Working Dads: Interview mit Teilzeitvater Holger

Working Dads
Holger Janosch und sein Sohn Paul

Holger Janosch aus Bottrop (45) ist verheiratet, Vater von Paul (10) und arbeitet bei Vodafone in der Auftragsabwicklung Qualitätsmanagement. Sein Teilzeitmodell: 25 Stunden pro Woche, aufgeteilt auf Montag bis Freitag (ohne feste Verteilung). 3 Tage davon in der Regel vor Ort am Campus und 2 Tage Home Office

Welche Gründe sprachen für Sie dafür, sich für Teilzeit zu entscheiden?
Nach drei Jahren Elternzeit, habe ich mich für Teilzeit als Widereinstieg in den Job  entschieden. Wichtig für mich war auch der Berufswunsch meiner Frau und ich möchte weiterhin die Zeit mit meinem Kind optimal nutzen. Ich habe mir nach wie vor  zugetraut, die Rolle des Teilzeit-Vaters und des Teilzeit-Berufstätigen zu erfüllen. 

Inwiefern profitiert Ihr Kind davon, dass Sie in Teilzeit arbeiten?
Ich glaube, unser Sohn braucht einfach altersbedingt eine persönliche Betreuung durch einen der Elternteile, ob Vater oder Mutter ist grundsätzlich nicht so entscheidend. Wir haben uns aber entschieden, dass ich das mache, weil Väter mit einigen Dingen vielleicht anders umgehen als Mütter. Die gemeinsame Zeit mit meinem Sohn empfinde ich als fantastisch und mir gefällt es ganz besonders, an den Stärken und der Entwicklung meines Sohnes mitzuwirken.

Gab es Schwierigkeiten bei der Umsetzung?
Als ich mich für Teilzeit entschieden habe, gab es aus dem familiären Umfeld und unserem Freundes- und Bekanntenkreis glücklicherweise sehr viel Unterstützung. Vereinzelt merkte man aber auch ein Augenrollen, wenn es um das Thema ‘Männer und Teilzeit‘ ging. Man braucht einfach ein gesundes Selbstbewusstsein und muss über den Dingen stehen. Ernste Schwierigkeiten gab es bei uns nicht.

Merken Sie einen Unterschied im Alltag, was klappt gut was weniger?
Eine ordentliche Portion Organisationstalent ist für Väter in Teilzeit sehr wichtig. Aber mit einem flexiblen Arbeitgeber, der beispielsweise auch mal Homeoffice ermöglicht, klappt’s Kinderbetreuung und berufliche Verpflichtungen zu vereinbaren.

Wie hat der Arbeitgeber reagiert?
Positiv. Dank der Teilzeit hat sich für mich sogar ein beruflicher Aufstieg ergeben.  Mein Arbeitgeber hat mitbekommen wie ich mit dem Privaten und Beruflichen organisatorisch umgehe, kam auf mich zu und hat mir die Stelle des ‘Projektmanagement-Organisators‘ angeboten.

Hatten Sie Bedenken bezüglich der eigenen Karriere? 
Ich persönlich hatte zu keiner Zeit Bedenken. Familie und Beruf lässt sich gut kombinieren. Wenn man sich leistungsstark zeigt, werden sich immer wieder attraktive Jobmöglichkeiten entwickeln, trotz Teilzeit. Es kommt natürlich auf den Arbeitgeber an. Da bekomme ich bei Vodafone die bestmögliche Unterstützung.

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