihr Gehirn fängt bei natürlichem Kaffee an und hört bei gefährlichen Wirkstoffen wie Modafinil auf.

Brain-Booster: Gehirn-Doping von natürlich bis gefährlich

Auch der Geist lässt sich dopen. Unter den Brain-Boostern gibt es bewährte Klassiker und gefährliche Newcomer. Was in Ordnung und was schädlich ist

Koffein: Das Mittel der Wahl für gestresste Büroangestellte steigert die Aufmerksamkeit, beseitigt Müdigkeit. 300 Milligramm (3 Tassen Kaffee) pro Tag reichen, alles Weitere führt nur zu stärkeren körperlichen Reaktionen, beispielsweise zu einer erhöhten Pulsfrequenz.
Nikotin: Tabak-Inhaltsstoff, der an Rezeptoren der Hirnzellen andockt, so die Psychomotorik (Wahrnehmung und Bewegung) verbessert. Statt zur Kippe greifen Sie besser zu Nikotinkaugummis, um das Krebsrisiko zu senken. Halten Sie sich an Empfehlungen des Herstellers, denn in größeren Mengen wirkt Nikotin toxisch.
Methylphenidat: Auch bekannt unter dem Handelsnamen Ritalin. Es fällt unter das Betäubungsmittelgesetz, wird von Ärzten gegen ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) verabreicht und erhöht im Hirn die Konzentration der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin. Auf die Weise verbessert sich die Konzentrationsfähigkeit. In hoher Dosis putscht es auf, ähnlich wie Kokain. Wegen der vielen Nebenwirkungen lassen Sie besser die Finger davon!
Modafinil: Mit Amphetaminen verwandter Wirkstoff, der vom Arzt normalerweise gegen die Schlafkrankheit (Narkolepsie) verabreicht wird. Hält wach und verbessert die Konzentrationsfähigkeit, kann allerdings süchtig machen und steht auch auf der Dopingliste.

7 / 7 | Gedächtnistraining: Mit leichten Übungen und Tricks können Sie Ihre Gehirnleistung steigern

Gehirnleistung steigern: Mit Gedächtnistraining und Tricks zu mehr Leistung

Dass Sie lediglich 10 Prozent Ihres Hirns nutzen, ist eine Legende. Wir bringen Sie von den üblichen 90 auf 100 Prozent

Mücken- zu Elefanten-Gedächtnis: „Wer Probleme damit hat, sich Namen und Zahlen zu merken, sollte sie mit Bildern verknüpfen, da sie sich auf die Weise leichter im Gedächtnis verankern“, empfiehlt der Dortmunder Gedächtnistrainer Oliver Geisselhart (www.kopferfolg.de). Wenn Sie einen Namen hören, schaffen Sie eine direkte Verbindung mit dem Bild, das Ihnen spontan in den Kopf kommt. Und noch ein Tipp: Verbinden Sie das Gelernte zusätzlich mit einem Gefühl – dann können Sie es noch besser im Kopf behalten.

Im Dunkeln ist gut Denkeln:
Mangel an Licht sorgt für einen Zuwachs an Kreativität – so lautet das Ergebnis einer Studie der Universität Hohenheim. Dimmen Sie in Situationen, in denen Ihre Ideen und Ihr kreatives Genie gefragt sind, auf schwache Beleuchtung. Ist dagegen analytisches Denken gefordert, brauchen Sie möglichst helles Licht.

Keine falsche Bewegung:
Putzen Sie als Rechtshänder Ihre Zähne zur Abwechslung mal mit der linken Hand – und umgekehrt. Oder wechseln Sie die Hände bei der Bedienung der Computermaus. Auf die Art brechen Sie aus altbekannten Bewegungsmustern aus, Ihr Gehirn wird wie ein Muskel beim Krafttraining stimuliert. Dies zeigt eine irische Studie des Trinity College in Dublin.

Sixpack für die Stirn:
Dass Bewegung Muskeln und Gelenken guttut, ist allgemein bekannt. Jetzt allerdings haben spanische Forscher an der Universität Granada herausbekommen, dass sportliche Aktivität zudem das zentrale Nervensystem trainiert und so die Informationsverarbeitung verbessert. Außerdem fördert die körperliche Bewegung das Wachstum von Nervenzellen in unterschiedlichen Bereichen Ihres Gehirns.

Schwarze Gedanken weißeln:
Sie können Ihr Denken lenken, vor allem in unangenehmen Situationen. Wer beispielsweise bei Anstrengungen lächelt, nimmt die Quälerei weniger stark wahr, sagt eine Studie der Freien Universität Amsterdam. Sogar ein gezwungenes Lächeln weckt positive Gefühle, schwächt das Empfinden von Anstrengung.

 
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