Filmtipp "Wolverine: Weg des Kriegers": Hugh Jackman fährt die Krallen ein

X-Men-Comic-Held Wolverine verliert im neusten Action-Abenteuer nicht nur seine Superkräfte, sondern auch noch den Lebenswillen. Wir verraten, ob er Ihre Unterstützung braucht

Wolverine kann nichts stoppen: keine Kugel, kein Messer, vermutlich nicht einmal ein schlechter  Film. Denn die von Hugh Jackman verkörperte Mutanten-Comicfigur mit seinen 30 Zentimeter langen Krallen in der Hand ist einfach zu cool. Selbst die neuste Kinoversion des Marvel-Comics wird daran nichts ändern. Wolverine: Weg des Kriegers hat wenig mit den X-Men-Blockbustern der Vergangenheit gemein. Nicht einmal viel Action gibt’s in der 6. Verfilmung des Mutanten-Comics. Stattdessen muss sich der Superheld mit einer Lebenskrise, der Vergangenheit und der japanischen Yakuza herumschlagen. Wolverine: Weg des Kriegers ist mehr eine Charakterstudie des einsamen Kämpfers als ein Action-Spektakel. Und die kommt fast gänzlich ohne die beliebten Mutanten der X-Men aus. Wolverine verliert darin Heilungskräfte und Lebenswillen und muss vorerst die Krallen einfahren. Die Story-Idee ist zwar mutig, dafür aber nicht ganz so spannend wie erhofft.

Wolverine (Hugh Jackman) muss sich in Japan mit Ninjas herumschlagen
Wolverine (Hugh Jackman) muss sich in Japan mit Ninjas herumschlagen

Darum geht’s in Wolverine: Weg des Kriegers: Logan (Jackman) hat sein Leben als Superheld Wolverine hinter sich gelassen. Er hat sich nach Alaska zurückgezogen, wo ihn Alpträume und der Tod von Jean Grey (Famke Janssen, X-Men: Der letzte Widerstand) plagen. Dort findet ihn die junge Yukio (Rila Fukushima), die ihn nach Japan bringen soll. Der Großunternehmer Yashida, dem Logan vor langer Zeit das Leben rettete, liegt im Sterben. Yashida will sich bei Wolverine bedanken, indem er ihm Sterblichkeit verspricht. Logan lehnt ab, verliert aber trotzdem seine Heilungskräfte. Plus: Er verliebt sich in Yashidas Enkelin Mariko (Tao Okamoto), die nach dem Tod ihres Großvaters von der japanischen Yakuza verfolgt wird.

Wolverine (Hugh Jackman) verliebt sich in Yashidas Enkelin Mariko (Tao Okamoto)
Wolverine (Hugh Jackman) verliebt sich in die Japanerin Mariko (Tao Okamoto)

Falten, V-Kreuz und Sixpack
Im Vergleich zu anderen Superhelden-Blockbustern ist Wolverine: Weg des Kriegers sehr ruhig erzählt. Das Problem: Die Story ist zu dünn und vorhersehbar, dass die Spannung für volle 2 Stunden hält. Wer die vorigen Filme kennt, erfährt zudem wenig Neues über Fan-Liebling Wolverine. Auch die Geschichte der X-Men bringt der Film nicht voran. Immerhin: Hugh Jackman macht eine sehr gute Figur. Mit Mitte 40 hat er zwar ein paar Falten mehr, V-Kreuz und Sixpack sind allerdings immer noch beeindruckend. Auch schauspielerisch holt er alles raus. Da stört es nicht so sehr, dass die Spannung relativ frühzeitig über die Klinge springt.

Fazit: Was bleibt sind einige sehr gute Kampfszenen und die Hoffnung, dass es bald besser wird. Mit Wolverine: Weg des Kriegers wirkt das X-Men-Franchise irgendwie ausgelutscht, wäre da nicht eine grandiose Extra-Szene nach dem Abspann, für die sich das Warten in jedem Fall lohnt. Denn diese 2 Minuten geben schon mal einen Ausblick auf X-Men: Days of Future Past, dem großen X-Men-Finale, das 2014 ins Haus steht.

Wolverine: Weg des Kriegers (USA 2013)
Regie: James Mangold
Buch: Mark Bomback, Scott Frank, Christopher McQuarrie        
Darsteller: Hugh Jackman, Rila Fukushima, Famke Janssen, Tao Okamoto
Länge: 126 Minuten
Start: 25. Juli 2013

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