Diätforschung: Hungern reduziert Organfett

Folie um den Bauch hemmt die Transpiration
Ohne Bauch fitter

Ultrastrenges Kalorienzählen reduziert gefährliches Bauchhöhlenfett und hält fit: Ob dies jedoch umsetzbar ist, bleibt fraglich

Der Verzicht auf einen vollen Bauch hält offenbar fit. Noch mehr: Ständiger verlängert sogar das Leben. Dieses zunächst paradoxe Prinzip funktioniert zumindest bei Ratten. In einer Laborstudie hatten US-Wissenschaftler eine Gruppe neugeborener Ratten auf strenge Diät gesetzt. Die Nager durften nur noch 60 Prozent ihres Normalbedarfs essen. Ergebnis: Die Tiere wuchsen heran, blieben aber dabei schlank und setzten kaum so genanntes Bauchhöhlenfett an.

Die Vergleichsgruppe durfte hingegen normal fressen. Diese Ratten setzten mit der Zeit Fett an und bauten Muskeln ab. Die Diät-Ratten blieben jedoch muskulös. Laut Studienleiter Tongjian You von der Universität in Buffalo ist die Hunger-Diät ein interessanter Ansatz, um dem altersbedingten Muskelabbau ein Schnippchen zu schlagen.

Um das Fett im Bauchraum streiten sich die Wissenschaftler. Denn nicht wenige Forscher nehmen an, dass es Entzündungsstoffe birgt, die chronische Krankheiten und damit einen Vitalitätsverlust verursachen.

Ob sich eine solche Diät auf den Menschen anwenden lässt, bleibt fraglich: Männer dürften nicht mehr als 1500 Kalorien pro Tag essen – das dürfte kaum einer längere Zeit auszuhalten. Außerdem: "Ein Leben lang so wenig Kalorien zu sich zu nehmen, ist fast unmöglich. Und im hohen Alter plötzlich die Kalorienbremse zu ziehen, ist extrem schädlich", sagt Ernährungswissenschaftler You. Er schlägt eine Einsparung von acht Prozent der täglichen Kalorienzufuhr vor. "Damit hätten sich in Studien auch schon eine Verringerung des oxidativen Stresses im Körper und der Entzündungsmarker ergeben" so You.

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