Körpersignale: Sieben Anzeichen für Stress

Schmerzen in der Schulter?
Unter Stress spannen sich Muskeln unbewusst an, was zu Schmerzen führen kann

Killen Sie den Stress, bevor er Sie killt: Wie Sie schon die ersten Anzeichen für Stress und psychischer Überlastung entdecken – und wie Sie reagieren sollten

Probleme lassen sich am besten lösen, indem man sie von vornherein vermeidet: die Kneipe verlassen, bevor es zu einer Schlägerei kommt, sich entschuldigen, ehe sie heult, aus der Kirche verschwinden, bevor die Kollekte durchgeführt wird. Stress aber bemerken die meisten Männer erst, wenn es zu spät ist: Sie haben den Chef bereits angepflaumt oder ihre Frau in einer Lautstärke von 100 Dezibel mit einem Tier verglichen. Dabei meldet sich der Körper schon vorher. Wenn Sie diese versteckten Zeichen beachten, haben Sie die Chance, den Stress zu bekämpfen, bevor Sie unter der Belastung zusammenbrechen.

Ihr Bizeps schmerzt, obwohl Sie seit zwei Wochen nicht trainiert haben
Wenn Sie unter Stress stehen, dann sorgen Hormone wie zum Beispiel Adrenalin dafür, dass sich Ihre Muskeln unbewusst anspannen. Das kann die ganze Muskulatur betreffen, nicht nur die in Nacken und Schultern, die man normalerweise mit Stress assoziiert. „Und wenn Muskeln über längere Zeit angespannt sind, beginnen sie zu schmerzen“, erklärt der Stress-Berater Allen Elkin.

Die Linderung: dehnen.
Angefangen bei den Waden und dann immer höher bis hin zum Nacken sollten Sie jeden Muskel lockern, anspannen und wieder lockern. „Meistens hilft das, den Schmerz zu vertreiben“, weiß der Gesundheitspsychologe Steven Edwards.

Nach der Party: Sport für gesunde Hirnzellen
Genug Schlaf bedeutet nicht automatisch genug Erholung

Geheime Stress-Anzeichen: Immer müde und keine Lust auf Sex

Nummer Zwei und Drei der Stress-KIller. Lesen, machen, souverän sein

Sie schlafen die ganze Nacht durch und sind am Morgen trotzdem müde
Genug Schlaf heißt nicht automatisch auch genug Erholung. Stress hält Ihr Hirn auf Trab, macht Entspannung sogar im Schlaf unmöglich, denn er verhindert, dass Sie in die besonders erholsamen Tiefschlafphasen gelangen. Und dann fühlen Sie sich morgens vollkommen groggy, obwohl Sie die ganze Nacht brav in Ihrem Bett verbracht haben.

Die Linderung: Werden Sie heiß.
Eine heiße Dusche oder ein Bad kurz vor dem Schlafengehen erhöhen Ihre Körpertemperatur. Das sorgt für schnelleres Einschlummern und einen tieferen Schlaf. Um die beste Wirkung zu erzielen, sollten Sie ungefähr eine Viertelstunde lang im 34 bis 38 Grad warmen Wasser liegen und bald danach ins Bett gehen.

Sie haben kein Interesse an Sex
Die Lust reagiert am sensibelsten auf Probleme. Der Verlust der Libido ist oft das erste Zeichen für Überforderung. „Wer sich unterbewusst ständig Sorgen macht, hat zumeist kein Verlangen nach irgendwelchen Vergnügungen“, erklärt Stress-Experte Allen Elkin.

Die Linderung: Sex.
Seltsamerweise ist Sex bei starkem Stress genau das Richtige: eine der besten Möglichkeiten für den Körper, Spannung abzubauen und sich mit Glückshormonen (Endorphinen) zu überfluten. Geben Sie Ihrem Körper also genau das, was er braucht. „Benutzen Sie Ihre Fantasie und malen Sie sich etwas Schönes aus“, rät der Psychologe Joel Block. Denken Sie während der Arbeit ab und zu an Sex, das baut eine Erregung auf, die zu Hause stärker ist als der Gedanke an Ihren nervigen Boss. Und wenn das alles Ihre Lust nicht auf Touren bringt: Ausdauertraining hat die gleichen positiven Wirkungen wie Sex. Na ja, fast jedenfalls.

Lärm schult die Konzentration
Bauen Sie Spannungen ab, bevor es an die Psyche geht

Geheime Stress-Anzeichen: Null Konzentration und ständig abgekaute Nägel

Beachten Sie diese geheimen Zeichen und Sie haben die Chance, den Stress zu bekämpfen, bevor Sie unter ihm zusammenbrechen

Sie haben wieder falsch gerechnet
Stress kann die Konzentration beeinflussen, was sich oft durch Rechenfehler oder Zahlendreher bemerkbar macht. Wenn Sie also mehr Fehler als sonst machen: Keine Panik, Sie verblöden nicht. Ihr Hirn signalisiert Ihnen nur, einen Gang zurückzuschalten.

Die Linderung: Planung.
Wenn Sie eine Aufgabe übernehmen, sollten Sie sich zunächst mal einen Plan machen. „Einer der Hauptgründe für Fehler und Schlampigkeiten ist, anfangs zu trödeln und dann zu schnell arbeiten zu müssen“, erklärt der Management-Experte Kenneth DeMeuse. Sie haben diese Arbeitsweise schon in der Schule gelernt, und damals funktionierte es tadellos. Aber damals waren Sie 18, und es hat Ihnen nichts ausgemacht, die ganze Nacht aufzubleiben.

