Risikofaktoren: Gesundheitsmuffel sitzen in Chefetagen

Gesundheitsmuffel sitzen in Chefetagen
Bluthochdruck, schlechte Cholesterinwerte und Übergewicht sind bei der Mehrheit der deutschen, männlichen Führungskräfte ein Problem

Miserable Noten für den Gesundheitszustand männlicher Führungskräfte. Das Gute: Sportmuffel lassen sich nach Schreckens-Diagnose häufig bekehren

Miese Gesundheitsbilanz in deutschen Chefetagen! Laut einer Langzeitstudie des Diagnostik Zentrum Fleetinsel (DZF) in Hamburg gehören Bluthochdruck, bedenkliche Leber- und Blutfettwerte sowie Übergewicht zu den Hauptrisikofaktoren von Männern. Interessant: Jährlich finden hier zirka 1500 Medical Check-Ups statt, von denen 70 Prozent von Führungskräften wahrgenommen werden.

Jeder Vierte hat Bluthochdruck
Erschreckend ist nicht nur, dass rund 33 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen an Bluthochdruck leiden, sondern vielmehr, dass Dreiviertel aller Betroffenen es nicht einmal wissen. "Dabei schädigt Bluthochdruck die Gefäße, ohne dass er zunächst Symptome verursacht. Schwindel, Nervosität, Ohrensausen, Kopfschmerzen oder eine gerötete Gesichtsfarbe werden vom Betroffenen meist nicht als Symptome erkannt", sagt Dr. Stein, ärztlicher Direktor und Kardiologe am DZF.

Bedenkliche LDL-Cholesterinwerte und Übergewicht
Mehr als die Hälfte der Teilnehmer hat bedenkliche LDL-Cholesterinwerte oder leidet an Gewichtsproblemen. Hat man zu viel vom sogenannten Low Density Lipoprotein (LDL), besser bekannt als "schlechtes Cholesterin", lagert es sich an den Gefäßinnenwänden ab und die Gefäße verengen sich. Die Folgen sind Durchblutungsstörungen im Herz, Gehirn oder in den Beinen – mit dem Risiko beispielsweise eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Rund 55 Prozent der männlichen Teilnehmer weisen bedenkliche LDL-Werte auf. Grund dafür ist eine zu fetthaltige Ernährung und zu wenig Bewegung. Aber auch das Übergewicht zählt zu den gesundheitlichen Hauptrisikofaktoren – demnach sind 41 Prozent der Check-Up-Teilnehmer übergewichtig.

Jeder dritte Mann hat eine Fettleber
Die Zahl der Leberzellverfettungen, die in der Langzeitstudie dokumentiert werden konnten, ist besorgniserregend, da aus den Leberwerten Rückschlüsse auf die Gesundheit gezogen werden kann. Grund für die starke Zunahme der Fettleber bei Männern ist die süße, fetthaltige und kohlenhydratreiche Nahrung sowie Bewegungsmangel. Aber auch Übergewicht, Diabetes mellitus oder aber bestimmte Medikamente können der Auslöser sein. Langfristig und ohne Therapie kann die Fettleber zu einer Leberzirrhose führen – aber kein Grund zur Panik: Die Fettleber ist reversibel, dennoch muss man seinen Lebensstil wesentlich umstellen.

Viele Teilnehmer zeigten nach ihren Check-Ups die Bereitschaft zu einem gesünderen Lebensstil. Die Studie zeigt, dass jeder Vierte sein Herzinfarktrisiko nachweislich reduziert. Auch der Anteil der Nichtraucher steigt um 17 Prozent und der Anteil der Sportmuffel sinkt von 34 auf 25 Prozent.

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