Herzinfarkt: 5 Fragen an Professor Thomas Eschenhagen

Die Medizin der Zukunft: High-Tech gegen Krankheiten

Wir haben 3 Experten 5 Fragen zu den Krankheiten Krebs, Diabetes und Herzinfarkt und deren Ausmaße in der Zukunft gestellt. Lesen Sie hier die Antworten

Professor Thomas Eschenhagen ist Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislaufforschung in Berlin. Er erhielt 2013 den „ERC Advanced Grant“ – eine Auszeichnung für ehrgeizige und wegbereitende Forschungsvorhaben.

1. Nimmt die Anzahl der Erkrankungsfälle tendenziell eher zu oder ab?

Erfreulicherweise sinkt in Deutschland die Infarkt-Quote. In den letzten 20 Jahren ist sie um 40 Prozent zurückgegangen. Allerdings sind die regionalen Unterschiede enorm. In Hamburg sterben laut aktuellem Deutschen Herzbericht von 100.000 Menschen 48 an einem Herzinfarkt. In Sachsen-Anhalt sind es mit 99 mehr als doppelt so viele. Über die Gründe dafür lässt sich nur spekulieren. Wahrscheinlich sind es vor allem Unterschiede im Lebensstil. Ob die unterschiedliche Kardiologen-Dichte eine Rolle spielt, lässt sich nicht sagen.   

2. Welches sind die größten Risikofaktoren?

Auf Platz 1 steht das Rauchen. Zweifelsfrei begünstigt auch eine sehr fett- und fleischreiche Ernährung Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und akute sowie chronische Entzündungen im Körper, die fatalerweise oft unbemerkt bleiben.

3. Wie kann ich mein persönliches Risiko senken?

Durch regelmäßiges körperliches Training. Dadurch kommt es zu positiven Veränderungen im vegetativen Nervensystem. Wir können Stress besser verarbeiten und uns besser entspannen. Zudem senkt Sport Gewicht und Blutdruck. Damit ist kein herzbelastender Extremsport wie Marathonläufe oder exzessives Bodybuilding gemeint. 20 bis 30 Minuten zügiges Gehen oder Radfahren pro Tag sind schon wirksam. 

4. Warum kriegen Ärzte die Erkrankung trotz intensiver Forschung bisher nicht in den Griff?

Wir werden nie vollständig verhindern können, dass Menschen an einem Herzinfarkt sterben. Das wäre fast so wie der Versuch, gar nicht zu sterben. Trotzdem zählt die Infarktbehandlung zu den großen Erfolgsgeschichten in der Medizin. Nicht so radikal erfolgreich wie Impfungen oder Antibiotika, aber selten konnte eine Volkskrankheit in so kurzer Zeit so effektiv reduziert werden. Und dank immer neuerer Erkenntnisse und Medikamente werden die Zahlen weiter sinken. 

5. Wie hat sich die Therapie in den letzten 20 Jahren verändert?

Dramatisch, sowohl medikamentös als auch logistisch. Erstens nehmen heute viele Millionen Patienten in Deutschland dauerhaft Medikamente, die Herzinfarkten vorbeugen: Aspirin, Cholesterinhemmer (Statine), sowie Blutdrucksenker wie Betablocker oder ACE-Hemmer. Zweitens wird ein verschlossenes Herzkranzgefäß zum Großteil innerhalb von 3 Stunden in einem Katheder-Labor wieder geöffnet, damit möglichst wenig Herzgewebe abstirbt. Das erhöht die Überlebenschancen erheblich.

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