TomTom Multi-Sport : GPS-Uhr von TomTom im Ausdauer-Test

TomToms Multi-Sport-Uhr empfiehlt sich als Universal-Trainingshilfe fürs Laufen, Schwimmen und Radfahren
Mit einem Bewegungssensor misst die TomTom Multi-Sport-Uhr Zeit, Länge, Bahnen, Armzüge und verbrannte Kalorien

TomToms Multi-Sport-Uhr empfiehlt sich als Universal-Trainingshilfe fürs Laufen, Schwimmen und Radfahren. Wir haben den Test-Triathlon gewagt. Das Ergebnis

TomTom bietet mit seiner neuen Multi-Sport-Uhr ein allumfassendes Messinstrument für die 3 gängigen Ausdauersportarten an. 200 Euro kostet die Sport-Watch fürs Laufen, Radfahren, Schwimmen, 300 Euro mit Brustgurt und Fahrradsensor. Wir haben's getestet:

    1. Etappe: Laufen
    Die erste Überraschung: Die Sportwatch von TomTom hat nach wenigen Sekunden ein GPS-Signal – und ich kann loslaufen.  Das ist in der Tat bemerkenswert. Mit anderen GPS-Uhren dauert es bisweilen mehrere Minuten bis ich Satellitenverbindung bekomme. TomTom arbeitet hingegen mit „QuickGPS“: Wer die Uhr alle 3 Tage mit dem Rechner verbindet, bekommt automatisch die aktuellen Satellitenpositionen übertragen. Folge: Die Uhr muss nicht lange suchen und verbindet sich zügig. Beim Laufen funktioniert alles einwandfrei. Die Uhr ist flach, leicht und gut ablesbar. Bedient wird sie nicht mit Knöpfen, sondern mit einer Art viereckigem Joystick/Klappschalter auf dem Armband.  Das ist gewöhnungsbedürftig, aber bequem. Läufer können Ziele für die anstehende Trainingseinheit festlegen: etwa zu verbrennende Kalorien, oder Streckenlänge. Leider funktioniert das nicht für die Woche oder den Monat. Weitere Features: Trainingszonen für Pace und Herzfrequenz sowie der „Rennen-Modus“. Hier sollen Sie gegen frühere Laufzeiten antreten können. Es gibt auch vordefinierte Läufe, die man als Referenz nehmen kann. Auch Intervalltraining ist nach dem letzten Software-Update programmierbar. Damit ist die TomTom Multi-Sport-Uhr ein perfekter Laufbegleiter. Die Akkulaufzeit im GPS-Betreib liegt laut Hersteller bei zirka 10 Stunden.

      2. Etappe: Radfahren
      Für Rennradfahrer gibt es eine Fahrrad-Halterung (das Display wird aus dem Armband geklickt und am Bike-Mount befestigt) sowie einen Geschwindigkeits- und Trittfrequenz-Sensor. Wie der Brustgurt verbindet sich der Bike-Sensor über Bluetooth mit der Uhr. Das ist schnell, heißt aber gleichzeitig, dass die GPS-Uhr nicht mit der weitverbreiteten ANT+-Technik kompatibel ist. Wichtig: Unbedingt die korrekte Radgröße eingeben. Denn die TomTom Sport-Watch nutzt beim Biken, wenn der Rad-Sensor angeschlossen ist, nicht zusätzlich GPS, um Geschwindigkeit und Distanz zu messen, sondern eben nur jenen Sensor. Ein barometrischer Höhenmesser zeigt Steigung, Auf- und Abstieg an. Auf der Testfahrt lief fast alles einwandfrei, nur der Höhenmesser hatte den einen oder anderen Aussetzer. Weitere Nachteile: Die Fahrradhalterung passt nicht an alle Räder. Plus: Die Uhr funktioniert nicht als Navi. Sie können also keinen GPS-Routen folgen.

