Anabolika: Gedopte Amateursportler riskieren Herzinfarkt

Doping gefährdet die Gesundheit
Die gesundheitlichen Risiken sind erheblich

Auch im Freizeitbereich wird zunehmend zu Anabolika gegriffen. Das gesundheitliche Risiko ist groß

Alarmierend sind die Zahlen, die Dr. Carsten Boos von der Universität Lübeck zur heutigen 38. Sitzung des Sportausschusses im Deutschen Bundestag präsentiert: Jeder vierte männliche Besucher deutscher Fitness-Studios steigert seine Leistung mit Anabolika. Bundesweit wird von 200.000 Konsumenten ausgegangen.

Der Bundestag reagiert am heutigen Nachmittag auf die erschreckenden Ergebnisse mit einer öffentlichen Anhörung des Sportausschusses zum Thema Doping im Freizeit- und Fitnessbereich. Sachverständige aus Sport und Medizin fordern in Berlin die notwendigen Mittel für wissenschaftliche Studien: Aufklärung und Prävention tut Not.

Die gesundheitlichen Risiken sind erheblich: Doping verdreifacht das Sterblichkeitsrisiko, warnt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, DGE. Durch anabole Steroide werden nicht nur Herz und Kreislauf angegriffen, sondern auch die Leber geschädigt. Als Folge können schon in jungen Jahren Herzinfarkt oder Schlaganfall auftreten.

Nach dem Motto viel hilft viel, werden Dopingmittel mit dem Wunsch nach mehr Leistung und Schönheit immer höher dosiert. Die jeweilig eingesetzte Dosis der Freizeitsportler beträgt laut der DGE häufig das Zehn- bis Hundertfache einer normalen therapeutischen Dosis. Die gesundheitlichen Folgen davon werden verkannt – von den Sportlern wie von der Forschung: Bislang gibt es keine Studie, in der die Ursachen für plötzliche, unerklärliche Todesfälle von Amateursportlern näher untersucht wurden.

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