Working Dads: Interview mit Teilzeitvater Sven

Working Dads
Sven Seipold mit seinen Kindern und bei der Arbeit

Sven Seipold (46) kommt aus Wustermark und ist der Vater von Nina (5) und Maxi & Romy (20 Monate). Er arbeitet seit dem Jahr 2000 bei der Berliner Stadtreinigung. Sein Teilzeitmodell: 20 Stunden pro Woche (50%)

Welche Gründe sprachen für Sie dafür, sich für Teilzeit zu entscheiden?

Ich wollte mich zuhause verstärkt einbringen, meine Frau entlasten und meine Kid’s aufwachsen sehen. Das geht nur, wenn man mehr Zeit zuhause verbringt.

Inwiefern profitieren Ihre Kinder davon, dass Sie in Teilzeit arbeiten?

Ich habe drei Kinder und kann mich nicht gleichzeitig um diese kümmern, wenn ich jedem Kind gerecht werden möchte. Da schafft Teilzeit so etwas wie Entlastung und ermöglicht eine optimalere Kinderbetreuung. Die Kinder bekommen zudem einen ganz anderen Bezug zum Vater. Wenn der Papa acht Stunden am Tag aus dem Haus ist und am Abend müde und gestresst von der Arbeit kommt, ist der Familie damit nicht wirklich geholfen.  Durch die reduzierte Arbeitszeit ist das anders. Ich erlebe meine Kinder viel intensiver und kann meiner Vaterrolle so besser gerecht werden.

Gab es Schwierigkeiten bei der Umsetzung?

Eigentlich nicht. Wir mussten den Gürtel halt ein bisschen enger schnallen, aber insgesamt läuft es super und macht Spaß. Kein Geld der Welt kann die gemeinsame Zeit mit der Familie ersetzen. Ich bereue nichts und kann es jedem Vater empfehlen. Natürlich muss man sich im Klaren sein, dass es finanziell schwieriger wird.

Merken Sie einen Unterschied im Alltag?

Ohne Teilzeit liegt der Fokus klar auf der Arbeit. Dank Teilzeit ist dies ausgeglichen und eine optimale Balance zwischen Familie und Job wird möglich. Die Teilzeit ist aber kein Urlaubsticket, sondern Kinder und Familie können auch harte Arbeit sein, natürlich mit unbezahlbarem Spaßfaktor. Man nimmt ganz anders am Familienalltag teil. Vom Wickeln, bis kochen und backen macht man(n) alles mit! Das ist auch gut so.

Wie hat Ihr Umfeld reagiert? (Arbeitgeber, Kollegen, Freunde)

Mein Arbeitgeber hat super reagiert und mich im meinem Vorhaben voll unterstützt. Die Kollegen finden es auch cool. Im Ganzen hat mein Umfeld sehr positiv reagiert.

Hatten Sie Bedenken bezüglich der eigenen Karriere?

Für mich hat meine Familie Priorität. Alles andere kann später kommen. Wenn die Kinder groß sind, kann ich immer noch Karriere machen. Auch nach der Teilzeit werden sich Möglichkeiten ergeben, sich beruflich weiterzuentwickeln.  Die Kinder sind dagegen nur einmal klein. Diese Zeit ist wertvoll und kommt nie wieder.

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