Linsen besser pflegen

Kontaktlinsen-Pflege sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen: Manche Reinigungsmittel töten angeblich nicht alle Krankheitserreger ab, behauptet ein Forscher.

Sie glauben, die einfache Handhabung mit den "All-in-one"-Desinfektionslösungen sei eine sichere Methode für den klaren Durchblick bei Kontaktlinsen? Horst Aspock von der Uni in Wien will Sie eines besseren belehren:

Der Österreicher fand bei seinen Untersuchungen heraus, dass Reiningungsmittel nicht immer alle Krankheitserreger auf den Linsen abtöten. Er testete drei verschiedene Lösungsmittel: Eine "All-in-one"-Lösung, eine einstufige Wasserstoffperoxid-Lösung und eine zweistufige Desinfektionslösung aus Reiniger und Neutralisationsmittel.

Die Wirksamkeit der Lösungen probierte Aspock an den Krankheitserregern Acanthamoeba aus – kleinen Organismen, die es überall in der Umwelt gibt und die im Auge Entzündungen auslösen können. Im schlimmsten Falle kann man daran erblinden.

Das Ergebnis: Alle Lösungen killten die aktiven Bakterien. Aber die Organismen können sich auch verpuppen und in einer Art Winterschlaf auf bessere Bedingungen warten. In diesem Zustand schaffte es nur die zweistufige Lösung, sämtliche Bakterien abzutöten. Die bequemeren einstufigen Reinigungsmittel waren nicht so wirksam. Iin ihnen überlebten einige Erreger im inaktiven Stadium. In den "All-in-one"-Lösungen wird nach einer Weile das desinfizierende Wasserstoffperoxid automatisch neutralisiert – oft zu schnell, um mit allen Keimen fertig zu werden.

Der Forscher hält aber auch die Sauberkeit der Aufbewahrungsbehälter für wichtig. Wenn die nicht alle vier Wochen ausgewechselt werden und zwischendurch mit heißem Wasser ausgekocht, können sich auch darin Bakterien vermehren. Aspock veröffentlichte seine Untersuchungen in der Februar-Ausgabe des Fachblattes "British Journal of Ophthalmology"

Mehr Informationen:

  • Was taugen die neuen Dauerkontaktlinsen?
  • Sponsored SectionAnzeige