Vitaminpräparate: Anabolika in Nahrungsergänzern gefunden

Immer wenn er Pillen nahm...
Hormone im Pillencocktail?

Wieder wurden Verunreinigungen in Nahrungsergänzungsmitteln gefunden. Dieses Mal gefährliche Hormonvorstufen

Nahrungsergänzer wie Vitamine oder andere Zusatzstoffe werden vor allem von sportlichen Menschen gerne und viel geschluckt. In einigen der Präparate fanden Forscher jetzt sogar schädliche Hormonvorstufen, die auf der Liste der Inhaltsstoffe nicht verzeichnet waren.

Wilhelm Schänzer und seine Kollegen von der Sporthochschule Köln untersuchten 600 verschiedene Nahrungsergänzungsmittel und fanden in 90 davon Verunreinigungen "und zwar sogenannte Prohormone, das sind Vorläufer von Testosteron oder Nandrolon, das ja im letzten Jahr im Zusammenhang mit sehr vielen bekannten Dopingfällen genannt geworden ist." Das sagte Schänzer auf einem Symposium der Deutschen Sporthochschulen in Köln.

Solche Hormonvorstufen können einem Sportler in einer Dopingkontrolle zum Verhängnis werden, auch wenn er sie nur in Spuren und unbeabsichtigt durch Nahrungsergänzungsmittel aufnimmt. Für Freizeitsportler stellen die Prohormone im Allgemeinen eine geringe Gefahr dar.

Engländer langen richtig zu
Außer bei einem Importprodukt aus Großbritannien: Dort wurde Metandienon in Dosen unter das Mittel gemischt, "die eigentlich therapeutischen Dosierungen entsprechen," sagte Schänzer. Metandienon ist ein Steroidhormon, dass in der Dopingstatistik der Labors des Internationalen Olympischen Komitees an vierter Stelle gleich hinter Testosteron, Nandrolon und Stanozolon geführt wird.

Auf der Packungsbeilage dieser Importmittel wird Metandienon unter dem wenig aussagefähigen Namen 1-T-Matrix geführt. Wer dieses Mittel über längere Zeit einnimmt, kann seine Leber oder Niere beträchtlich schädigen. Bei langfristiger Einnahme setzen bei Männern auch noch "verweiblichenden" Effekte ein. Mit einem Wort: Frauenbrüste.

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