Natürliches Antikrebsmittel: Immergrün heilt Hodenkrebs

Immergrün heilt Hodenkrebs
Die Pflanze Immergrün besitzt Wirkstoffe gegen Hodenkrebs

Pflanzliche Mittel können im Kampf gegen Hodenkrebs und Darmentzündungen helfen - jedoch nicht ohne Nebenwirkungen

Besonders intensiv erforschen Chemiker die Heilkräuter. In der Rinde der pazifischen Eibe fanden sie Taxol, ein inzwischen legendäres Antikrebsmittel. Auch Etoposid und Vinblastin – effektive Wirkstoffe gegen den Hodenkrebs – stammen aus der Natur: von der Flussblattwurzel und einem madegassischen Immergrün. Sanft sind solche Arzneien nicht: "Wie andere wirksame Antikrebsmittel besitzen auch sie ein hohes Nebenwirkungspotenzial", sagt Dr. Matthias Rostock von der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg.

Gleich mehrere Forscherteams untersuchen derzeit das Harz des indischen Weihrauchbaumes Boswellia serrata. Professor Hermann Ammon, Pharmakologe an der Uni Tübingen: "Inhaltsstoffe des Harzes, die Boswelliasäuren, unterdrücken die Synthese des entzündungsfördernden Botenstoffs Leukotrien." Rheumatiker, die seit Jahren das Extrakt H15 nehmen, sind also keinem Placebo aufgesessen. Leukotriene spielen auch bei anderen Krankheiten eine Rolle, zum Beispiel bei chronischen Darmentzündungen. Da wirkt Weihrauch dank der Boswelliasäuren ähnlich effektiv wie Cortison – bei weniger Nebenwirkungen. Das ergab eine Studie der Uniklinik Mannheim.

Sogar gegen Hirntumore kann Weihrauch helfen: Pharmakologen aus Ulm und Gießen bewiesen, dass Boswelliasäuren anders als synthetische Mittel bis ins Gehirn dringen. Dort bekämpfen sie Wasseransammlungen, die gesunde Nerven zerstören. Ammon hofft sogar, Weihrauch könne Tumore direkt zerstören: "Im Reagenzglas löst es mitunter den Selbstmord von Krebszellen aus."

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