Gerüche entfernen: Diese 5 Tipps helfen gegen stinkende Sportkleidung

Schweiß gehört zum Sport dazu, den Geruch in den Klamotten will trotzdem keiner haben
Schweißgeruch will keiner in seinen Sportklamotten – mit unseren Tipps können Sie bald beim Training wieder durchatmen

Schweiß gehört zum Sport dazu, den Geruch in den Klamotten will trotzdem keiner haben. Wir verraten, wie Sie es schaffen, dass die Sportkleidung nicht mehr stinkt

Gute Sport- und Funktionskleidung ist nicht ganz billig. Klar, dass wir unsere Shirts und Hosen so lange wie möglich tragen wollen. Umso ärgerlicher, wenn das Lieblings-Shirt auch nach mehrfachem Waschen immer noch müffelt. Lästige Gerüchte und Schweißränder müssen dabei aber noch lange kein Grund sein, sich von den Klamotten frühzeitig  zu trennen. Mit diesen Tipps bleiben Ihre Sachen länger frisch. 

In diesem Artikel
Schweiß ist eklig? Nicht ganz: Frischer Schweiß stinkt nicht
Schweiß ist eklig? Nicht ganz: Frischer Schweiß stinkt nicht

Woher kommt der Schweißgeruch?

Auf seine müffelnde Shirts angesprochen reagieren viele mit dem Ausspruch "Was? Mein Schweiß stinkt nicht!" Und sie haben sogar Recht. Denn frischer Schweiß stinkt tatsächlich nicht. Er ist eine geruchlose Flüssigkeit, welche zum größten Teil aus Wasser und Salz besteht. Schuld am Geruch sind Bakterien: Diese sitzen auf der Haut und es gibt davon weit über 100 verschiedene. Wenn sich diese zum Beispiel im feuchtwarmen Bereich der Achseln vermehren, fangen wir an, unangenehm zu riechen. Beim Schwitzen überträgt sich die Feuchtigkeit zusammen mit dem bereits entstandenen Geruch auf unsere Kleidung und diese beginnt ebenfalls zu stinken. Nicht alle Klamotten riechen dabei gleich intensiv, weiß Dr. Timo Hammer, Leiter des William-Küster-Instituts für Hygiene, Umwelt und Medizin, Teil der Hohenstein-Institute: "Wie stark ein Textil nach Schweiß riecht, hängt zum einen davon ab, wie viele Schweißgeruchsmoleküle das Textil aufnimmt und zum anderen wie viele dieser Moleküle im Zeitverlauf wieder freigegeben werden und damit als unangenehmer Geruch wahrnehmbar sind."

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Kann wahre Wunder wirken: Essig ist ein echter Geruchskiller und im kalten und heißen Wasser effektiv gegen den Schweiß
Essig ist ein echter Geruchskiller und im kalten und heißen Wasser effektiv gegen den Schweiß

Warum stinkt die Sportkleidung auch noch nach dem Waschen?

Trotz duftender Reinigungsmittel riecht das Trainings-Outfit nach dem Waschen oft nicht besser als vorher. Das Problem: Die meisten Sportklamotten sollte man laut Etikett nicht heißer als 30 oder 40 Grad waschen. Folge: "Schweißgeruchsmoleküle können am Textil haften bleiben. Sobald dann wieder Wärme dazukommt, z.B. beim Sport oder während des Bügelns, kann die Kleidung wieder schnell nach Schweiß riechen", erklärt der Experte. Kaltwäschen sind also selten effektiv bei Sportkleidung. "Rein aus hygienischer Sicht und zur Vermeidung des Geruchs gilt beim Waschen: Je heißer, desto besser", so der Experte. Die Waschempfehlung des Herstellers sollten Sie aber trotzdem beachten. Tipp: Gönnen Sie Ihrer Kleidung ab und zu eine Heißwäsche – jedoch nicht zu oft, um die Faser zu schonen. Alternative: Beim nächsten Waschgang einfach etwas Zitronensäure oder Essig zum Waschmittel hinzufügen. Die Säure entfernt die geruchsbildenden Bakterien. 

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Welche Stoffe eigenen sich am besten, um unangenehme Gerüche zu vermeiden? 

"Geruchssubstanzen haften unterschiedlich stark an den verschiedenen Fasertypen und dampfen somit auch unterschiedlich schnell ab", erklärt Experte Hammer.

Kunstfasern wie Polyester

Wichtigste Eigenschaft von Funktionskleidung: den Schweiß effizient vom Körper wegleiten. Hier sprechen die Experten von der sogenannten Kapillarität, einem Effekt, bei dem der Schweiß durch die Poren der Faser nach außen transportiert wird. An der Oberfläche der Kleidung kann er dann verdunsten. Besonders künstliche Stoffe wie Elastan und Polyester verfügen über diese wichtige Eigenschaft. Das Problem: Bei Kunstfasern gelangen auch die Geruchsmoleküle leichter nach außen und dringen bis in unsere Nasen vor.

