Langzeitfolgen: Heute essen, an Morgen denken

Süßigkeiten enthalten viele Zusatzstoffe
In Süßigkeiten sind viele Zusatzstoffe

Sich richtig zu ernähren, heißt vor allem auch, vorausschauend zu denken und Langzeitfolgen abzusehen

Auf der Suche nach dem idealen Hirnfutter denkt man als junger Mensch allerdings eher daran, Prüfungen oder Konferenzen besser zu überstehen, als Alzheimer vorzubeugen. Das ist ja auch nicht verkehrt, aber kurzsichtig. Denn die Krankheit nimmt weltweit dramatisch zu – und die Weichen für geistige Frische oder Umnachtung im Alter werden Jahrzehnte vorher gestellt. „Wenn man erste Symptome spürt und der Arzt etwas feststellen kann, ist das Absterben der Nervenzellen schon 30 Jahre im Gange“, erklärt der Molekularbiologe, der 1988 den BSE-Erreger entdeckte.

Wodurch Alzheimer ausgelöst wird, ist noch immer nicht geklärt, aber man kennt inzwischen viele Puzzleteile, die dabei eine Rolle spielen und natürlich die Folgen: Nach und nach sterben die Nervenzellen, so dass immer mehr Fähigkeiten verloren gehen, Betroffene am Ende wie Babys gepflegt werden müssen. Beobachtungen an genetisch identischen Zwillingen zeigen laut Beyreuther, wie wichtig der Lebensstil ist, um dem Schicksal zu entgehen: „Durch gesunde Ernährung lässt sich der Beginn der Erkrankung um zehn bis 20 Jahre hinauszögern.“

Worauf Sie verzichten sollten
Um die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten, ist es aber nicht nur wichtig, was man isst, sondern auch, was man meidet. Wer viel industriell Hergestelltes isst – ob nun Fruchtjogurt, Tiefkühlpizza oder Süßigkeiten, nimmt damit eine unüberschaubare Menge an Zusatzstoffen zu sich, was manche Experten inzwischen als problematisch ansehen. Studien geben immer wieder Hinweise auf schädigende Wirkungen, unter anderem auf das Gehirn.

Problem: Meistens gibt es auch (häufig von der Industrie gesponserte) Untersuchungen, die das widerlegen. Wer hat nun Recht? „Kritische Stoffe müssen im Zweifel aus dem Verkehr gezogen werden, so, wie es in der Umweltpolitik längst üblich ist“, sagt Thilo Bode, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation Foodwatch. „Würde das Vorsorgeprinzip angewendet, müsste die Hälfte der rund 300 erlaubten Zusatzstoffe vom Markt.“

Weitere Erkenntnisse, Turbos fürs Gehirn und die Erfolgsgeschichte von Michael Wertebach finden Sie in der April-2007-Ausgabe von Men's Health

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