Jobverlust: Keine Sorge um den Job

Keine Angst vor dem Stellenabbau
Sie haben Not um den Ausgang Ihrer momentanen Job-Situation?

Wie beim Abzählen: Zurzeit ist niemand vor der Kündigung sicher. Deswegen gilt es, die Position im Job zu festigen und für alle Fälle gewappnet zu sein

Täglich umkreisen uns die Schlagworte Konkurs, Krise, Stellenabbau. Da stellt sich mancher die bange Frage: Bin ich vielleicht der Nächste? In völliger Sicherheit sollte sich da niemand wiegen: "Es ist heute eine Illusion, dass Können und Leistung den Job sichern", so Diplom-Psychologe Heiko Ernst aus Weinheim.

Welches sind die ersten Alarmsignale?
Die Sorge um den Arbeitsplatz ist durchaus berechtigt, wenn in Ihrer Firma unerwartet der Rotstift angesetzt wird: ständige Spar-Appelle, Investitions-Stopp, Streichung von Urlaubsgeld und Prämien oder bislang üblicher Zuwendungen (Fahrkostenzuschüsse, Geburtstagsblumen, Getränke etc.). Noch klarere Zeichen sind Einstellungssperren oder Kurzarbeit.

Stehe ich bereits auf der Abschussliste?
Verhält sich Ihr Chef anders als früher? Übersieht er Sie? Hat er plötzlich keine Zeit mehr für Sie? Kann er Ihnen nicht in die Augen sehen, wenn Sie sich über den Weg laufen? "Werden wichtige Aufgaben, die bis dahin Ihr Metier waren, plötzlich an andere Mitarbeiter vergeben und Sie zu Meetings nicht mehr eingeladen, dann ist das die Taktik, Sie leidend zu machen, damit Sie von allein gehen", beschreibt Sabine Hertwig, Geschäftsführerin von "beruf & konzept" (Berlin) diesen schleichenden Prozess. "Dann können Sie keine gute Leistung bringen und werden der Argumente beraubt, die für Sie sprechen", so Hertwig.

Wie gehe ich mit der bösen Vorahnung um?
Wer um seinen Job bangt, hat zwei Probleme: einerseits die Angst, die lähmt und unsicher macht, andererseits ein plötzlich gestörtes Verhältnis zu den Kollegen, die zu Konkurrenten werden. Gerade in dieser Lage sollten Sie sich auf Ihre Stärken besinnen, und zwar auf fachliche wie persönliche. Machen Sie von jetzt an den besten Job Ihres Lebens und agieren Sie stärker denn je als Teamplayer.

Soll ich abwarten oder aktiv werden?
Unbedingt wachsam sein! Bei ersten Anzeichen sollten Sie das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen, denn sonst landen Sie wie ein Schaf auf der Schlachtbank. Je eher Sie Bescheid wissen, desto besser. Sie gewinnen Zeit und können sich ab sofort um eine neue Aufgabe bemühen. "Es könnte dem Chef allerdings auch imponieren, dass Sie sich um Ihre berufliche Perspektiven kümmern und Mut beweisen", sagt Karrierecoach Sabine Hertwig.

Wie kann ich meine Position im Job sichern?
Versuchen Sie, sich unentbehrlich zu machen. Sprechen Sie über Ihre Qualitäten, bieten Sie an, etwas zu übernehmen, was bis dahin nicht zu Ihren Aufgaben gehörte (weil keiner wusste, dass Sie als Computer-Spezialist fließend Japanisch sprechen). Sie sollen keine Schleimspur in die Chefetage legen und dem Boss die Tasche hinterhertragen. Aber Ihre Vorgesetzten sollen ruhig wissen, dass Sie sich in der Lage nicht so leicht unterkriegen lassen.

Wie verhalte ich mich am Arbeitsplatz?
Sorgen Sie für gute Stimmung. Natürlich müssen Sie nicht auf einmal den Pausenclown mimen, wenn Sie als zurückhaltend bekannt sind. Aber mit Leidensmine herumzulaufen oder sich ins Schneckenhaus zurückzuziehen, ist garantiert der falsche Weg. Ein Mitarbeiter, der das Team bei Laune halten und auch in kritischen Phasen mitreißen kann, ist dem Boss jetzt besonders wichtig.

Soll ich mir ein Zwischenzeugnis holen?
Heikles Thema. "Die Frage nach einem Zwischenzeugnis weckt womöglich schlafende Hunde", sagt Sabine Hertwig. Wenn allerdings bereits Abteilungen zusammengelegt und/oder Vorgesetzte ausgetauscht worden sind oder Ihre Firma mit einer anderen fusioniert, ist die Bitte durchaus legitim. Immerhin handelt es sich ja um ein wichtiges Dokument in Ihren Bewerbungsunterlagen.

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