Bauch vs. Kopf: Hungergefühle richtig deuten

Teller füllt man in der Küche
Auch wenn's wehtut: Vor dem Servieren die Teller erhitzen

Über den Unterschied zwischen Appetit und Hunger, und wie Sie letzteren clever in den Griff kriegen

Haben Sie beim Lesen Hunger gekriegt? Oder ist es bloß Appetit? Das Gefühl von Hunger
ist wie das der Sättigung ein physiologischer Zustand, der durch viele Hormone im Hirn – genauer: im Hypothalamus – reguliert wird. Im Gegensatz dazu lässt sich der Appetit stark durch die äußeren Reize beeinflussen. Einen ganz erheblichen Einfluss beim Auslösen von
Appetitgefühlen hat das limbische System, das emotionale Zentrum unseres Gehirns.

Das limbische System ist dafür verantwortlich, dass schon der bloße Gedanke an bestimmte Lebensmittel oder Gerichte Ihr Verlangen danach steigert und Ihnen das Wasser im Mund zusammenläuft. Dabei ist es dem limbischen System vollkommen egal, ob Ihr Magen leer oder gefüllt ist. Die pure Lust des Gehirns ist schuld, dass Sie auch dann noch essen, wenn die Sättigungshormone melden, dass Ihr Körper eigentlich schon genug hat.

Aber auch äußere Reize nehmen Einfluss auf die Sättigung. Ein wichtiger Faktor sind die Augen. Bekanntlich sind sie oft größer als der Magen. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Männer beim Essen keine Niederlage hinnehmen möchten. Und das bedeutet: Wie groß und wie voll der Teller auch ist, sie werden ihn ratzeputz leer essen, um nicht als Memme dazustehen. Für das Männerhirn ist ein Teller gleichzeitig auch eine Portion, ganz gleich, welche Größe er hat. Also, lassen Sie mit dem Teller nicht auch die Portionsgröße wachsen. Verwenden Sie lieber kleine Teller.

Tipp: Richten Sie das Essen in der Küche an. Töpfe und Schüsseln bleiben dort. Eine US-Studie der Cornell University in Ithaca hat gezeigt, dass Männer weniger dazu neigen, sich zu überfuttern, wenn während des Essens Nachschlag nicht offen auf dem Tisch steht, sondern irgendwo außerhalb des Blickfeldes.

Seite 15 von 17

Sponsored SectionAnzeige