Ab auf den Brocken: Klettern im Ostharz

Der Brocken
Erst seit der Wende darf man hier rumkraxeln

Der östliche Teil des Mittelgebirges rund um den Brocken ist vor allem in Westdeutschland noch relativ unbekannt

Viele der Sandstein-, Granit- und Kalkfelsen lagen zu DDR-Zeiten im Grenzstreifen – aus diesem Grund konnten die Kletterer sie auch erst nach der Wende besteigen. Bis heute sind die Routen dort nur spärlich ausgestattet, und Bohrhaken findet man eher selten. Schwerste Stelle am Spot: die Mooskante-Route am Großen Feuerstein.

So kommen Sie hin:
Der Ostharz liegt in Sachsen-Anhalt, zwischen Sangerhausen und Wernigerode. Guter Ausgangspunkt für Touren: Steinbachtal bei Thale (Infos: Tel. 0 39 47 / 25 97).
www.thale.de

Das müssen sie mitnehmen:
Die übliche Ausrüstung (Seil, Karabiner, Klettergurt und -schuhe), dazu unbedingt ein Satz Klemmkeile, da Sie Ihre Sicherungen oft selbst legen müssen. Schlüpfen Sie unbedingt in Klamotten, die schnell trocknen, strapazierfähig und atmungsaktiv sind.

Da können Sie wohnen:
Im Berghotel Hexentanzplatz, das am Gipfel einer fast senkrechten Felsklippe liegt. Von dort kommen Sie zu Fuß in wenigen Minuten zu den ersten Kletterfelsen, beispielsweise dem rund 50 Meter hohen Theaterfelsen, gleich unterhalb des Bergtheaters. Ein Doppelzimmer mit Frühstück bekommen Sie ab 75 Euro, Reservierungen unter Tel. 0 39 47 / 47 30. Sie erreichen den Hexentanzplatz mit dem Auto oder mit der Schwebebahn (kostet 4,50 Euro von der Talstation Thale).

Diese Regeln sollten Sie unbedingt beachten:
Kraxeln Sie nur, wenn in Ihrem Team einer mit Keilen umgehen kann (erfahrene Guides vor Ort über die Sektion Wernigerode des Deutschen Alpenvereins, s. unten).
Übrigens: Die Kletter-Ethik im Ost-harz verbietet Magnesia, denn das hinterlässt Spuren, an denen sich andere orientieren könnten – und verdirbt denen so den Kletterspaß.
www.dav-basislager-brocken.de

Dieser Profi kann Ihnen über den Weg laufen:
Klaus Paul aus Magdeburg, eine lokale Legende. Zusammen mit seinem Kumpel Uwe Munzert hat er bereits in den achtziger Jahren zahlreiche Routen erschlossen – aus diesem Grund kennt kaum jemand den Ostharz so gut wie er.

Achtung! So entlarvt man Sie als Poser und Blender:
Wenn der Markenname an ihrem Klettergurt auf dem Kopf steht.

Da tanken Sie wieder auf:
In der Bahnhofsgaststätte Hexenbaude in Schierke, unmittelbar am Feuerstein.

Da treffen Sie die Szene:
Im Basislager Brocken, der Hütte der DAV-Sektion Wernigerode. Sie befindet sich im Elendstal, an der Kalten Bode
(Tel. 0151 / 46 51 56 90).

So kommen Sie ins Gespräch:
Fragen Sie, wie man die Königsfeuer-Route klettert – und warum sie so heißt (es hat etwas mit dem Schierker Kräuterbitter zu tun).

 

Tipps für Einsteiger:
Einen ausführlichen Überblick gibt der Kletterführer „Paules Kletterfibel“ (um 20 Euro, www.ostharz.info). Unbedingt beachten: Die dort veröffentlichten Schwierigkeitsgrade richten sich nach der Sächsischen Skala!

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