EU will Giftstoffen Dampf machen

MH 0901 Amalgam
Er fühlte sich schon ganz verseucht

Ein Fünftel aller Beschäftigten in der EU sind an ihrem Arbeitsplatz krebserregenden Substanzen ausgesetzt. EU-Parlament leitet Kampagne ein

Horror am Arbeitsplatz: 32 Millionen Europäer atmen zumindest während einem Viertel ihrer Arbeitszeit Rauche und Dämpfe ein. Ob sie giftig sind oder nicht, kann man bei den meisten Chemikalien noch nicht einmal sagen. Denn erst ein Drittel der 30.000 gängigsten Stoffe wurden toxikologisch vollständigen untersucht.

Diesen erschreckenden Zustand berichtet die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (OSHA). Aber für Abhilfe soll gesorgt werden: Die Agentur hat im EU-Parlament die erste gesamteuropäische Kampagne eingeleitet zur Minimierung der Risiken, die von gefährlichen Chemikalien, biologischen und anderen Stoffen ausgehen.

Davon betroffen sind vor allem das Baugewerbe, die Landwirtschaft, aber auch Druck- und Reinigungsbetriebe bis hin zur Automechanik und dem Gesundheitswesen.

Gefahrenstoffe haben einen großen Anteil an den 350 Millionen jährlichen Krankentagen und den 7 Millionen berufsbedingten Krankheiten in der EU, sagt Anna Diamantopoulou, die EU-Kommissarin für Beschäftigung und Soziales.

Die bestehenden Risiken durch Gefahrstoffe erhöhen sich dramatisch, wenn Vorschriften nicht eingehalten werden und über die Risiken nicht ausreichend informiert wird. Dass Aufklärung Not tut, hat eine Studie gezeigt. Sie ergab, dass nur 12 Prozent der Unternehmer sich ihrer gesetzlichen Pflichten bewusst waren.

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