Zapfenzähne: Häßliche Frontzähne

Tipp: Gegen Mundgeruch hilft oft ein Zungenschaber
Wenn Zähne zu zeigen zum Problem wird, ist es höchste Zeit, den Zahnarzt aufzusuchen

Eckzähne, die nicht voll ausgebildet sind, passen nicht zum Rest des Gebisses (Zapfenzähne)

Problem: Auch bei angeschlagenen oder kurz geknirschten Schneidezähnen – das Ergebnis ist meistens das Gleiche: Die Betroffenen trauen sich kaum zu lächeln.

Lösung: Beschädigte Frontzähne wurden früher genauso repariert wie Seitenzähne: je nach Größe des Defekts mit einer Füllung oder einer Krone

„Doch Löcher bei Frontzähnen oder fehlende Ecken unsichtbar mit Komposit aufzubauen ist zwar machbar, aber aufwändig und kompliziert“, sagt Experte Ahlers, „das können nicht viele Zahnärzte.“ Hinzu kommt die geringere Haltbarkeit des Kunststoffs und seine Anfälligkeit für Verfärbungen. Deshalb wurden meist Kronen bevorzugt. Doch um sie einsetzen zu können, muss der Zahn bis auf einen Stumpf abgeschliffen werden. Er reagiert danach oft mit Überempfindlichkeit gegenüber Hitze und Kälte. Ahlers: „Mitunter kommt es sogar zu Schäden am Zahnmark.“

Schonender sind Veneers, hauchdünne Verblendschalen aus Keramik, die auf den Zahn aufgeklebt werden. „Material und Technik sind heute so gut, dass Veneers häufig die bessere Alternative sind“, so Ahlers. Um sie zu befestigen, muss der Zahn weniger beschliffen werden, meist nur 0,3 bis 0,45 Millimeter. Noch dünnere Schalen anzupreisen halten Experten für Scharlatanerie. „Der Zahntechniker braucht eine gewisse Substanz, um überhaupt das Farbspiel herstellen zu können, das ein Keramik-Veneer wie einen echten Zahn aussehen lässt“, erläutert Ahlers. „Ohne Tiefenmarkierer kann man nachweislich nicht so exakt schleifen – und solche mit weniger als 0,3 Millimeter gibt es gar nicht.“

a) Ein Frontzahn ist verfärbt, so dass noch keine Krone nötig ist. b) Nach dem Anschleifen werden dieser und die Innenschale der Keramikschale leicht angeätzt. c) Die Schale wird mit Spezialkleber am Zahn befestigt d) Die Keramikschale imitiert die Farbe des echten Zahns

Zahnärzte und Zahntechniker müssen echte Könner sein, damit das Ergebnis wirklich gut aussieht. Die Mitgliedschaft bei der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde (DGÄZ) ist ein Hinweis darauf, dass ein Zahnarzt besonders engagiert ist. Die Adressen der Profis, die regelmäßige Fortbildung nachweisen und spezielle Prüfungen ablegen müssen, finden Sie auf www.dgaez.de beim Punkt „aktive Mitglieder“.

Achtung: Was als gelungen gilt ist durchaus verschieden! Der europäische Geschmack favorisiert Veneers mit kleinen, beabsichtigten Imperfektionen, die sie sehr natürlich aussehen lassen. Den amerikanischen Stil nennen Experten „Gartenzaun“: Die Zähne sind makellos und blendend weiß – zu schön, um echt zu sein. Besprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt eingehend, was in Ihrem Mund am besten aussieht und was Sie gut finden.
Je stärker die Optik Ihres Lächelns durch die Behandlung verändert wird, desto wichtiger ist es, im Vorfeld Simulationen vorzunehmen, entweder am Computer oder am Modell. „Das kostet zwar extra, ist allerdings sehr wichtig“, sagt Ahlers.

Noch lebensechter ist ein Mock-up: Kunststoff-Veneers in der geplanten Form, die testweise auf die Zähne gesetzt werden. Bei großen Veränderungen können Kunststoff-Veneers provisorisch und gerade noch lösbar an den Zähnen befestigt werden, damit man einige Monate lang testen kann, wie man mit der geplanten Versorgung zurechtkommt.

Übrigens: Das Tragen schützender Kunststoff-Schienen ist bei Veneers noch dringender nötig als bei Keramik-Inlays. Uneinsichtige Knirscher bekommen die teuren Schalen sehr schnell kaputt.

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