Sportaccessoires: Jeder Zweite motiviert sich mit Fitness-Apps

Jeder Zweite setzt auf Fitness-Apps
Jeder Zweite setzt auf Fitness-Apps, jeder Dritte nutzt Fitnessarmbänder

Technik erobert den Breitensport: Jeder Zweite nutzt Fitness-Apps, jeder Dritte trägt Fitnessarmbänder. Doch was bringen diese Motivations-Tools und Tracker wirklich?

Auch wenn Sie sich noch nicht ins Fitness-Studio beamen können: Sport wird immer technischer. Laut einer aktuellen Verbraucher-Studie von KPMG und des Instituts für Handelsforschung Köln nutzt 2016 schon jeder Zweite Fitness-Apps, wie Runtastic oder den Men’s Health Personal Trainer. Knapp 30 Prozent tragen sogar Sports-Tracker oder Fitnessarmbänder. Die Gründe: 9 von 10 Befragten gaben an, ihre sportlichen Erfolge kontrollieren zu wollen. Jeder Siebte fühlt sich laut Studie durch Apps motivierter. Die Hälfte behauptet sogar, das Training sei dadurch effektiver. Doch stimmt das wirklich?

Einsteiger können Fortschritte schnell erkennen

Mit ständigen Erinnerungen und Statistiken motivieren die digitalen Helfer tatsächlich, die festgelegten Ziele auch zu erreichen und die eigene Leistung zu verbessern. Gerade zu Beginn sind Fortschritte damit schnell zu erkennen, erklärt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Das Problem: Sportanfängern fehlt häufig das Wissen, die gesammelten Daten und unzähligen Auswertungen einer Fitness-App auch zu nutzen. Tipp des Experten: Geräte und Apps kaufen, die einfach zu bedienen sind und die Sie auch verstehen.

Soziale Funktionen unbeliebt

Der größte Vorteil von Fitness-Apps wird kaum ausgenutzt. Nur 7 Prozent der Befragten nutzen die meist direkt in die App integrierten Funktionen, seine Erfolge in sozialen Netzwerken zu posten und zu teilen. Aber: Wer sich mit Freunden vergleicht, bleibt motiviert und damit am Ball.

Fitness-Apps ersetzen nicht Trainer-Feedback

Doch wie effektiv ist ein Training per App oder Armband? In Studien wichen die Daten von Fitness-Trackern im direkten Vergleich mit sportmedizinischen Geräten bis zu 30 % ab. Heißt: Ein Sportarmband ersetzt bei der Erfolgs- bzw. Trainingskontrolle keine Pulsuhr mit Brustgurtmessung. Weiteres Problem: Wie gut ist das in einer App vorgeschlagene Training? Wer hat es konzipiert? Hier sollten Sie auf bekannte Sportexperten setzen und darauf achten, dass das Programm benutzerfreundlich und verständlich ist. Besser: Lassen Sie Ihr Workout und die Übungen von einem Experten (Trainer, etc.) im Studio checken und eventuell korrigieren und individuell auf sich anpassen. Denn die in einer App vorgeschlagenen Programme sind nur allgemeine Beispiele für eine Trainingsgestaltung und ersetzen nicht das Feedback eines Trainers.

8 Fitness-Apps, die Sie garantiert bei Laune halten

Runtastic: Die Lauf-App zeigt nicht nur die wichtigsten Daten wie Kalorienverbrauch, zurückgelegte Kilometer und Durchschnittstempo an, sondern motiviert zwischendurch mit einem integrierten Coach, der zum Durchhalten animiert. Eine Übersicht mit den vergangenen Laufleistungen spornt ständig zur Verbesserung an. Zudem gibt es ein Ranking, in der die eigenen Leistungen mit denen von Freunden verglichen werden. Wie auch im Wettkampf schafft es eine zusätzliche Motivation, besser sein zu wollen als andere.

Freeletics Bodyweight: Wer wollte sich nicht schon immer mit Gottheiten wie Zeus oder Adonis messen? Die Workouts in Freeletics Bodyweight tragen tatsächlich Namen von griechischen Göttern. Klassisch nach dem Freeletics-Prinzip wird draußen mit eigenem Körpergewicht trainiert. Die App passt durch ihren Social-Media Charakter perfekt ins heutige Zeitalter. Jeder Nutzer hat ein eigenes Profil, kann anderen Nutzern folgen und selbst Follower generieren. Das Äquivalent zum „Like“ ist in Freeletics Bodyweight der „Clap“ der für ein absolviertes Workout vergeben werden kann. Wie auf Facebook & Co. gibt es auch hier einen Newsfeed, der die Aktivitäten anderer anzeigt. Wenn Sie erstmal die Bestleistungen Ihrer Freunde gesehen haben, werden Sie den Drang verspüren, besser zu sein Sie.