Sie kauen ständig Kaugummi
... oder Fingernägel und Kulis, wippen mit dem Fuß, knacken mit den Fingergliedern … Welchen Tick Sie auch immer haben: Mit solchen wiederkehrenden Aktionen versucht Ihr Körper, Spannungen abzubauen.

Die Linderung: Wiederholungen.
Wenn Ihr Körper sie braucht, dann geben Sie sie ihm. Gehen Sie auf den Golfplatz, schießen Sie einen Ball gegen die Hauswand (wie damals, als Sie noch klein waren) oder steigen Sie Treppen. Aktivität, die aus Wiederholungen besteht, lindert Stress manchmal besser als Sportarten, die ständig variierende Bewegungen und deswegen Konzentration verlangen.

Geheime Stress-Anzeichen: Die "lange Bank" und der Fernseher

Auch wenn Sie ständig vor dem Fernseher sitzen, kann das ein Anzeichen von Stress sein

Sie vernachlässigen Ihre Hobbys
Unter Stress ist es völlig normal, sich auf das zu konzentrieren, was den Stress verursacht. Aber das sollte nicht auf Dauer dazu führen, dass Sie vernachlässigen, was Ihnen gut tut.

Die Linderung: die „lange Bank“ entsorgen.
Schaffen Sie sich Freiraum, indem Sie möglichst wenig aufschieben und die meisten Dinge sofort erledigen. Viele Menschen verschwenden viel Zeit und Gehirnschmalz, weil sie notwendige Erledigungen vertagen. Statt den Brief umgehend zu beantworten, nehmen sie ihn zehnmal zur Hand, fragen sich jedes Mal „Was war das noch?“ und lesen ihn erneut. Und hundertmal denken sie daran, dass sie das Schreiben auf gar keinen Fall vergessen dürfen. Schluss damit! Ab morgen erledigen Sie alles möglichst gleich. Wie heißt es doch so schön: Wat wech is, is wech.

Sie sitzen nur noch vor der Glotze
Sie haben nicht mal die Zeitung von gestern gelesen, geschweige denn die von heute. Und den Roman, den Sie zu Weihnachten bekommen haben, ziert eine Staubschicht.

Die Linderung: nicht ärgern.
Manchmal ist es einfach entspannender, sich vom Fernseher berieseln zu lassen, statt sich nach der Arbeit das Lesen eines komplizierten Buches aufzuhalsen. Die Betonung liegt aber auf „manchmal“. Die bessere Alternative: Wählen Sie eine leichtere Lektüre oder belasten Sie mal etwas anderes als Ihr Gehirn. Ein Spaziergang oder ein bisschen mit den Kindern zu toben kann schon Wunder wirken. Und statt von „Big Brother“ oder „Veronas Welt“ kann man sich auch mal im Kino von einem Film berieseln lassen.

Mittagspause bloß nicht schwänzen
Sind Sie gestresst? Dann lassen Sie ja den Kopf nicht hängen.

Stressmanagement: Tipps für ein stressfreies Leben

Diese drei Strategien sorgen für ein entspannteres Berufs- und Liebesleben

Ihr Stress: Mein Job ist total öde – jeden Tag der gleiche Trott.
Die Lösung: Gehen Sie am Wochenende Fallschirmspringen.
Auch Langeweile kann ein Stress-Faktor sein. Deshalb sollten Sie sich den Kick in der Freizeit holen. Sie brauchen Abenteuer und Thrill, um einen Ausgleich zum täglichen Einerlei zu haben. Geben Sie Ihrem Leben mehr Farbe, indem Sie aufregende Highlights in Ihren Alltag packen. Einen wunderbaren Adrenalinstoß verschafft Ihnen Fallschirmspringen. Erfolgserlebnisse durch das Überschreiten bisheriger Grenzen oder Überwinden von Angst stärken zudem das Selbstbewusstsein – um vielleicht auch im Berufsleben etwas zu ändern.

Ihr Stress: Ich bin verliebt und benehme mich bei ihr wie ein Vollidiot.
Die Lösung: Holen Sie sich die Lizenz zum Flirten.
Wenn Sie bisher bestenfalls unangenehm aufgefallen sind, wenn Ihre Angebetete aufgetaucht ist, ist vielleicht ein Flirtkurs das Richtige für Sie. Zum Eisklettern würden Sie ja auch nicht ohne Lehrgang starten, oder? Wichtigster Tipp der Düsseldorfer Flirttrainerin Margit Steiner: "Bemühen Sie sich nicht, etwas anderes darzustellen, als Sie sind. Das fliegt sowieso auf." Bei Flirtlehrer Peter Hollinger aus München bekommen die Teilnehmer am Ende sogar eine Lizenz zum Flirten. Ja, dann!

Ihr Stress: Ich muss jeden Tag wichtige Entscheidungen fällen.
Die Lösung: Vertiefen Sie sich in die Kunst des Jonglierens.
Jeder Fehler, den Sie machen, kann 1000 Arbeitsplätze kosten – eine solche Verantwortung verfolgt einen bis in den Schlaf. Finden Sie Ruhe durch Konzentration auf eine bestimmte entspannende, aber gleichzeitig fesselnde Tätigkeit wie Bogenschießen, Jonglieren oder Balancieren. "Atmung, Entspannen und Ruhigwerden spielen dabei eine ganz wichtige Rolle", sagt Bogenlehrer Kurt Österle aus Singenhofen.

Stress durch Schlafmangel und falsche Schlafpositionen können ebenfalls ganz schön schlauchen. Probieren Sie aus, welche Strategie Ihnen die beste Entspannung bereitet. Ein weitere Tipp ist zum Beispiel Gehirnjogging.

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