Psychotricks: Gehirn manipuliert uns

Was hinter diesen Augen wohl vorgeht...
Ich sehe was, was du nicht siehst...

Wer nur sieht, was er gerne sehen möchte, kann vielleicht gar nicht anders: Unser Gehirn drängt uns nämlich immerfort Bilder aus der Erinnerung auf

Unsere Sicht der Welt wird durch Nervenzellen bestimmt, die uns ständig Bilder vorspielen, auch wenn wir die Augen geschlossen haben. Das lässt zumindest eine Studie mit Katzen vermuten.

Wenn die Tiere ihre Augen zu hatten, konnten Tal Kenet und seine Kollegen vom Weizmann Institute in Rehovot in Israel, spontane Muster von Nervenaktivität feststellen, die denen glichen, die von wirklich gesehenen Szenen provoziert werden. Diese Aktivitäten gingen vom primären visuellen Cortex aus, der Region, die normalerweise nur visuelle Reize speichern soll.

Das Gehirn blendet also spontan Bilder von der Welt draußen ein, wie ein Bildschirm, der auf "stand by" steht und trotzdem manchmal aufflackert.

Dieser Vorgang findet auf so niedrigem Niveau in der Informationskette statt, dass er nicht mit Träumen zu vergleichen ist, eher mit Bildern, die uns unvermutet direkt ins Auge springen.

Warum das passiert, ist den Forschern nicht klar. Vielleicht werden damit Erinnerungen aufgearbeitet oder Erwartungen reflektiert.

Wenn dieses Phänomen auch bei Menschen auftritt, könnten diese virtuellen Szenen dafür stehen, was unser Gehirn für die beste aller möglichen Umwelten hält. Wenn wir dann die Augen öffnen, vergleichen wir diese Erwartung mit der Realität – und lassen dabei manchmal das eine oder andere Detail aus.

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