MyFitnessPal: ist wohl eine der bekanntesten Fitness-Apps. Das Ernährungs- und Trainingstagebuch wird vor allem für das Kalorienzählen benutzt und registriert zusätzlich Trainingsfortschritte. Mit einer Datenbank von über 3 Millionen Nahrungsmitteln ist MyFitnessPal perfekt für das Ernährungstracking und zum Abnehmen geeignet. Besonderer Motivationsfaktor: Sowohl Ihre Ernährung als auch Ihr Training sind in der App kompakt auf einen Blick einsehbar. Damit ist MyFitnessPal so etwas wie die Dokumentation ihres körperlichen Fortschritts. Die App ist also eine Art Leitfaden, der Sie zu ihrem Ziel führt. Macht sich dieser auch im Spiegel bemerkbar, werden Sie auf MyFitnessPal nicht mehr verzichten wollen.

Mein Diät-Trainer: Wenn Sie abnehmen möchten und eher der Spiele-Typ sind, dann ist diese App genau das richtige für Sie. Sie entwickeln ihren Avatar, den Sie zu Anfang des Spiels erhalten parallel zu ihrem wirklichen Ich weiter. Der strenge Trainer kontrolliert Ihre Ernährung und gibt ihnen Aufgaben, die sie erledigen müssen, wie z.B. mehr Wasser trinken oder 8000 Schritte pro Tag laufen. Für die Erledigung von Aufgaben erhalten Sie dann Spielpunkte, mit denen Sie Ihren Avatar verbessern können. Der Reiz, sich sowohl im Spiel als auch in der Realität verbessern zu wollen, gibt Ihnen den Extra-Schub Motivation.

7 Min Workout: Diese App motiviert alleine durch ihr Prinzip. Nur 7 Minuten am Tag investieren zu müssen, um fitter zu werden, dürfte für die Meisten sehr verlockend klingen. Das Argument: „Ich habe fürs Training heute keine Zeit“ zieht damit nicht mehr. Mehrere verschiedene Workouts stehen zur Wahl, die überall ohne Geräte in sieben Minuten absolviert werden können. Da die Workouts trotz ihrer Kürze sehr intensiv sind, setzen Sie einen guten Trainingsreiz. Damit fällt es leichter, sich jeden Tag aufs Neue zu motivieren!

Fitbit: Viele scheitern irgendwann, weil Sie es nicht schaffen ihren Zielen treu zu bleiben. Fitbit sorgt mit verschiedenen Features dafür, dass Sie nicht von Ihrem Weg abkommen. So gibt es Push-Benachrichtigungen, wenn Sie ein bestimmtes Workout noch nicht ausgeübt haben. Zudem kann man sich Abzeichen verdienen, wenn ein bestimmter Meilenstein erreicht wurde. Seinen Erfolg kann man dann mit seinen Fitbit-Freunden teilen. Ihren besonderen Motivationseffekt entfaltet die App in Kombination mit einem der Fitbit-Armbandtracker. Diese blinken und vibrieren, sobald sie ein Tagesziel erreicht haben. Es wird Sie unzufrieden machen, wenn anstatt Ihrem Armband Ihr Handy vibriert und die App Sie auf ihr nicht bewältigtes Tagesziel aufmerksam macht. Dieses Gefühl der Unzufriedenheit motiviert jeden Tag aufs Neue.  

Loox Fitness Planer: Langeweile ist ein echter Motivationskiller. Setzen Sie neue Trainingsreize und gewinnen Sie Motivation, indem Sie Ihren Trainingsplan regelmäßig verändern. Der Loox Fitness Planer bietet eine große Vielfalt an Trainingsplänen, die auf verschiedenste Ziele abgestimmt sind. So können Sie ihr Training variieren und einfach nach einem neuen Plan trainieren, wenn Ihnen der alte allmählich auf den Geist geht. Pluspunkt: So verwirren Sie Ihren Körper und setzen ständig einen neuen Reiz. Das macht Spaß und motiviert.

Coach Me: ist keine klassische Fitness-App, sondern eine Plattform für die verschiedensten Ziele im Leben. Die App passt durch ihren Trainingscharakter jedoch sehr gut zu Fitnesszielen. Auch Coach Me setzt auf das Social Media-Prinzip mit persönlichem Profil und Followern. Der Extra-Kick Motivation: Man kann die Ziele anderer einsehen. Dadurch entsteht eine Art Konkurrenz-Situation, da man nicht „schlechter sein“ will als der andere. Dieser Effekt zieht besonders gut bei Personen mit gleichen Zielen. Gleichzeitig ist aber auch das Community-Feeling und das gegenseitige Loben ein Motivationsfaktor. Wer möchte, kann gegen Bezahlung sogar einen eigenen Coach engagieren, der einem bei allen Fragen und der Verwirklichung seiner Ziele zur Seite steht.

Fazit

Sportarmbänder und die dazugehörigen Fitness-Apps eignen sich für Einsteiger und Hobbysportler, denn sie brauchen keine genauen Messwerte. Hier reicht der Motivationsschub, die eigenen Fortschritte zu kontrollieren. Sportanfänger können mithilfe von Fitness-Apps Intensität und persönliche Leistungsfähigkeit besser einschätzen, so der Experte. Fortgeschrittene sollten eher auf ihr Körpergefühl vertrauen. Für alle gilt allerdings: Fit werden Sie nicht durch App oder Armband, sondern durch harten persönlichen Einsatz!

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