Kinderwunsch: Gendefekt macht Spermien langsam

Weibliche Hormone als Wegweiser zur Eizelle
Spermien sind für gewöhnlich von einer Proteinhülle umgeben. Fehlt diese, wird das Sperma langsamer und unbeweglicher

Eine Mutation im Erbgut des Mannes soll erheblich die Fruchtbarkeit einschränken

Wenn der Kindersegen ausbleibt, sind womöglich die Gene des Mannes schuld, so das Ergebnis einer neuen US-Studie. Genauer gesagt: Ihre Spermien bewegen sich aufgrund eines defekten Proteins zu langsam zur weiblichen Eizelle.

Demnach haben Forscher der University of California in Davis eine Mutation im Erbgut von Männern entdeckt, die für die fehlerhafte Produktion des Proteins Beta-Defensin 126 (DEFB126) verantwortlich sein soll. Dieses Protein ist allerdings wichtiger Bestandteil der Hülle jedes einzelnen Spermiums. Fehlt sie oder ist sie nicht vollständig ausgebildet, können sich die Samenzellen nicht mehr schnell genug zur Eizelle bewegen. Die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung sinkt.

Die Forscher gehen sogar davon aus, dass der Grund für Unfruchtbarkeit bei 70 Prozent der Fälle auf diese Genmutation zurückzuführen ist und nicht – wie lange Zeit angenommen – auf eine zu geringe Anzahl von Spermien.

Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler 500 verheiratete Männer mit Kinderwunsch. Rund die Hälfte der Probanden besaß mindestens ein defektes Gen, das für die Proteinproduktion verantwortlich ist. Bei 20 Prozent der Testpersonen waren sogar beide Gene mutiert. Die Chance der Probanden mit zwei defekten Genen innerhalb von zwei Jahren Vater zu werden, war um 30 Prozent geringer als bei denen mit nur einem defekten Gen, schreiben die Forscher im Online-Magazin "Science Translational Medicine".

Die Wissenschaftler arbeiten nun an einem möglichen Gentest, um betroffenen Männern gezielt Hilfe anbieten zu können.

Sponsored SectionAnzeige