Kraftausdauer: Krafttraining für mehr Ausdauer

Pumpen für mehr Puste. So verbessern Sie Ihre Kraftausdauer
Pumpen für mehr Puste. So verbessern Sie Ihre Kraftausdauer beim Workout

Ist bessere Ausdauer durch Krafttraining machbar? Klar! Deshalb sollten auch Ausdauersportler Gewichte stemmen

Pumpen für mehr Puste! Im Interview erklärt Personal Trainer Sascha Wingenfeld, warum Sie ihr Ausdauertraining mit Kraft-Workouts ergänzen sollten und klärt alle wichtigen Fragen zum Thema Kraftausdauer.

Jeder will eine gute Ausdauer haben. Was genau ist damit gemeint — und wer braucht sie?

Ausdauer zählt neben Koordination, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Kraft zu den Grundkonditionen des Körpers – und steht für die Fähigkeit, eine Leistung lange ohne Ermüdung zu erbringen. Im Ausdauersport unterscheidet man aerobe und anaerobe Ausdauerfähigkeit. Aerob heißt, dass der Großteil der Energie aus dem Fettstoffwechsel gezogen wird. Anaerob meint, dass unsere Arbeitsleistung in stärkerem Maße über die Kohlenhydrat- und Zuckerverbrennung gespeist wird. Im Grunde braucht jeder eine gute Ausdauer — auch Fitness-Sportler wie Crossfitter und Bodyweight-Fans.

Bei Ausdauersport denkt man an Laufen, Biken etc. Wie kann Kraftsport die Ausdauer fördern?

Indem Sie Ihre Krafteinheit in Form eines gut getimten Athletiktrainings – Stichwort: Intervalle – durchführen. So vermitteln Sie Ihrem Körper neue Belastungsreize zur Entwicklung der Kraft, verlangen ihm jedoch auch erhöhte Herzfrequenzbereiche ab und steigern so die Ausdauer.

Überall liest man etwas von Kraftausdauer. Wo liegt der Unterschied zur normalen Ausdauer?

Der Begriff Ausdauer bezieht sich eher auf die Herz- Kreislauf-Leistung und die konditionellen Fähigkeiten des Körpers. Bei der Kraftausdauer dagegen liegt der Fokus auf der Ausdauerfähigkeit der Muskulatur. Es geht quasi um den Unterschied zwischen der Motorleistung und dem Potenzial der ausführenden Arbeitswerkzeuge. Ein fähiger Ausdauersportler
benötigt immer auch eine gute Kraftausdauer – denn was nützt die beste Maschine, wenn die Muskeln zu schnell schlappmachen und sie aus diesem Grund der Belastung nicht lange genug standhält?

Wenige Wiederholungen trainieren die Kraft, viele die Ausdauer. Stimmt diese Aussage?

Fast. Im Begriff Kraft sind die Trainingsziele Maximalkraft, Kraftausdauer und Schnellkraft enthalten. Beim Krafttraining mit hohem Gewicht und wenigen Wiederholungen, steigern Sie die Maximalkraft. Viele Wiederholungen mit geringem Gewicht trainieren die Kraftausdauer. Die allgemeine Kraft und Ausdauer trainieren Sie aber stets mit. Und auch für Kardio-Cracks, die Ihre Kraftausdauer verbessern wollen, ist eine hohe Maximalkraft ein Muss.

Können Kraftsportler mit ausgeprägten Muskeln auch gute Ausdauersportler sein?

Generell gilt, dass große Muskelpakete nicht gerade förderlich in Ausdauersportarten sind. Der Grund ist simpel: Die Muskeln müssen während des Sports vom Körper versorgt werden, das kostet Energie. Je größer der Muskel, desto mehr Energie geht auch für dessen Versorgung drauf. Dicke Muckis sind allerdings auch nicht das Ziel. Es geht vielmehr um die Entwicklung funktioneller, sportartspezifischer Kraft – und darum, dem Körper so eine leistungsfähigere Ausgangsbasis für die jeweilige Ausdauersportart zu verschaffen.

Inwiefern profitieren Ausdauersportler in ihren Disziplinen, wenn sie an Kraft zulegen?

Ob beim Schwimmen, Radfahren oder Laufen, die Leistung resultiert  aus einer guten Muskelvernetzung zwischen den oberen und den unteren Extremitäten. Zusätzlich benötigt der Körper eine gut ausgebildete Arbeitsmuskulatur für seine Ausdauersportart. Durch reines Ausdauertraining trainieren Sie zwar das Herz- Kreislauf-System, fordern jedoch nicht den gesamten Körper in vollem Maße. Das Motto vieler Profi-Sportler lautet schließlich nicht umsonst: Trainiere zunächst den Muskel und danach seine spezifische Versorgung.

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