Ausdauersport: Jogger laufen sich krank

Fast die Hälfte aller deutschen Freizeitjogger überfordert sich
Sauer macht nicht lustig

Fast die Hälfte aller deutschen Freizeitjogger überfordert sich und riskiert damit ernstlich ihre Gesundheit

Spaß am Joggen? Übertreiben sollten Sie es trotzdem nicht. Rund 45 Prozent der Freizeitläufer überfordern sich mit ihrem Pensum und gefährden damit ihre Gesundheit. Das ergab eine Studie der deutschen Sporthochschule in Köln für den AOK-Bundesverband.

Für die Untersuchung begleiteten die Wissenschaftler 320 Läufer bei ihrem Training. Das erschreckende Ergebnis: Sie maßen bei etwa 45 Prozent der Jogger zu hohe Milchsäurewerte im Blut. Die Folge von häufig übersäuerten Muskeln können Koordinations- und Herz-Rhythmus-Störungen sein, so die Forscher.

Warnsignale des Körpers wie Pulsrasen, Seitenstechen, Schweißausbrüche und beginnende Muskelkrämpfe werden häufig übergangen – von Männern mehr als von Frauen, von Einzelläufern mehr als in der Gruppe. Daher ist es wichtig, die individuelle Belastung zu kennen und zu respektieren. Der Kölner Sportpsychologe Professor Henning Allmer sagt: "Wer beim Laufen nicht aus der Puste komme, hat das richtige Tempo."

"Vor allem Männer, Anfänger und Einzelläufer forderten ihren Körper übermäßig", erklärt Allmer. Mehr als die Hälfte der Anfänger hatten Laktatwerte im kritischen Bereich, bei den Fortgeschrittenen noch über ein Drittel. Bildet der Stoffwechsel verstärkt Milchsäure, kommt es zur Übersäuerung der Muskeln und das Risiko für Verletzungen und Kreislaufkomplikationen steigt.

Besonders auffällig sei die Überforderung bei Volksläufen mit Wettkampfcharakter: Dort hätten 98 Prozent der Untersuchten übersäuerte Muskeln. Joggen ist nur gesund, wenn man nach einem individuell zusammengestellten Trainingsplan läuft – und sich daran hält, sagen die Wissenschaftler.

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