Atem-Power für Sportler: GoX - medizinischer Sauerstoff aus der Dose

Inhalation mit Sauerstoff-Flasche GoX
GoX Inhalationsflasche mit 4 Liter Sauerstoff

Sommer-Smog und erhöhte Ozonwerte vertragen sich schlecht mit Ausdauersport. Kann der extra Sauerstoff GoX aus dem Inhalator die Atemwege schützen?

Testobjekt: Sauerstoff-Inhalator
Produkt: GoX
Hersteller: MTI IndustrieGase
www.gox.de
Preis: 7,75 Euro

Bei GoX handelt es sich um eine zirka faustgroße Gasflasche aus Aluminium mit einem blauen Inhalations-Aufsatz aus Kunststoff. Man kann das Produkt in Sportfachgeschäften, Apotheken und im Internet kaufen.

Gegen Smog, Stress, Zellalterung und Schwächegefühl
Der Hersteller verspricht mit dieser mobilen Atemgasversorgung den Blutsauerstoffgehalt um zwei bis drei Prozent zu steigern. Dadurch soll GoX die körperlich und geistige Leistungsfähigkeit um 20 bis 30 Prozent verbessern. GoX soll außerdem Beschwerden lindern, die häufig bei Smog-Wetterlage und erhöhter Ozonbelastung auftreten. Kopfschmerzen, Atembeschwerden und Schwächegefühl sollen der Vergangenheit angehören. Einfach den Inhalierbecher über Mund und Nase setzen, den Einatmehebel des Geräts nach unten drücken und pro Anwendung mindestens fünfmal einatmen. Eine Flasche mit vier Liter Gas reicht für acht Anwendungen.

Keine Wirkung bei Ozon-Problemen
Richtig ist, dass Ozon-Gas bereits in kleinen Mengen schädlich für den Körper ist. An sonnigen Sommertagen steigt seine Konzentration in der normalen Atemluft. Bei dauerhafter Belastung kann es zu chronischen Entzündungen im Bereich der Atemwege führen. Jedoch hilft eine zusätzliche Gabe von Sauerstoff in diesem Fall nicht. "Sie ist nur bei Menschen nötig, die sehr niedrige Sauerstoffwerte im Blut aufweisen. Diese Menschen haben schwerwiegende Erkrankungen und müssen bis zu 16 Stunden am Tag zusätzlichen Sauerstoff bekommen", sagt Dr. Jens Schreiber, Lungenfacharzt am Universitätsklinikum in Magdeburg.

Inhalation mit Sauerstoff-Flasche GoX
Bei der Anwendung stülpt man den Inhalierbecher über Mund und Nase, drückt mit der Hand für ein bis zwei Sekunden auf den Entnahmehebel und atmet dann mindestens fünfmal tief ein

Gefahr durch zusätzliche Sauerstoff-Radikale
In unserem Körper entstehen freie Radikale aus den verschiedensten Gründen. Zum einen als Folge von Stoffwechselprozessen und erhöhter Belastung, wie zum Beispiel beim Sport. Zum anderen durch Umwelteinflüsse wie zum Beispiel Ozonbelastung, Zigarettenrauch und Pestizide. Der Organismus braucht sogar eine gewisse Anzahl an Radikalen um richtig zu funktionieren, erst in größeren Mengen sind freie Radikale schädlich. "Ich halte die Inhalation von zusätzlichem Sauerstoff für bedenklich wenn man im Sommer bei erhöhter Ozonbelastung zum Beispiel Sport treibt", warnt Pneumologe Schreiber. "Weitere Sauerstoffradikale können entstehen. Diese erhöhen den oxidativen Stress der Zelle und können die Entstehung von Krankheiten begünstigen."

Essen statt inhalieren
Will man den oxidativen Stress eindämmen und freie Radikale im Zaum halten, ist es besser sich ausgewogen zu ernähren. Wichtig ist ausreichende Versorgung mit Antioxidanzien wie Vitamin A, C, E, Betacarotin und Selen.
Möhren und Aprikosen eignen sich beispielsweise als gute Quellen für Betacarotin. Vitamin A steckt in Eigelb, Leber, Milch und Butter. Vitamin C in Paprika, Zitrusfrüchten, schwarzen Johannisbeeren, Kartoffeln und Kohlgemüse. Vitamin E in Weizenkeimöl, Sojabohnen, Schwarzwurzeln, Haselnüssen und Mandeln. Gute Selen-Quellen sind Fisch, Fleisch, Kokosnuss, Paranuss, Ei und Milch.

Fazit:Atmen Sie frische Luft
Da GoX keinen nachweisbaren, gesundheitlichen Nutzen mit sich bringt, sollten Sie lieber kein teures Geld für einen Inhalator ausgeben. Möglicherweise ist die Anwendung sogar nachteilig für Ihre Atemwege.
An heißen Sommertagen machen Sie Sport am besten morgens oder abends. Vor 12 Uhr und nach 19 Uhr ist die Ozonbelastung am geringsten. Aktuelle Messwerte finden Sie beim Umweltbundesamt.

Mitarbeit: Raphaela Oswald

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