Flucht aus der Realität: Halluzinogene Drogen

Der Fliegenpilz gehört zur Gruppe der Halluzinogene
Der Fliegenpilz gehört zur Gruppe der Halluzinogene

Halluzinogene lösen typischer Weise Wahrnehmungsstörungen aus. Ein psychische Abhängigkeit entsteht schnell

Die Droge

Dass Fliegenpilze giftig sind und man die Finger davon lassen soll, bringen Eltern schon ihren kleinen Kindern bei. Dennoch kommen einige Personen immer wieder auf die Idee, diesen und andere Pilze – versehen mit der verharmlosenden Bezeichnung "Zauberpilz" – als Rauschmittel zu konsumieren. Neben Pilzen, die zur Gruppe der botanischen Halluzinogene zählen, gibt es auch synthetische Halluzinogene wie beispielsweise LSD.

Konsumformen

Halluzinogene werden entweder direkt gegessen – so etwa einige der Pilze – oder in Wasser oder Saft aufgelöst getrunken.

Wirkung von Halluzinogenen

Typischer Effekt von Halluzinogenen – darauf deutet der Name schon hin – ist das Auslösen von Halluzinationen. Die Konsumenten verfallen in eine Art Dämmerzustand, der oft von akustischen oder optischen Sinnestäuschungen begleitet wird. "Zudem verschwimmt häufig die Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit", erklärt unser Experte Prof. Thomasius. Konkret bedeutet dies etwa, dass der Konsument nicht mehr zwischen sich und der Umwelt unterscheiden kann. Er hält sich beispielsweise für eine andere Person. Wie auch einige andere Drogen verstärken Halluzinogene bereits vorhandene Stimmungen.

Die Wirkungsdauer von Pilzen liegt mit vier bis sechs Stunden unter der von LSD, wo der Rauschzustand sich über bis zu zwölf Stunden erstreckt.

Suchtfaktor

Der Konsum von Halluzinogenen führt nicht zu einer körperlichen Abhängigkeit. Die Wahrscheinlichkeit einer psychischen Abhängigkeit ist demgegenüber sehr hoch. Bei der Einnahme von LSD stellt sich eine rasche Gewöhnung ein, so dass die Dosen in kurzer Zeit stark erhöht werden müssen.

Kurzfristige Risiken und Landzeitfolgen

Während der Wirkzeit von LSD kommt es zu Hitze- und Kältewallungen. Die Einnahme von Pilzen wird oft von Übelkeit und Erbrechen, Herzrasen, Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl begleitet. Unter Einfluss von Halluzinogenen verletzen sich die Konsumenten aus Versehen oft selbst, weil sie in Folge von Sinnestäuschungen ihre Umwelt nicht mehr richtig wahrnehmen und Gefahren nicht einschätzen können. Bisher unerkannte Psychosen können unter Einfluss von Halluzinogenen zum Ausbruch kommen.

Die Störung der Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit hält in einigen Fällen auch über den eigentlichen Rauschzustand hinaus an. Dies kann beim Betroffenen zu Wahnzuständen oder zu Gefühlen des Bedrohung führen.

Der Entzug

Hier finden Sie weitere Informationen über Anlaufstellen in der Suchtberatung.

Zum Weiterlesen

Gereon Janzing: Psychoaktive Drogen weltweit

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