Metal Gear Solid 4: Ein Kampf-Opa auf Rachefeldzug

Metal Gear Solid 4 – Sons of the Patriots

Was mögen Sie lieber: Filme oder Videospiele? In "Metal Gear Solid 4 – Sons of the Patriots" bekommen Sie beides!

Mit dem Schleich-Shooter "Metal Gear Solid 4 – Sons of the Patriots" von Konami schließt sich das letzte Kapitel einer epischen Story, die vor 20 Jahren ihren Ursprung fand. Eine Story, die man eigentlich nur als eingefleischter Fan versteht, doch der vierte und angeblich letzte Teil macht auch ohne Vorkenntnisse Spaß. Die unzähligen Anspielungen auf die Vorgänger lassen einen dann aber auch kalt. Zu schade, denn die Erzählfäden, die der MGS-Macher Hideo Kojima über 20 Jahre lang gesponnen hat, laufen in Sons of the Patriots allesamt zusammen. Ein fantastisches Ergebnis mit Zwischensequenzen von bis zu 60 Minuten!

Die Zwischensequenzen sind besonders hübsch

Auch grafisch gesehen kann Metal Gear Solid 4 überzeugen

Worum geht es?

Im Zentrum des Geschehens steht, wie in den drei Teilen zuvor, "Snake" – ein Bilderbuchsoldat, der nur für den Krieg geschaffen und ausgebildet wurde. MGS-Neulinge werden sich wundern, warum Snake ein altersschwacher und ergrauter Kampf-Opa ist. Früher war er eine muskulöse Kampfmaschine mit Knackpo und blitzschnellen Reflexen, heute übernehmen ein muskelstärkender Spezialanzug und haufenweise Aufputschmittel diese Arbeit. Der Grund für Snakes Verfall hat mit der spannenden Story zu tun, die soll hier aber nicht verraten werden.

Die komplexe Geschichte aufs wesentliche reduziert: Snakes Erzfeind und Klonbruder "Liquid" will die Kontrolle über die Nanomaschinen gewinnen, die fast jedem Menschen impliziert wurden, um Körper und Geist zu optimieren. Unterm Strich könnte Liquid die gesamte Menschheit nach seiner Pfeife tanzen lassen. Bis zum Ende bleibt jedoch unklar, was er genau vorhat. Eines steht jedoch fest: Das kann nichts Gutes sein. Also zieht Snake in den Kampf, um Liquid zu stoppen.

Großen Ballereien sollten Sie besser aus dem Weg gehen

Wer nicht schleichen will, steht schnell einer feuerstarken Übermacht gegenüber

Schleichen oder Stürmen?

Metal Gear gilt als Mitbegründer der Schleichspiele. Auf leisen Sohlen und mit Messer und schallgedämpfter Pistole kommt man effektiver voran als wild um sich ballernd. Wird man entdeckt, schlägt der Feind Alarm und zieht Verstärkung heran. Findet der Gegner einen getöteten Kameraden, passiert das Gleiche. Um gegen die stetige Übermacht gewachsen zu sein, gibt es für unseren Superopa einen Haufen Spielereien. Sein Tarnanzug nimmt beispielsweise die Textur von Oberflächen an, mit denen er intensiv in Berührung kommt. Auf der Suche nach Gegnern hilft ihm sein „Solid Eye“ – eine Art Augenklappe, die Freund und Feind anzeigt und bei Bedarf auch als Fernrohr oder Nachtsichtgerät genutzt werden kann.

Trotz Herumgeschleiche geht es auch regelmäßig ordentlich zur Sache. Für die größeren Ballereien sammelt sich Snake mit der Zeit ein gigantisches Waffenarsenal zusammen. Die Munition wird dabei nie knapp, denn ein ziemlich abgedrehter Waffenhändler verfolgt unseren Krüppelkrieger auf Schritt und Tritt. Bei ihm können bei Bedarf jederzeit Munition, Gadgets oder neue Waffen eingekauft werden.

Der Held des Spiels:

Das Waffenarsenal von Snake ist riesig. Mit der Zeit fallen immer größere Wummen für ihn ab

Higlight oder Schlaftablette?

Die Videosequenzen zwischen und nach den Spielabschnitten sind eigentlich ein absolutes Highlight von Metal Gear Solid 4. Mit Cutscenes und Briefings, wie man sie aus anderen Spielen kennt, sind diese aber nicht zu vergleichen. Zwischen zwei Missionen können schon mal 60 Minuten vergehen, teilweise kommt man sich vor wie in einem Film. Die langen Zwischensequenzen können aber auch schnell zur Schnarchphase mutieren. Um dem entgegen zu wirken, haben sich die Entwickler ein paar Wachhalter ausgedacht. So müssen beispielsweise während den Briefings regelmäßig Knöpfe gedrückt werden, um sich besondere Blickwinkel oder Snakes Erinnerungen ansehen zu können.

Fazit
Metal Gear Solid 4 ist spielerisch sehr gut gelungen. Unterm Strich wirkt das Spiel jedoch zu oft wie ein Film. Am Ende bleibt das Gefühl, ein paar Szenen eines opulenten Blockbusters interaktiv mitgespielt zu haben. Es braucht viel Zeit, bis man dieses ausgefallene Spielkonzept annehmen kann. Wer mal eben 'ne schnelle Runde zocken will, wird mit MGS4 nicht glücklich werden. Wer einen abendfüllenden Zeitvertreib sucht, muss zugreifen, denn hier zeigt das Spiel, was spielerisch, grafisch und storymäßig alles möglich ist – eine Sinfonie auf die Spielkultur.

Plattform: PS3
Preis: knapp 60 Euro
USK: keine Jugendfreigabe
Website:www.konami-mgs4.com

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