Indoor-Cycling: Gefahr durch Überlastung droht

Indoor-Cycling gilt als Geheimtipp zur Fettverbrennung. Jetzt fanden Experten, dass Viele sich dabei vor allem überanstrengen, statt Fett zu verbrennen.

Durch die Gruppendynamik, die Musik und die Wettkampfsituation besteht für Radfahrer beim Indoor-Cycling - einer Variante des Indoor-Biking -, die Gefahr der Überanstrengung, ohne dass der Sportler es bemerkt, berichteten Experten auf dem Kongress für Sportmedizin und Prävention in Rotenburg/Fulda. Die meisten glauben sogar, ihre Belastungsgrenze noch nicht erreicht zu haben.

Die subjektive Anstrengung der Radler messen Sportmediziner mit Hilfe der Borg-Skala von sechs (sehr leicht) bis 20 (sehr schwer) Die objektive Belastung ergibt sich aus der Messung der Laktatwerte, der Herzfrequenz und der Stresshormone.

Wie eine Untersuchung der Uniklinik Tübingen ergab, lag bei trainierten "Indoor-Cyclern" die Herzfrequenz nach Spitzenbelastungen bei 160/min, die Laktatmessung ergab bei Frauen acht Millimol (mmol) pro Liter, bei Männern etwa neun. Untrainierte Menschen erreichen sogar einen Laktatwert von 11,2 mmol pro Liter.

Damit trainierten sie voll im anaeroben Bereich, der die Fettverbrennung nicht begünstigt. Eine Trainingsbelastung gilt als anaerob, wenn die Laktatkonzentration über sechs Millimol pro Liter liegt.

Laktat ist ein Abfallprodukt des Stoffwechsels. Es entsteht, wenn der Sauerstoffgehalt des Bluts nicht ausreicht und der Blutzucker Glukose anaerob vergärt.

Somit "ist Indoor-Cycling weder als Grundlagenausdauertraining noch zur Fettverbrennung geeignet", erklärte Diplomsportlehrer Benno Weiler von der Universität Saarbrücken laut einem Bericht der Ärzte-Zeitung. Mit moderatem Ausdauertraining lassen sich diese Ziele besser erreichen.

Trotzdem dürfen gesunde "Indoor-Cycler" weiter in die Pedale treten, wenn es ihnen Spaß macht. Nur herzkreislaufbelasteten und älteren Sportlern sei davon abzuraten, so Weiler.

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