      Die Multi-Sport-Uhr von TomTom mit Brustgurt und Fahrradsensor gibt's ab zirka 300 Euro
      Die Multi-Sport-Uhr von TomTom mit Brustgurt und Fahrradsensor gibt's ab zirka 300 Euro

        3. Etappe: Schwimmen
        Ab ins Wasser. Über einen Bewegungssensor berechnet die Uhr Strecke, Bahnen, Armzüge pro Bahn und verbrannte Kalorien. Der so genannte Swolf-Wert (Züge pro Bahn + verstrichene Zeit) gibt Auskunft über Ihre Leistungsfähigkeit. Bedingung: Sie stellen vorher in der Uhr die Bahnlänge (zum Beispiel 25 Meter) ein. Denn beim Schwimmen nutzt die Sport-Watch kein GPS. Das ist perfekt für Indoor-Schwimmer, heißt aber auch, dass Triathleten mit der Uhr nichts anfangen können, da sie kein Freiwasser-Schwimmen unterstützt. Bei meinen Testrunden im Pool bin ich jedenfalls überzeugt: Die Uhr rechnet sehr zuverlässig, selbst die Art der Wende ist kein Problem. Einige Male verzählte sich die Uhr um eine Bahn. Ansonsten stimmt die Messung, auch wenn sich das Gerät teilweise erst einige Meter nach der Wende aktualisiert.

          Cool-Down: Laufband
          Der Bewegungssensor soll nicht nur Schwimmzüge, sondern auch die Distanz auf einem Laufband abschätzen – und das ohne Schuhsensor. Im Test funktionierte das nicht ganz perfekt. Die Daten sind in den ersten Laufminuten eher ungenau, was natürlich auch an den Laufbändern liegen kann. Intervalltraining läuft beispielsweise nur mit großen Abweichungen. Plus: Der Griff zur Wasserflasche wird schnell zum Geschwindigkeits-Ausreißer. Immerhin: Im Nachhinein lässt sich der Lauf auf der Uhr kalibrieren – also die richtige Distanz manuell eintippen – unser Fazit ist trotzdem eindeutig: Es ist zwar praktisch, alle Ausdauereinheiten mit einem Gerät zu messen – aber abgesehen von dieser Bequemlichkeit, braucht man den ungenauen Laufband-Modus nicht.

          Die Software TomTom MySport Connector lädt die Trainingsdaten der Uhr ins Netz und auf Ihren Rechner
          Die Software TomTom MySport Connector lädt die Trainingsdaten der Uhr ins Netz und auf Ihren Rechner

            Trainingsauswertung
            Die Software MySport Connector lädt die Trainingsdaten der Uhr – sobald Sie diese an den Rechner anschließen – auf die TomTom-MySport-Seite sowie (wenn Sie es wünschen) auf mehrere externe Seiten wie www.mapmyfitness.com. Das hat seinen Grund. Denn die Auswertung auf dem TomTom-Portal ist sehr eingeschränkt und wenig hilfreich. Bearbeiten können Sie Ihre Daten momentan nur über den Drittanbieter Mapmyfitness. Immerhin will TomTom hier nach und nach aufrüsten. Großer Pluspunkt: Die GPS-Uhr gibt sich offen. Sie können Ihre Trainingseinheiten in vielen Formaten auf dem Rechner speichern (etwa als KML-, FIT-, TCX-, oder GPX-Datei) und in Desktop- und Web-Anwendungen von anderen Anbietern (z.B. Garmin) importieren. Das ist sehr praktisch, wenn man Produkte unterschiedlicher Hersteller nutzt, aber nur eine Auswertung wünscht.

            Fazit: Die Mulit-Sport-Uhr von TomTom ist top fürs Laufen und Indoor-Schwimmen. Triathleten brauchen ein anderes Tool.

            Die Vorteile:

            • Die GPS-Uhr von TomTom ist leicht, einfach zu bedienen und abzulesen.
            • Die schnelle Satelliten-Suche ist großartig.
            • Fürs Laufen und Schwimmen eine halbwegs günstige und effiziente Trainingsauswertung. Radfahrer bekommen ein durchschnittliches Auswertungstool für Trittfrequenz, Geschwindigkeit und Strecke.  
            • Die Sport-Watch unterstützt viele Dateiformate

            Die Nachteile:

            • Für Triathleten ist die Sport-Watch nicht zu gebrauchen, da sie kein Freiwasser-Schwimmen unterstützt und auch nicht automatisch zwischen den Sportarten wechselt (Multisport-Modus).
            • Die Auswertungs-Webseite ist noch im Aufbau.
            • Einige Features sind noch fehlerhaft: Beispielsweise stellt sich die Uhr beim Verbinden mit dem Rechner immer wieder auf Englisch.
            • Obwohl die Uhr Daten über Bluetooth empfängt, gibt es keine passende Smartphone-App

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