Working Dads: Interview mit Teilzeitvater Bernhard

Working Dads
Bernhard Schneck bei seiner Arbeit und mit seiner Tochter Ada

Bernhard Schneck (54) kommt aus München, ist verheiratet und Vater von Ada (4). Er arbeitet seit 1992 als Geschäftsführer bei der Genua GmbH, seit 2011 in Teilzeit. Sein Modell: 32 Std/Woche.

Welche Gründe sprachen für Sie dafür, sich für Teilzeit zu entscheiden?

Mir war wichtig, durch die Teilzeitarbeit meine berufstätige Frau zu entlasten und meine Tochter aufwachsen zu sehen. Ich möchte schließlich keine Puppe zum „in die Ecke stellen“, sondern möglichst viel Zeit mit meinem Kind verbringen, es richtig kennenlernen und bestmöglich für meine Familie da sein.

Inwiefern profitiert Ihr Kind davon, dass Sie in Teilzeit arbeiten?

In der Freizeit kann ich viel mit meiner kleinen Tochter unternehmen, z. B. sie zu ihrem Karatekurs begleiten.

Gab es Schwierigkeiten bei der Umsetzung?

Nein, meine Kollegen aus der Geschäftsführung haben auch Kinder, von daher gab es vollstes Verständnis statt Verärgerung. Viele bei uns arbeiten in flexiblen Arbeitszeitmodellen. Ein Kollege ist gerade für zwei Jahre in Elternzeit gegangen, ein anderer für vier Monate nach Südafrika.  Ein Zusatzvorteil bei uns: Wir haben eine betriebsinterne Kinderbetreuung, dort “arbeitet“ dann meine Tochter und ich arbeite im Büro, ein Stockwerk höher. Am Nachmittag fahren wir heim und genießen den gemeinsamen Feierabend.

Merken Sie einen Unterschied im Alltag?

Man muss sich seine Zeit straff einteilen, um alle wichtigen Aufgaben erledigen zu können.

Wie hat Ihr Umfeld reagiert?

Bei uns in der Firma haben wir die Wichtigkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erkannt. Das heißt, wir wollen nicht, dass unsere Mitarbeiter 80 Stunden die Woche arbeiten und nach zwei Jahren in einen Burnout schlittern. Teilzeit ist ein wichtiger Aspekt, um Freiraum für das Familienleben mit kleinen Kindern oder auch zeitintensive Hobbys zu schaffen. Wenn es im Privatleben stimmt, bringen die Mitarbeiter auch im Beruf gute Leistungen – ohne ständig Überstunden machen zu müssen.

Hatten Sie Bedenken bezüglich der eigenen Karriere?

Nein, ich musste mir glücklicherweise kaum Gedanken dazu machen. Sicherlich ein Vorteil, wenn man Geschäftsführer ist.

Zusatztipp von Bernhard Schneck: Die Zeit mit dem eigenen Kind ist wertvoll und kommt so nie wieder. Da bringt Teilzeit unheimlich viel und man sollte sich nicht davon abhalten lassen. Wenn der Arbeitgeber das anders sieht, also n Depp ist, suchen Sie sich einen anderen! Also, einfach machen – es lohnt sich.


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