Kein stinknormales Gewürz: Knoblauch – gesund und lecker

Unser Knobi-Knigge verrät die besten Umgangsformen mit der tollen Knolle
Knoblauch ist gesund und peppt viele Gerichte auf

Knoblauch ist gesund, denn die tolle Knolle bekämpft Krebs, Bluthochdruck und Herzinfarkt, kann aber auch einsam machen. Men's Health erklärt Ihnen, wie Sie Ihr Leben lecker verlängern

"Knoblauch besitzt ein einzigartiges Aroma, das allen Speisen eine besondere Note verleiht", schwärmt Mario Brand, Inhaber und Chefkoch des Knoblauchrestaurants Knofel in Berlin. Die Verarbeitung ist in den meisten Rezepten simpel. Damit jedoch weder Aroma noch gesundheits-fördernde Eigenschaften dabei flöten gehen, sollten Sie sich vor diesen 3 Kardinalfehlern hüten.

ZU ALT
Weiche, ausgetrocknete Zehen entwickeln mit der Zeit einen unguten, muffigen Geschmack. Die Lösung: Verwenden Sie am besten nur frischen Knoblauch. Nehmen Sie die Knolle vor dem Kauf in die Hand: Je fester und schwerer sie ist, desto besser. Auf Druck fühlen sich die Zehen weich oder vertrocknet an? Dann Finger weg! Falls Sie nicht genau wissen, wie alt eine Knolle ist, sehen Sie sich den Keim an, der sich in der Zehe befindet: Ist er bereits grün gefärbt, sollten Sie den Knoblauch rasch verzehren und vor der Verarbeitung den Keim entfernen, da er dem Essen einen bitteren Geschmack verleihen kann. Und sorgen Sie für optimale Lagerung: „Knoblauch mag es kühl und trocken“, sagt Experte Brand. Der Kühlschrank ist aber ungeeignet. Wird Knobi in Plastikbehältnissen verwahrt, fängt er schnell an zu gammeln. Am besten lassen Sie die Knolle offen in der Küche oder in der Speisekammer liegen, dann hält sie sich 2 bis 3 Wochen. Größere Mengen sollten Sie trocken und lichtgeschützt im Keller lagern.

ZU ROH
Auf ein großes, fast noch rohes Stück Knoblauch zu beißen, kann einem schon den Appetit verderben – und außerdem die Liebste in die Flucht schlagen. Die Lösung: Bevor Sie Knoblauchzehen klein schneiden, einfach die Klinge eines großen Messers mit der breiten Seite drauflegen und diese mit der flachen Hand nach unten drücken. Dann wird die Zehe weicher, und es bleiben keine großen Stücke übrig. Die Maßnahme erleichtert übrigens auch das Schälen, denn die Haut der Zehe löst sich auf diese Art zu weiten Teilen automatisch ab.

ZU BITTER
Auch wenn Sie es gerne kross mögen, sollten Sie sich zügeln, denn: Zu stark oder zu lange angebratener Knoblauch entwickelt einen unangenehmen, bitteren Geschmack, vermiest Ihnen so die gesamte Mahlzeit. Die Lösung: Idealerweise sollte der Knobi nach dem Braten eine goldgelbe Farbe und eine zarte, aber nicht zu weiche Konsistenz aufweisen. Damit Sie den frisch gehackten Knoblauch in heißem Fett nicht ungenießbar machen, warten Sie nicht, bis die Pfanne heiß ist, sondern geben ihn mit etwas Öl in die kalte Pfanne und erhöhen dann nach und nach die Temperatur. Wenn es anfängt  zu brutzeln, beginnen Sie zu rühren. Auf diese Weise gart der Knoblauch zwar langsam, aber dafür vollständig durch. Nach ungefähr 3 Minuten haben die Knoblauchstückchen den optimalen Bräunungsgrad erreicht.

Knoblauch statt Krankenhaus

Die Knolle dient dem Menschen seit Jahrtausenden als Heilpflanze. Und das ist kein Hokuspokus: Aktuelle Studien belegen ihre positiven Wirkungen auf die Gesundheit:

Knoblauch als Krebs-Killer: Die arabische Fachzeitschrift „Anti-Cancer Agents in Medicinal Chemistry“ hat mehrere Studien zusammengefasst und kam dabei zu dem Ergebnis, dass Knoblauch die Bildung krebserregender Verbindungen im Körper hemmen und Reparaturprozesse des Erbguts unterstützen kann. Die schwefeligen Verbindungen im Knoblauch wirken dabei wie Prooxidantien, also Substanzen, die oxidative Schäden in vorhandenen Krebszellen hervorrufen und so dazu beitragen, diese zu zerstören.

Knoblauch beweist Herz: Australische Wissenschaftler der Flinders University in Adelaide haben herausgefunden, dass Knoblauch leichten Bluthochdruck senken kann. Sowohl der systolische (höhere) als auch der diastolische (niedrigere) Wert fällt ein wenig ab. Gleichzeitig hat eine im deutschen Fachblatt „Molecular Nutrition & Food Research“ veröffentliche Studienübersicht verdeutlicht, dass eine knoblauchreiche Ernährung der Entstehung von Arteriosklerose entgegenwirken kann. Das bedeutet konkret: weniger schädliche Ablagerungen in den Blutgefäßen, das Herzinfarkt-Risiko sinkt. Außerdem kommt es seltener zur Bildung von Blutgerinnseln.

Knoblauch ist ein Bakterien-Berserker:
Die US-Fachzeitschrift „Journal of the National Medical Association“ hat eine Studie publiziert, die belegt, dass Knoblauch antimikrobielle Eigenschaften besitzt und die Immunabwehr verbessert. Des Weiteren kann er Zellschäden verhindern, die sonst bei körperlicher Belastung durch freie Radikale verursacht werden, und beugt auf die Art und Weise indirekt Alterserscheinungen wie Faltenbildung vor. Grundsätzlich sollte man jedoch keine ganzen Knoblauchzehen schlucken, denn erst nach dem Zerkleinern bildet sich die besonders wirksame Substanz Allicin. Idealerweise lassen Sie frisch gehackten Knoblauch 10 bis 15 Minuten an der Luft liegen, bevor Sie ihn in den Topf oder die Pfanne geben.

Bärlauch schmeckt wie Knoblauch, stinkt aber nicht so
Bärlauch ist eine gute Alternative zu Knoblauch

Geschmack ohne Geruch?

Sie wollen die Nasen Ihrer Mitmenschen schonen? Es gibt Alternativen zum Knoblauch – ohne Stinkfaktor. Greifen Sie am Herd auf diese 3 Pflanzen zurück:

Bärlauch: Der so genannte wilde Knoblauch ist der am häufigsten verwendete Ersatz für den Klassiker. Verarbeitet werden hier allerdings nicht Knollen, sondern die Blätter. Wenn man diese zerreibt, verströmen sie einen intensiven Knoblauchduft – Sie nach dem Genuss dagegen nicht. Ideal für Salate. Der Geschmack lässt beim Erhitzen nach.

Schlangenknoblauch: wird auch als Rockenbolle bezeichnet. Der nächste Verwandte des gewöhnlichen Knoblauchs schmeckt allerdings etwas milder. An seinen gebogenen Stängeln hängen kleine Knollen in der Luft.

Chinesischer Knoblauch: streng genommen eine Schnittlauchart. Seine kleinen, violetten Knollen besitzen keine Zehen, sondern sehen eher wie Zwiebeln aus. Ist geschmacklich etwas milder als konventioneller Knoblauch.

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