Wundermittel oder Marketing-Gang: 7 Gesundheitsdrinks im Check

Kombucha. Apfelessig & Co.: Gesundheitsdrinks im Check
Daumen hoch oder runter für Apfelessig & Co.?

Wenn man der Werbung glauben schenkt, kann man Gesundheit trinken. Wir glauben nicht, wir testen die gängigsten "Gesundheitsdrinks" auf dem Markt

Für Sie tun wir wirklich alles. Wir finden nicht nur bei Experten heraus, ob sogenannte Gesundheits- und Schlankheits-Drinks wirken. Nein, wir probieren sie sogar selbst. Versammelt in der Men’s-Health-Küche machten wir den Test: Kriegt man dieses Zeug überhaupt runter? Um das Ergebnis gleich vorwegzunehmen: meistens nicht!

1. SAUERKRAUTSAFT

Was ist das: Saft von mit Milchsäurebakterien vergorenem Weißkohl.

Versprechen: Der Saft regt die Verdauung an und verbessert die Darmfunktion. Auch Entschlackung und ein nicht näher definierter schlank machender Effekt werden versprochen.

Geschmack: Sauerkraut in Überdosis. Wer davon ein Glas herunterkriegt, kann nicht gesund sein. Allerdings, wenn man es erhitzt und mit Kartoffelpüree mischt ...

Bewertung: Zwar regt die Milchsäure die Verdauung an, das würde allerdings mit echtem Sauerkraut, das darüber hinaus Ballaststoffe liefert, viel besser klappen.

2. MOLKE

Was ist das: Flüssigkeit, die bei der Herstellung von Käse entsteht.

Versprechen: Liefert sehr viel Eiweiß und Mineralstoffe bei wenig Kalorien.

Geschmack: Riecht wie warmer Jogurt und schmeckt milchig-säuerlich. Zwar kein Renner, aber gemischt mit Saft erträglich.

Bewertung: Molke ist tatsächlich eine gute Quelle für Calcium und Eiweiß, schneidet jedoch im Vergleich mit anderen Milchprodukten schlechter ab. So bieten Magermilch und daraus hergestellte Produkte bei ebenso wenig Kalorien sechsmal mehr Eiweiß und ein Fünftel mehr Calcium.

3. Weizengras

Was ist das: Aus den Trieben keimender Weizenkörner gepresste Flüssigkeit (beim Test-Produkt Zusatz von Grüntee, Fruchtsaft und Mikroalgen).

Versprechen: Weizengras liefert viele verschiedene Vitamine in großen Mengen, reguliert den Säure-Basen-Haushalt, das enthaltene Chlorophyll (die grünen Blattkörperchen) wirkt entgiftend, antibakteriell und wundheilend, unterstützt die Blutbildung.

Geschmack: Den Geruch – irgendetwas zwischen „Pfütze auf Kuhwiese“ und „sehr alter, feuchter dunkler Wald mit vielen toten Tieren drin“ – fanden alle fies. Das Urteil der Zungen war nicht einheitlich: „fruchtig“, „lasch“, „Rinnsal im Kuhstall“.

Bewertung: Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass der Genuss von Weizengrassaft irgendetwas bringt. Bleiben Sie also lieber bei Obst und Gemüse.

4. Kräuterblut

Was ist das: Hefe, Eisen und Vitamine, Kräuter-, Gemüse-, Algen- und Fruchtextrakte.

Versprechen: Verbessert die Blutbildung durch Eisen.

Geschmack: Malzig-kräutrig, ein bisschen wie Hustensaft (oder wie „in Urin aufgelöster Kräuterzucker“), im Abgang dann der Geschmack von Blut – das Eisen!

Bewertung: Wertvoll wie ein kleines Steak: Da Eisen in zweiwertiger Form vorliegt, wird es wie bei Fleisch gut aufgenommen.

5. Apfelessig

Was ist das: Durch Essigbakterien vergorener Apfelsaft.

Versprechen: 2 TL in Wasser verdünnt regen die Verdauung an, senken den Appetit und helfen beim Abnehmen.

Geschmack: Riecht nach geputztem Badezimmer. Trinkbar, auf der Zunge kommt der Essig nicht so unangenehm durch. Wenn’s schön macht …

Bewertung: Tut’s nicht, denn so Appetit verderbend ist es nicht. Wasser vor Mahlzeiten hat denselben Effekt für die Figur. Immerhin: Die Verdauung klappt besser.

6.  Brottrunk

Was ist das: Von Milchsäurebakterien vergorenes Brot.

Versprechen: Fördert die Heilung bei Durchfall, Neurodermitis, Schuppenflechte, Akne und Allergien, entgiftet und schützt vor Infektionen der Mundhöhle, stärkt die Abwehrkräfte.

Geschmack: So schmeckt wohl Salzsäure! Mehr spontane Bääähs gab es bei keinem Drink. Dafür riecht dieser nicht so stark.

Bewertung: Wirkt auf Grund der Milchsäure anregend auf die Verdauung. Über die positive Wirkung auf die Haut wird immer wieder auch von Ärzten anekdotenhaft berichtet; eine sauber durchgeführte Studie gibt’s dazu nicht.

7.  Kombucha

Was ist das: Ein gesüßter Tee, der von einem Kuchen aus Hefen und Bakterien („Teepilz“) vergoren wurde.

Versprechen: Verstärkung der Abwehrkräfte, Entschlackung und außerdem Hilfe bei Rheuma, Gicht, Diabetes, Impotenz und Krebs.

Geschmack: Man kann das Zeug lieben und fruchtig-frisch finden. Ansonsten etwas künstlich und süß, aber nicht eklig.

Bewertung: Von einer leicht abführenden Wirkung abgesehen, ist keine der Behauptungen bewiesen. Wahre Kombucha-Fetischisten brauen übrigens selbst, denn sie halten die Fertigversion für Zuckerbrause. Die ist immerhin keimfrei – das zu Hause hinzukriegen erfordert große Sorgfalt.

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