Sixpack-Marathon, 1. Monat: Her mit dem Waschbrettbauch

Sebastian bei der genauen Analyse mit Coach Stephan
Sebastian legte in seinem ersten Monat knapp 2 Kilo an Muskeln zu

Mit Waschbrettb und Co. wollte es bei Sebastian noch nie so recht klappen. Bis jetzt! So verlief sein Sixpack-Start

Warum dieses Men's-Health-Projekt meine letzte Chance ist? Nun, mit meinen läppischen 63 Kilo bin ich für einen erwachsenen Mann viel zu leicht. Beim Boxen wäre ich damit ein Superleichtgewicht. Wie uncool! Aber noch viel schlimmer: Ich hab's noch nicht mal ansatzweise zu einem Sixpack gebracht. Dabei bin ich trainiert, treibe regelmäßig Sport. Noch ein großes Problem: Es fällt mir unheimlich schwer, an Gewicht zuzulegen. Ich kann wie ein Scheunendrescher futtern, es bleibt einfach nichts hängen! Sobald ich aufhöre, übertrieben zu essen, sinkt mein Körpergewicht – quasi ein umgekehrter Jo-Jo-Effekt. Wenn ich Freunden davon erzähle, verstehen die mich nicht. Im Gegenteil, ich werde deshalb sogar beneidet. Dabei ist es wirklich unangenehm, optisch eine halbe Portion zu sein – auf dem Sportplatz, im Schwimmbad, in der Disko.

Masse aufbauen, ohne fett zu werden
Mit dem Zunehmen allein ist es dabei nicht getan, ich möchte ja nicht wahllos Pommes und Burger in mich hineinstopfen. Nein, ich möchte Masse aufbauen, ohne fett zu werden. In die Schwergewichtsklasse werde ich wohl nie aufsteigen, aber stabile 70 Kilo sollten drin sein. Oder nach Boxermaßstäben: das Superweltergewicht. Vielleicht klappt's dann auch endlich mal mit dem verdammten Sixpack!

11 Übungen, 3 Sätze, 1 Minute Pause
Die erste Trainingseinheit ließ mich hoffen, sie war wirklich knüppelhart. Und das nicht nur, weil ich um sieben Uhr morgens in der Trainingshalle der Sporthochschule Köln aufschlagen musste. Lag es an den 11 Übungen mit je 3 Sätzen, an den kurzen Pausen von nur 1 Minute oder an der krassen Intensität, die Coach Stephan Geisler uns auf die schmächtigen Leiber geschnitten hatte? Ich schleppte mich jedenfalls gleich nach dem Workout regelrecht unter die Dusche. Und das, obwohl ich seit Jahren regelmäßig Krafttraining mache. Der anschließende Weg zur S-Bahn kam mir noch nie so lang vor. Mann, war ich froh, als ich sitzen durfte! Und zum ersten Mal seit langer Zeit war ich glücklich, einen Bürojob zu haben. Ein Traum: 8 Stunden einfach nur sitzen. Was Stephan im Detail mit uns vorhat, erklärt er ja später noch selbst. Klasse finde ich, dass wir die Trainingsintensität nach Gefühl steuern können. Das ist in etwa so wie beim Laufen, nach dem Motto: Wenn ich mich noch unterhalten kann, dann laufe ich im Fettverbrennungsmodus. Stephan hat uns übrigens erzählt, dass dieses Training normalerweise American-Football-Profis in den USA absolvieren. Echte Kerle, die das Zwei- bis Dreifache von mir auf die Waage bringen. Wow!

Sebastian bei der genauen Analyse mit Coach Stephan
Coach Stephan sieht für Sebastian noch Luft nach oben

Sit-ups mehr als verdoppelt, erste Erfolge spürbar
Da war es also kein Wunder, dass ich diesen ersten Muskelkater so deutlich spürte. Kein Wunder auch, dass schon nach kürzester Zeit erste Erfolge sichtbar wurden. Nach anderthalb Wochen hatte ich meinen persönlichen Rekord in Sachen Sit-ups mehr als verdoppelt: 20 Wiederholungen am Stück – und das ohne zur Unterstützung die Füße einzuklemmen! Beim Eingangs-Krafttest unseres Best-Bauch-Projektes bin ich nach 9 Sit-ups beinahe auseinandergefallen, so grottenschlecht war ich. Jetzt schaffe ich schon 20 Wiederholungen –das ist wirklich ein absolut geiles Gefühl! Einige Tage später liege ich abends platt im Bett, als sich meine Freundin an mich drückt und mit der Hand über meinen Bauch fährt: "Hey, fühlt sich wirklich schon ein bisschen fester an." Tolles Kompliment! Aber kann sich nach so kurzer Trainingszeit wirklich schon was getan haben? Zu sehen ist vom Sixpack noch nichts. Eine weitere Woche später spüre ich dann selbst, wie sich mein T-Shirt immer mehr spannt. Mein Körper verhält sich wie das Universum: Er expandiert in alle Richtungen. Ich ahne Böses – nach den 4 Monaten werde ich mich komplett neu einkleiden müssen.

In 3 Wochen dank richtiger Ernährung 2 Kilo zugelegt
Den endgültigen Beweis, dass sich die ganze Plackerei lohnt, gibt's dann nach Woche drei, als ich mich mal wieder auf eine Waage stelle: 2 Kilo zugelegt, 65 sind es jetzt. Traummarke 70 Kilo, ich komme! Das Ganze funktioniert natürlich nur mit der richtigen Ernährung, über die ich ein anderes Mal berichten werde. Nur so viel: Man kann gar nicht so viel essen, wie man müsste, um den Hunger zu stillen, den das intensive Training nach sich zieht. Deshalb nehmen wir Eiweißpulver als Nahrungsergänzung. Ganz ohne Schnickschnack wie Kreatin, L-Carnitin oder Ähnliches. Eben nur, damit wir nicht tonnenweise Hühnchenfleisch in uns hineinschaufeln müssen.

Nach vier Wochen Training auf Split-Training wechseln
Nach nunmehr 4 Wochen bin ich beim Krafttraining ein neuer Mensch. Haben mich zu Anfang kurze Satzpausen von 60 Sekunden geschlaucht, kann ich es mittlerweile schon nach 40 Sekunden kaum erwarten, wieder an die Hantel zu kommen. Ich erhole mich viel schneller als früher. Wir stehen nun vor einem Wechsel: Nächsten Monat müssen wir nicht mehr 3-, sondern 4-mal in der Woche an die Eisen. Mit anderen Worten: Split-Training. Dazu kommt noch eine Ausdauereinheit pro Woche, beispielsweise 60 Minuten Jogging, damit wir nicht wie Hefekuchen auseinandergehen. Denn wir futtern immer noch so viel, als würde es ab morgen nichts mehr geben.

Fazit nach 1. Monat: Brustumfang vergrößert, Beine und Bauch gestärkt
Die Tests nach einem Monat bringen super Ergebnisse – das motiviert! Mein Brustumfang hat sich von 92 auf 96 Zentimeter vergrößert. Wahnsinn! An der Beinpresse schaffe ich knapp 20 Kilogramm mehr als noch vor 4 Wochen. Und statt nach 9 Sit-ups keuchend das Training abzubrechen, schaffe ich davon jetzt 25 – in einer Minute. Wo soll das alles bloß noch hinführen? Werde auch ich eines Tages Gouverneur von Kalifornien sein?

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