Merinowolle als Sportkleidung

Alternative auf dem Stoff-Markt: Merinowolle. Der Stoff soll auch nach mehrmaligem Tragen noch angenehm riechen, da die darin enthaltenen Eiweißmoleküle (Kreatin) die Bakterien am Vermehren hindern. Außerdem nimmt Merinowolle den Schweiß schnell auf, die Bakterien haben kaum Zeit, den Schweiß zu zersetzen und bleiben aufgrund der Faserstruktur der Wolle auf der Haut. Das Problem: Merinowolle nimmt sehr viel Schweiß auf, ist daher für sehr intensive Aktivitäten und bei Hitze ungeeignet. Das Shirt ist schnell nass. Besser: Cocona-Faser, die auf Aktivkohle basiert (z.B. aus Kokosnussschlalen hegestellt). Diese soll ähnlich schnell trocken wie Kunstfaser. 

Mit Silber gegen Schweißgeruch

In einigen Stoffen sind Nano-Silberpartikel enthalten, welche Gerüche verhindern sollen. "Silber ist, wenn richtig eingesetzt, wirkungsvoll gegen Bakterien. Das heißt, die Anzahl der Bakterien auf dem Textil wird reduziert, was eine gewisse Zeit auch positiv auf die Geruchsentwicklung wirken kann", erklärt Hammer. Beim Tragen werden Silberionen freigesetzt, die wiederum Bakterien abtöten. Der Effekt hält aber nur eine gewisse Zeit an. Plus: Die Ionen töten alle möglichen Bakterien auf der Haut, was bei sensibler Haut möglicherwiese Probleme bereiten kann. Weitere gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen sind noch unklar, weswegen Sie im Zweifel besser silberfreie Stoffe nutzen sollten. 

Eine gründliche Körperhygiene kann helfen, dem unangenehmen Geruch vorzubeugen
Eine gründliche Körperhygiene hilft, dem unangenehmen Geruch vorzubeugen

Lässt sich Schweißgeruch ganz verhindern?

Jeder Mensch schwitzt beim Sport. Das ist ein Fakt. Dabei schwitzen wir alle unterschiedlich stark – je nach Veranlagung und Lebensgewohnheiten. Ein Wundermittel gegen den Gestank gibt es bisher noch nicht, denn früher oder später vermehren sich die geruchsbildenden Bakterien. Zum Glück lässt sich aber mit einer gründlichen Körperhygiene wirksam vorbeugen. "Sorgen Sie dafür, dass die Bakterien auf der Haut an den stark schwitzenden Stellen schon vor dem Sport reduziert werden, durch Waschen der Achseln und die Benutzung von Antitranspirantien", rät Hammer. Damit dauert es länger, bis Schweißgeruch entsteht. Dieser kann sehr unterschiedlich sein. Wie stark der Schweiß riecht, hängt von zahlreichen individuellen Faktoren, wie z.B. der Ernährung, ab. Wie gut die Geruchssubstanzen entfernbar sind, liegt an Ihrer "Mischung" – ob es wasser- oder fettlösliche Substanzen sind. Das sei bei jedem Menschen anders. 

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Wann sollte ich meine Sportkleidung wechseln?

Selbst bei teuren Sportklamotten kommt irgendwann der Tag, an dem Sie sich von ihnen trennen müssen. Wenn trotz unserer Tipps und Waschempfehlungen der Gestank (eventuell sogar in Ihrem Kleiderschrank) nicht weggeht, wird es Zeit das Teil auszusortieren. Damit dieser Tag noch in weiter Ferne liegt, sollten Sie in Zukunft die folgenden Tipps beachten:

Beim Waschen kommt es neben dem Waschmittel vor allem auf die Temperatur an. Hitze kann den Stoffen schaden
Beim Waschen kommt es neben dem Waschmittel vor allem auf die Temperatur an.

5 Tipps gegen stinkende Sportklamotten

1. Das richtige Waschmittel nehmen

Verwenden Sie auf keinen Fall Feinwaschmittel! Diese verstopfen die feinen Poren des Gewebes der Klamotten, die Atmungsaktivität wird eingeschränkt und Schweiß kann schlechter vom Körper weggeleitet werden. Am besten eignen sich spezielle Waschmittel für Sportkleidung. Diese überdecken die Gerüche intensiver als andere. Hygiene- und Sportwaschmittel binden die Substanzen, töten die Bakterien teilweise sogar ab. Hammer: "Generell gilt: Vollwaschmittel ist besser als Color-Waschmittel, je höher die Temperatur, desto effektiver."  

