Business-Porträt: Das ist der Jacques vom Depot

Der Jaques vom Depot
Alexander Margaritoff ist der Herr über die Weine

Alexander Margaritoff, Chef des Genussimperiums Hawesko, begleitete den schluckweisen Aufstieg der Deutschen in die erste Weinkenner-Liga

Alexander Margaritoff sieht nicht nur aus wie ein zufriedener Mensch, er ist auch einer. Ohne genau zu wissen, wie reich er ist, kann man sagen, da sitzt ein Millionär – mit zehn Millionen Flaschen Wein im Lager und 44 Millionen verkauften Flaschen Wein im vergangenen Geschäftsjahr. Einer der führenden Weinhändler in Deutschland und in Europa, Vorstandsvorsitzender der Hawesko Holding AG, zu der neben dem Hanseatischen Wein- und Sekt-Kontor auch die fast 250 Jacques’ Wein-Depots gehören.

Zur Zufriedenheit des 52-Jährigen trägt bei, dass er eine ungewöhnliche Erfolgsstory präsentieren kann. Als sein Vater Peter 1964 in einer Garage nahe der Hamburger Alster einen Versandhandel startete, stand Hawesko noch für „Hanseatisches Wein- und Spirituosen-Kontor“: Denn Schnaps spielte damals eine große Rolle. Wurde Wein getrunken, dann überwiegend deutscher und süßer. „Bis die italienischen Arbeiter kamen, danach die Spanier und Portugiesen“, erinnert Margaritoff an den Siegeszug der Chianti-Bastflaschen, die zuerst die Pizzerien und später die Partykeller schmückten. Deutschland entdeckte schluckweise die weite Weinwelt.

Unverhofft kommt oft

Alexander Margaritoff zog es allerdings zuerst in eine andere Welt: In England studierte er Betriebswirtschaft, um dann als Vorstandsassistent bei der Bank für Gemeinwirtschaft in Frankfurt Reden zu schreiben. Der plötzliche Tod des Vaters holte ihn 1981 zurück nach Hamburg. So bitter damals der Anlass, so jäh die berufliche Wende. Heute sieht er den Schritt positiv: „Ich bin nicht traurig darüber, dass ich das gemacht habe. Man beschäftigt sich mit einem Produkt, das wirklich wunderschön und wie kaum ein anderes Produkt Sinnbild für Genuss ist.“

Und das sich auszahlt: „1981 machten wir zehn Millionen Mark Umsatz. In diesem Jahr hoffen wir, in Richtung 300 Millionen Euro zu gehen. Die Entwicklung war also positiv“, sagt Alexander Margaritoff mit hanseatischem Understatement.

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