Alkoholkonsum vorbereiten: Kopfschmerztablette einwerfen

Der Kater hält langer an als man glaubt

Im Kölner Karneval ist „Bier“ nicht zu bekommen – in den Kneipen wird ausschließlich Kölsch (eben Kölner Bier) ausgeschenkt

Wer eine andere Sorte, womöglich gar ein Alt verlangt, wird mit Nichtachtung gestraft. Man bestellt auch nie ein Kölsch für sich allein, sondern immer eine Runde für alle, mit denen man feiert. Die Zahl der erhobenen Finger zeigt dem Kellner (Köbes), wie viel Stangen es sein sollen. Und machen Sie sich bloß nicht über die Größe der Gläser lustig, da gibt es wohl nicht einen einzigen Witz, den man da nicht schon mindestens zehnmal gehört hat. Das gilt auch für Sie.

Überraschung: Alkohol macht besoffen, und weniger Alkohol macht weniger besoffen. Wenn Sie also auch am Rosenmontag noch dabei sein wollen, sollten Sie sich nicht gleich an Weiberfastnacht die Hucke voll laufen lassen. Besser: Kölsch und Sprudel immer abwechselnd trinken. Obwohl man die ganze Zeit mithält, bekommt man automatisch weniger Promille ab.

Sie verpassen nicht die besten Momente der Fete und werden sich am Morgen danach auch deutlich besser fühlen. Nicht nur, weil der Körper weniger Gift entsorgen muss, sondern auch, weil er weniger unter Austrocknung leidet. Denn Alkohol entzieht dem Körper mehr Flüssigkeit, als die Getränke ihm zuführen. Auch das macht „Kopfsalat“. Mit einem guten Fitness-Getränk können Sie den Rollmops am nächsten Morgen links liegen lassen. Der soll dem Körper Mineralsalze zuführen, die Sie durch den vom Alkohol verursachten Flüssigkeitsentzug das Klo runtergespült haben. Das können die Sport-Drinks erstens besser, und zweitens liefern sie darüber hinaus noch Vitamine und Kohlenhydrate, die Sie jetzt auch ziemlich gut gebrauchen können.

Der Trick, Bier auf eine fettreiche Grundlage zu stellen, funktioniert tatsächlich. Fettes Essen verzögert die Magenentleerung, so dass der Alkohol weniger schnell im Blut ankommt. Außerdem wird mehr Alk bereits im Magen abgebaut, so dass er gar nicht ins Blut gelangt. Die gleiche Wirkung soll Desalco haben, ein Szene-Wässerchen, das in französischen Apotheken verkauft wird. Professor Rolf Großklaus, Leiter der Fachgruppe Ernährungsmedizin beim

Bundesamt für gesundheitlichen Verbraucherschutz in Berlin, hält von Desalco allerdings ebenso wenig wie von all den anderen Mittelchen, die den Alkoholpegel senken oder niedrig halten sollen: „Reine Blutspiegelkosmetik. Vielleicht steigt der Alkoholgehalt langsamer, aber er steigt auf jeden Fall.“

Der Geheimtipp vieler Karnevalisten, vor dem Schlafengehen Alka Seltzer oder Aspirin einzuwerfen, um den Kater gar nicht erst entstehen zu lassen, ist dagegen einen Versuch wert: „Bei einigen funktioniert’s, bei anderen nicht“, so Großklaus. „Das hängt vermutlich auch von der Alkoholmenge ab, und davon, wie viel man vertragen kann.“ Karnevals-Profi Thomas Brauckmann hält davon nichts. Sein Überlebens-Tipp ist ein ganz anderer: „Am besten ist, so viel zu schlafen wie nur möglich.“

Ihr (hoffentlich) einziges Alkohol-Problem: Denen aus dem Weg zu gehen, die welchen getrunken haben. Es sei denn, Ihr japanischer Kunde hat gestern Abend Sake bis zum Abwinken bestellt. Dann: s. o.

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