Sex vor dem Spiel ist o.k.

Viele Profiathleten sind – aus Angst vor Leistungseinbußen – in der Nacht vor einem Wettbewerb abstinent: ein überflüssiger Aberglauben, sagt ein kanadischer Forscher.

Es gibt keinerlei wissenschaftliche Beweise dafür, dass sexuelle Aktivitäten am Vorabend sportlicher Einsätze einen leistungsmindernden Effekt haben, berichtet Dr. Ian Shrier von der McGill Universität in Montreal, Kanada. Dennoch verzichten auch heute noch Sportler unterschiedlichster Disziplinen in der Nacht vor einem Wettkampf auf Sex.

Nur wenige wissenschaftliche Studien beschäftigten sich überhaupt mit dem Zusammenhang von Sex und Sport, so Shrier. Keine davon hätte einen Effekt auf die Kraft, Ausdauer, Balance, Reaktionszeit oder irgendeinen anderen sportlichen Parameter ergeben.

Dennoch sei zumindest ein psychologischer Effekt nicht auszuschließen. Sex könnte beispielsweise das Aggressionspotential von Athleten beeinflussen. Falls Sex tatsächlich einen Einfluss auf die Aggressivität habe, müsse das nicht automatisch schlecht sein: "Einige Menschen sind von Natur aus zu aggressiv. Sex könnte sie entspannen", so Shrier. Anderseits könnte ein Sexverzicht solchen Athleten helfen, die nicht aggressiv genug in den Wettkampf gingen - der Frust über die entgangenen Freuden könnte sie so richtig schön wütend machen.

Die mögliche Verbindung von Sex und Aggression müsste näher untersucht werden, so Shrier.

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