Schädel-Hirn-Trauma: Gehirnerschütterung bei Sportlern

Gehirnerschütterung: Schon kleine Erschütterungen können Folgen haben
Gehirnerschütterung: Schon kleine Erschütterungen können Folgen haben

Eine Gehirnerschütterung wird oft auf die leichte Schulter genommen, doch die Verletzungen können Folgen haben.

Quizfrage: Stellen Sie sich vor, Sie sind mit ein paar Kumpels beim Kicken. Plötzlich stoßen Sie sich heftig den Kopf: am Pfosten, bei einem Sturz auf den Boden oder am Kopf eines Gegenspielers. Sie sehen kurz Sterne, und die anderen rufen: „Was ist, Alter?“ Was tun Sie?

Antwort A: Sie gehen ins Krankenhaus, lassen sich untersuchen (inklusive Computertomografie) und gönnen sich eine Woche Ruhe. Antwort B: Sie spielen ganz einfach weiter.

Wir nehmen mal an, Sie wählen Antwort B. Wegen so eines Kopfstößchens macht keiner ein großes Drama. Kopf schütteln, aufstehen, weiter. Doch zwei Wochen später können Sie sich plötzlich auf nichts mehr konzentrieren, haben mittags das Gefühl, bis zum Feierabend nicht durchhalten zu können. Sie gehen zum Arzt. Der stellt Fragen, darunter die entscheidende: „Haben Sie in letzter Zeit einen Schlag auf den Kopf erhalten?“ Bingo! Sie haben ein Schädel-Hirn-Trauma. Das kann böse enden.

Ein  Schlag auf den Kopf kann eine spätere Demenz auslösen
Ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma, auch Gehirnerschütterung genannt, gilt gemeinhin als unspektakulär. Sorgen machen da eher die schweren Fälle: Schädelbruch, Blutungen, Koma. Wissenschaftler warnen mittlerweile aber davor, auch vermeintlich leichte Kopfverletzungen auf die leichte Schulter zu nehmen. Weil es – im Sinne der Langzeitfolgen – kein „leichtes“ Schädel-Hirn-Trauma gibt. Studien deuten darauf hin, dass auch ein einzelner Schlag auf den Kopf eine spätere Demenz oder Alzheimer-Erkrankung auslösen kann. Auch und gerade Erschütterungen, die nicht näher untersucht werden, können geistige Beeinträchtigungen verursachen. Und da sie nicht diagnostiziert und behandelt werden, können sie sich zu Schlimmerem auswachsen.

Der Marburger Neurologe und Psychiater Dr. Carsten Konrad stellte während seiner Arbeit in der Universitätsklinik fest, dass immer wieder Patienten aufkreuzten, die Jahre zuvor eine Gehirnerschütterung erlitten hatten und plötzlich alle über ähnliche Symptome klagten: Konzentrationsschwierigkeiten, nachlassendes Leistungsvermögen, Einschränkungen in der Gedächtnisleistung. „In der Fachliteratur gab es aber fast keine Hinweise auf mögliche Langzeitfolgen eines leichten Schädel-Hirn-Traumas“, berichtet Konrad. „Die gängige » Lehrmeinung lautet bis heute: gibt es nicht.“ Daran bekam Konrad Zweifel. Also sammelte der Arzt einige seiner Fälle für eine Studie. Sie alle hatten keine akuten Kopfverletzungen, jedoch war 7 Jahre zuvor bei ihnen allen eine Gehirnerschütterung diagnostiziert worden. Ergebnis: Bei genauer Untersuchung wiesen viele von ihnen Beeinträchtigungen ihrer kognitiven Fähigkeiten auf, bei einigen zeigten sich sogar klar depressive Tendenzen.

Folgen: Leistungsabfall, Konzentrationsprobleme
Möglicherweise noch schlimmer geht es jemandem, der ein nicht erkanntes Schädel-Hirn-Trauma mit sich herumschleppt und nicht die dringend nötige Ruhe einhält. Wenn er womöglich weiter Sport treibt, kann er das Problem durch weitere Kopfverletzungen verschlimmern, denn die Schäden können sich zu einer immer größeren Gefahr auftürmen. Durch die Erschütterung werden etwa Nervenbahnen überdehnt. Passiert das zu oft, leidet deren Funktionsfähigkeit. Mögliche Folgen: Leistungsabfall, Konzentrationsprobleme. Werden wesentliche Areale des Hirns verletzt, können ganze Funktionsbereiche leiden. Wird etwa die Hirnanhangsdrüse durchgeschüttelt, kann der komplette Hormonhaushalt durcheinandergeraten. Neurologe Konrad weist jedoch darauf hin, dass auch die vermeintlich leichten Verläufe für den Einzelnen mitunter gravierende Folgen haben: „Wenn jemand auf Grund mangelhafter Konzentrationsfähigkeit nicht mehr in der Lage ist, seine Arbeit zu verrichten, weil eine gewohnte Tätigkeit ihn auf einmal überfordert, sattelt sich da schnell eine Depression drauf – und ein ganzes Leben verändert sich.“ Und das kann jedem passieren.

 

Was passiert beim Hirnbeben?

  1. Rums! Ihr Kopf wird geschlagen, gestoßen oder prallt gegen irgendetwas.
  2. Wusch! Kopf und Gehirn werden stark beschleunigt. Verformungen der Gehirnstruktur und eine Umverteilung der Gehirnflüssigkeit sind möglich.
  3. Ding! Durch den Schlag oder Stoß kommt es zum Aufprall des Hirns gegen die Schädeldecke auf einer Seite (Coup).
  4. Dong! Dann Folgt der Aufprall auf der anderen Seite (Contercoup). Beide Vorgänge können das Gehirn verletzen.
  5. Zerr! Wesentlich schlimmer aber ist: Durch den Ruck können Gefäße reißen- Durchblutungen sind die mögliche Folge.
  6. Blub! Probelm bei Blutungen: Das Gehirn kann nicht nach außen schwellen. Ein Bluterguss am Knie wird dick; wenn jedoch das Gehirn schwillt, wird es gegen die Schädelwand gedrückt und kann in der Folge die Gefäße abquetschen und die Durchblutung stoppen-Lebensgefahr!
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