Das Nokia 5500 im Test: Kompliziertes Laufhandy

Während des Laufens ist es schwierig, das Nokia 5500 aus der Halterung zu bekommen
Während des Laufens gelingt es nur mit Mühe, das Nokia 5500 aus der Halterung zu bekommen

Der Ansatz von Nokia stimmt – die Ausführung nicht. Die Menüführung ist zu kompliziert und die Halterung zu schwergängig

Das Nokia 5500 Sport ist ein spritzwassergeschütztes Mobiltelefon, welches einen Schrittmesser, einen Kalorienrechner sowie als „Music Edition“ eine 512 MB große Speicherkarte besitzt. Damit können Jogger nicht nur ihre sportlichen Höchstleistungen messen, sondern beim Laufen auch Musik hören.

Das "Laufhandy" misst die Laufleistung über einen Pedometer. Das ist ein Sensor, gekoppelt an eine Software, die über die Größe des Läufers und seine Schrittfrequenz Geschwindigkeit und Distanz errechnet. Das Telefon wird dafür an einer mitgelieferten Gürtelhalterung getragen. Auf Wunsch kann sich der Läufer die gelaufene Distanz und die Anzahl verbrannter Kalorien ansagen lassen. Um zu schauen, ob das Nokia 5500 Sport taugt, haben wir drei Mitarbeiter von MensHealth.de zum Testen ausgesandt.

Im Lauftest
Proband Eins: Arndt Ziegler lief eine halbe Stunde lang mit 10 Stundenkilometern und den Red Hot Chili Peppers im Ohr. Dabei verbrannte er immerhin 440 Kalorien. Sein Urteil: „Das Handy sieht chic aus und auch der Gürtel macht was her. Schade nur, dass das Menü recht kompliziert aufgebaut ist – man muss sich ziemlich lange durchklicken, bis man zur gewünschten Funktion gelangt.“

Proband Zwei: Peter Schneider war zweimal mit dem Nokia jeweils 40 Minuten unterwegs. „Im Grunde ein guter Ansatz, aber leider hapert es an der Umsetzung noch ein bisschen“, meint er. „Die Menüführung ist die Hölle, vor allem wenn man während des Laufens etwas auf dem Handy sucht. Irgendwann bleibt man stehen, und das verfälscht wiederum das Laufergebnis.“ Außerdem ist der Gürtelclip unpraktisch; erst nach einigem Rumfummeln bekommt man es aus der Halterung und wieder hinein. Sein Urteil: Für diese Art Handy hätte Nokia ein ganz neue Art von Menü entwickeln müssen, die einem auch während des Laufs eine problemlose Navigation ermöglicht.

Proband Nummer Drei: Jessica Riccò hörte die Kills und verbrannte dabei etliche Kalorien, teilte sie dem restlichen Test-Team mit: „Nein, das war gelogen. Ich bin unsportlich und faul, und habe das Handy mit etwas Schütteln um eine Trainingseinheit belogen. Auch das ist möglich. Aber wozu joggen, wenn das Telefon mit Sudoku bespaßen kann, SMS vorliest und Fotos mit zwei Megapixeln schießt?“ Immerhin: Das Design und die technischen Fähigkeiten jenseits des Fitness-Moduls haben ihr gefallen.

Der Preis: Etwa 320 Euro kostet das gute Stück derzeit im Internet ohne Vertrag. Für Amateursportler, die sich in eine komplizierte Handystruktur einarbeiten wollen, ein interessantes Accessoire. Technisch Unbegabte greifen aber lieber auf die gute alte Stoppuhr und einen Pulsmesser zurück.

Technische Daten

  • 512 MB microSD-Speicherkarte
  • 64 MB Speicher
  • 1600x1200 Fotokamera
  • 208x208 Bildpunkte Display
  • 262.144 Farben
  • Gewicht: 103 Gramm
  • Schnittstellen TK: BlueTooth, IrDA, USB
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