Mobil weltweit: Günstig telefonieren im Urlaub

Telefonieren im Ausland kann teuer werden
Telefonieren im Urlaub kann teuer werden

Nie wieder böse Überraschungen mit der Handyrechnung. Hier gibt’s die besten Spartipps fürs Telefonieren und Surfen im Ausland

Zumindest innerhalb der EU soll das Telefonieren, Surfen und SMS-Verschicken mit dem Mobiltelefon ab Sommer 2014 wesentlich günstiger werden. Die teuren Roaming-Kosten, die Zusatzgebühren für SMS sowie fürs Telefonieren und Surfen, sollen innerhalb der EU ganz abgeschafft werden. Sie könnten dann im EU-Ausland Ihr Handy zu den gleichen Konditionen nutzen wie zu Hause. Bis dahin sollten Sie innerhalb Europas unsere Tipps berücksichtigen. Für Reisen in andere Länder gelten diese auch darüber hinaus.

Vorab Handy überprüfen
Telefonieren und Surfen funktioniert nur, wenn Ihr Handy über die passenden Frequenzbänder des jeweiligen Landes verfügt. Die bei uns in Deutschland üblichen Dualband-Handys funktionieren in nahezu allen Ländern. Einschränkungen gibt es in Japan, Südkorea, Nord-und Südamerika, sowie auf den karibischen Inseln. Dort benötigen Sie ein Tri- oder besser ein Quadband-Handy.

Roamingpartner checken
Informieren Sie sich über günstige Roamingpartner. Viele Anbieter kooperieren mit ausländischen Partnernetzen, in denen die Tarife günstiger sind. Damit Sie auch in diesem Netz eingeloggt sind, sollten Sie vorab die automatische Netzeinwahl abstellen und auf manuell einstellen. Die günstigsten Anbieter finden Sie auf Web-Portalen wie tariftipp.de oder auf den Seiten Ihres Anbieters. Die Mailbox (##002# und die Anruftaste drücken) und den automatischen Datenabruf bei Smartphones sollten Sie abstellen. Denn schon das automatische Abrufen von E-Mails kann hohe Kosten verursachen. Wichtig: Werden Sie im Ausland angerufen, zahlen Sie die Gebühren für den ausländischen Mobilfunkanbieter, nicht der Anrufer.

Den günstigsten Auslandstarif finden
Die günstigste Alternative: Skype. Dazu benötigen Sie natürlich einen Internetzugang. Immer mehr Cafés und Hotels im Ausland bieten WLAN an. Bernd Klusmann, Bereichsleiter Telekommunikationstechnologien vom Branchenverband Bitkom: "Prüfen Sie, ob das WLAN-Netz durch einen WPA2-Schlüssel gesichert ist und denken Sie an ein Headset, sonst leidet die Gesprächsqualität".

Auslandstarif oder Prepaid-Karten?
„Der passende Tarif hängt mit der Dauer Ihres Aufenthalts zusammen und wie intensiv Sie telefonieren und surfen“, so Klusmann. Bei Reisen über 2 Wochen empfiehlt der Experte einen speziellen Auslandstarif Ihres Mobilfunkanbieters. Das kostet zwar eine zusätzliche Grundgebühr, allerdings sind die Minutenpreise dafür sehr günstig. Noch besser, insbesondere wenn Sie häufig nach Hause telefonieren wollen: Mobilfunkkarten spezieller Reise-Discounter wie cellion (für die USA), solomo und TouristMobile. Damit kosten Anrufe nach Deutschland 29 bis 39 Cent pro Minute. Nachteil: Sie bekommen eine neue Nummer und nicht alle Prepaid-Handys nehmen diese Prepaid-Karten an. Tipp: Hinterlassen Sie einfach die neue Rufnummer auf der Mailbox Ihres normalen Anschlusses. 

Falls Sie innerhalb Ihres Urlaubslandes viel telefonieren wollen, ist eine ausländische Prepaid-Karte zu empfehlen. Gehen Sie einfach in einen Handy-Shop eines großen Anbieters in Ihrem Urlaubsland und fragen nach einem Prepaid-Sim-Karten-Angebot. Für Gespräche im Land selbst ist dies die günstigste Alternative. Aber: Gespräche nach Deutschland sind damit wiederum teuer. Allerdings sollte Ihr Telefon nicht mit einer so genannten Netz- oder Simkartensperre Ihres heimischen Anbieters belegt sein (üblich bei über Mobilfunkverträge finanzierten Handys). Tipp für Weltenbummler: Bei travelsim.com gibt's eine Karte, mit der Sie in 120 Ländern zu günstigen Konditionen telefonieren können.

Calling-Cards, WLAN oder vergünstigte Vorwahlnummern?
So genannte Calling Cards können Sie in vielen Kiosken und Supermärkten kaufen. Sie erhalten Guthaben, das Sie von jedem Telefon nutzen oder auch zum Surfen über Hotspots verbrauchen können. Falls Sie über ein Handy mit WLAN-Funktion verfügen, können Sie bei einer WiFi-Verbindung auch damit telefonieren. Hierfür gibt es Smartphone-Apps von beispielsweise Skype und Viber. "Vergünstigte Vorwahlwahlnummern sind eine recht aufwändige Alternative, da der billigste Anbieter je nach Aufenthaltsort, Zielort, Netz, Tageszeit etc. variiert. Vergünstigte Vorwahlwahlnummern sind daher nur für "Pfennigfuchser" geeignet, die dafür Zeit haben, so Klusmann. Allerdings sind die Nummern schnell überlastet und blockiert.

Beim Surfen Daten-Roaming umgehen
Seit dem 1. Juli 2010 sind die Anbieter innerhalb der EU dazu verpflichtet ab einem Rechnungsbetrag von 59,50 Euro die Internet-Verbindung automatisch zu trennen. In anderen Ländern können beim Daten-Roaming die Kosten schnell bei täglicher Nutzung auf mehrere hundert oder sogar tausend Euro ansteigen. "Schalten Sie deshalb automatisches Daten-Roaming ab", so Klusmann. Wenn Sie nicht auf mobiles Internet verzichten möchten, können Sie verschiedene Angebote Ihres Mobilfunkanbieters, wie zum Beispiel Tages-Flatrates oder Tages-Pässe, nutzen. Diese kosten dann, je nach Land und Datenvolumen, zwischen 2 und 20 Euro. Günstiger wird's, wenn Sie sich im Ausland eine Prepaid-Karte eines dortigen Anbieters kaufen. Das dort aufgeladene Guthaben können Sie häufig (bei einem Internet-fähigen Handy) auch zum Surfen verwenden – und zwar zum dort gültigen Tarif und nicht zu überhöhten Roaming-Preisen. Wichtig: Lassen Sie sich die zum Auslandsnetz passenden Einstellungen für mobile Daten am Smartphone zeigen. Alternative: Sie suchen schon zu Hause nach Gratis-WLAN-Hotspots an Ihrem Urlaubsort: zum Beispiel auf hotspot-locations.com.

Sponsored SectionAnzeige