Filmtipp "Der Hobbit": Hobbits und Zwerge ganz groß

In der "Der Hobbit – eine unerwartete Reise" werden 13 Zwerge und ein kleiner Hobbit zu großen Actionhelden. Das Kino-Highlight des Jahres

Am besten Sie vergessen alles, was Sie über Peter Jacksons Hobbit-Verfilmung, der Vorgeschichte zum Herr der Ringe-Welterfolg, im Vorfeld gelesen und gehört haben. Denn lange Diskussionen über die Treue zur Vorlage von J.R.R. Tolkien, die neuartige Bildtechnik oder die epische Länge des meist erwarteten Films des Jahres sind im Grunde zweitrangig. Die einzig relevante Frage ist doch: Soll ich mir das wirklich im Kino antun? Die Antwort: Ja, Sie müssen sogar. Denn Der Hobbit – eine unerwartete Reise ist wohl das Spektakulärste, was seit Avatar im Kino zu sehen war und dürfte so ziemlich jeden Kinofan perfekt unterhalten: eine spannende Story, tolle Charaktere, halsbrecherische Action, atemberaubende Landschaften und Kulissen. Und das Ganze in einer nie dagewesenen messerscharfen Optik. Das muss man auf der großen Leinwand sehen. Einzige Voraussetzung: Sie mögen actionreiche Fantasy-Abenteuer und haben etwas Sitzfleisch. Dann erwartet Sie nichts weniger als das Kino-Highlight des Jahres.

Zauberer Gandalf (Ian McKellen) versucht Bilbo (Martin Freeman) zu überreden, sich der Gruppe anzuschließen
Zauberer Gandalf (Ian McKellen) hat Mühe, den Hobbit Bilbo (Martin Freeman) zu überzeugen, sich auf ein Abenteuer einzulassen

Darum geht’s: 60 Jahre vor den Ereignissen aus den „Herr der Ringe"-Filmen trommelt der Zauberer Gandalf (Ian McKellen) ein Dutzend Zwerge zusammen, die mit Anführer Thorin Eichenschild (Richard Armitage) eine vor langer Zeit von einem Drachen verwüstete Zwergen-Stadt erkunden sollen. Gandalf beharrt darauf, dass der Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) mit zur Truppe gehört. Er soll den Zwergen als Meisterdieb zur Verfügung stehen. Doch Bilbo ist weder ein guter Räuber noch begeistert von der Idee, seine gemütliche Hobbit-Höhle zu verlassen. Schließlich kann er sich doch überwinden, der illustren Reisegruppe zu folgen. Auf dem langen Weg zum ehemaligen Goldreich der Zwerge stellen sich den Reisenden gefräßige Trolle, fiese Orks und jede Menge alte Bekannte aus der Herr der Ringe-Welt in den Weg.

Herr der Ringe-Fans wird Jacksons Fantasy-Spektakel begeistern, schließlich gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten
Wiedersehen mit alten Bekannten: Bilbo trifft erstmals die Kreatur Gollum

Vom Kinderbuch zum Action-Spektakel
Kaum zu glauben, dass dieses epochale und actionreiche Fantasy-Abenteuer ursprünglich mal ein Kinderbuch war. Schuld hat Regisseur Jackson, der Tolkiens Buchvorlage großzügig übertreibt und ausschmückt. Sein Ziel: Mehr Schauwerte, die erwachsentauglich sind. Das ist ihm gelungen. Aus Der Hobbit ist eine Art Herr der Ringe 2 geworden. Für Kinder mit all den finsteren Wesen und brutalen Schlachten eher nicht geeignet. Das mag nicht jedem schmecken, erfüllt aber einen Zweck. Der erste Teil der Hobbit-Reihe (insgesamt wird es 3 geben) ist gerade auch wegen der maßlos überzogenen und düsteren Action-Sequenzen ein Meisterstück der Kinounterhaltung. Hinzu kommt die neuartige Bildtechnik. Statt 24 prallen jetzt 48 Bilder pro Sekunde aufs menschliche Auge. Folge: Mittelerde ist schärfer, detailreicher und realistischer denn je. Das ist zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber insbesondere bei aufwendigen Massenszenen ein echter Pluspunkt.

Fazit: Herr der Ringe-Fans wird Jacksons Fantasy-Spektakel begeistern, schließlich gibt's im Minutentakt Verweise auf die erfolgreiche Trilogie. Nicht-Fans werden die erste Stunde etwas Geduld haben müssen. Dann wird Der Hobbit sie trotzdem überzeugen, egal, was die anderen sagen.

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise (USA, Neuseeland 2012)
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson, Guillermo del Toro, J.R.R. Tolkien (Vorlage)
Darsteller: Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Armitage
Länge: 166 Minuten
Start: 13. Dezember 2012

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