Gefährliche Naturdrogen: Rausch aus dem Wald

Der Fliegenpilz sollte lieber im Wald bleiben
Nicht ganz ungefährlich

Bevor Sie beim Spaziergang einfach so ein paar Blätter futtern, sollten Sie sich vergewissern, wie harmlos die Pflänzchen wirklich sind

Was sind Naturdrogen?
In Deutschland werden vor allem Tollkirsche, Stechapfel, Alraune, Bilsenkraut sowie Fliegenpilze oder Dungerlinge konsumiert. Alle enthalten psychoaktive Substanzen wie beispielsweise Scopolamin, Atropin und Muscimol.

Wie wirken sie?
Sie beruhigen das zentrale Nervensystem (etwa Scopolamin) und wirken entspannend, oder sie sind für ihre stimulierende Wirkung bekannt (Atropin). Sie führen zu Halluzinationen, verändern die Geräusch- und Farbwahrnehmung und sie steigern das sexuelle Empfinden.

Kann man von Naturdrogen abhängig werden?
Nicht körperlich. Doch über die psychischen Folgeerscheinungen gibt es bisher zu wenig Erfahrung.

Sind Naturdrogen eigentlich „gesünder“?
Das Risiko ist nur scheinbar geringer. Da die Pflanzen aus keiner geregelten Zucht stammen, ist ihre Wirkung unberechenbar. Die Konzentration hängt von Standort, Witterung und Jahreszeit ab.

Und welche Nebenwirkungen haben sie?
Typisch sind Sehstörungen, Herzrasen, Konzentrationsverlust und Mundtrockenheit. Beim Fliegenpilz kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Muskelzuckungen kommen – unter Umständen besteht sogar Lebensgefahr.

Macht man sich durch die Verwendung strafbar?
Konsumenten können durchaus nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtmG) oder nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) belangt werden – je nach Pflanzenart. Nachgewiesener Konsum von „nicht verkehrsfähigen Betäubungsmitteln“ mit der Absicht, einen Rausch zu erzielen, gilt als missbräuchliche Verwendung. Dies kann strafrechtlich verfolgt werden. Atropin und Scopolamin sind zwar keine Betäubungsmittel, unterliegen aber dem AMG. Verstoße dagegen können ein Bußgeld bedeuten und in schweren Fällen strafrechtliche Verfolgung.

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