Gesunde Verhütung: Können Kondome krank machen?

Frage: Ein Freund erzählte mir, dass in einigen Kondomen krebserregende Substanzen entdeckt worden seien. Stimmt das?
Mario Kunte, Ottendorf-Okrilla
Finden Männer Kondome unerotisch, werden Nervenimpulse gehemmt und der Penis erschlafft
Bloß keine Angst vor Kondomen

Unsere Antwort:

Bei der Herstellung von Kondomen entstehen während der Vulkanisation in der Tat Nitrosamine, die als krebserregend gelten. Im Jahr 1998 untersuchte die Zeitschrift "Ökotest" Überzieher verschiedener Marken und überprüfte dabei auch deren Gehalt an Nitrosaminen: Bei acht Kondomen wurden im Labor erhöhte Werte festgestellt. Dabei legten die Tester allerdings den Grenzwert für Babysauger zu Grunde, da es einen eigenen für Kondome nicht gibt.

Von Seiten der Hersteller wurde aus diesem Grund an dem Testverfahren Kritik geübt. Die Nitrosaminwerte wurden ermittelt, indem Kondome 24 Stunden lang in eine Speichellösung getaucht wurden. "Im Normalfall kommt ein Kondom jedoch nie so lange mit einer Körperflüssigkeit in Kontakt", kritisiert Jens Laufenberg vom Gummi-Spezialisten Condomi. "Und es gibt keinerlei direkte Belege, dass Kondome Unterleibs- oder Hodenkrebs erzeugen", sagt der Experte. Folge-Untersuchungen durch die Deutsche Latexforschungsgesellschaft konnten die Ergebnisse von "Ökotest" auch nicht bestätigen. Was lernen wir daraus: Als Ausrede für die Gummi-Muffel taugt Krebsangst wegen Nitrosaminen garantiert nicht.

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