Wenn keine Zeit zum Waschen bleibt: Sofort aufhängen!
Wenn keine Zeit zum Waschen bleibt: Sofort zum Trocknen aufhängen!

2. Direkt nach dem Training lüften und waschen

Waschen Sie Ihre Kleidung nach jeder Art von Sport, damit unangenehme Gerüche gar nicht erst entstehen können. Haben Sie keine Zeit, hängen Sie die verschwitzten Klamotten an die frische Luft zum Trocknen. Wenn Sie die feuchte Kleidung über längere Zeit lagern, kann der Schweiß sich in den Stoffen festsetzen und lässt sich noch schwerer entfernen. Sollten Sie keine Zeit für die Wäsche nach dem Training haben, weichen Sie die Kleidung in Wasser ein und trocknen Sie sie anschließend gut. Dabei hängen Sie die Textilien am besten in die Sonne: "Bei Trockenheit und UV-Strahlung vermehren sich Bakterien schlechter und werden abgetötet", erklärt Hammer.  

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Die Sportschuhe waschen

Wenn auch die Schuhe riechen, ist es Zeit für eine Reinigung. Waschen Sie Ihre Laufschuhe am besten in einem Wäschebeutel bei 30 Grad. Feinwaschmittel und der niedrigste Schleudergang der Maschine schützen vor Schäden. Stellen Sie die Schuhe anschließend nach draußen und stopfen Sie sie mit Papier aus.  

Auch die Sporttasche säubern

Leeren Sie die Tasche gleich nach dem Training und lassen Sie sie am besten kurz auslüften. Waschen sie den Stoff einmal im Monat mit mildem Shampoo. Um auch das Innere zu reinigen, drehen Sie die Tasche auf links, anschließend gut trocknen lassen. "Es empfiehlt sich, Sporttaschen zu kaufen, die man in der Waschmaschine waschen kann, am besten bei 60 Grad", so der Experte. In jedem Fall: Im Anschluss an der Luft trocknen lassen, ebenfalls auf links gedreht.

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Beim Training schwitzen Sie überall – auch an den Füßen. Vergessen Sie bei der Wäsche daher nicht Ihre Schuhe!)
Beim Training schwitzen Sie überall – auch an den Füßen. Vergessen Sie daher nicht, Ihre Schuhe regelmäßig zu waschen.

3. Die Achseln rasieren

Achselrasur ist Frauensache? Von wegen! Die regelmäßige Haarentfernung trägt dazu bei, dem üblen Geruch entgegenzuwirken. Rasieren schützt zwar nicht vorm Schwitzen, Bakterien können sich aber nicht so leicht vermehren. Denn diese sitzen nicht nur auf der Haut, sondern heften sich auch an die Härchen unter den Achseln. Die Rasur hilft, die Oberfläche und den Nährboden der Keime zu verkleinern und wirkt so dem Geruch effektiv entgegen.

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4. Hin und wieder auf Risiko waschen

Die meisten Bakterien sind auch bei 40 Grad nicht klein zu kriegen. Waschen Sie Ihre Kleidung ab und zu auf 60 Grad – jedoch nicht zu oft, um die Faser zu schonen. Ausnahme: Kleidung mit Elastan-Anteil sollten Sie nicht zu heiß waschen, da dies die Fasern zerstören kann.

Schweißgeruch will keiner in seinen Sportklamotten – mit unseren Tipps können Sie bald beim Training wieder durchatmen
Für einen besseren Geruch im Lieblings-Shirt helfen auch ein paar einfache Hausmittel

5. Mit Hausmittel gegen Schweißflecken und Gerüche

Gegen lästige Schweißflecken, vor allem auf weißer Kleidung, helfen zum Glück ein paar einfache Hausmittel. Mischen Sie sich Ihre eigene Essiglauge: Das Mittel ist zwar sehr aggressiv, aber effizient im Kampf gegen die unschönen Ränder. Alternativ eignet sich Zitronensäure. Lassen Sie Ihre Klamotten einfach für eine halbe Stunde in einem 1:4-Mischverhältnis mit Wasser einwirken. Danach waschen Sie die Kleidung gründlich in der Maschine. Tipp vom Experten: "Gallseife, um fettlösliche Geruchsmoleküle, die beim Waschen teilweise schwer zu entfernen sind, loszuwerden."

Übrigens: Das Gefrierfach als Hausmittel gegen Schweißbakterien können Sie sich sparen. Denn die Frosttemperaturen töten bestimmt einige Bakterien, versetzen aber wiederum andere nur in eine Art Winterschlaf. Wird es wieder warm, nehmen diese erneut ihre Arbeit auf. 

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